Vom Wert der Dinge

Diese Wanderung bedarf einiger Entbehrungen. Das war uns von Anfang an bewusst. Es gibt nur eine sehr begrenzte Anzahl von Kleidungsstücken. Wir müssen alles selbst tragen und mit unseren Vorräten haushalten. Aber das Verhältnis zu Dingen hat sich die letzten Wochen merklich verändert.

Ob Kleidung, Essen oder Ausrüstung – jedes einzelne Teil bekommt einen besonderen Wert. Weil es nur dieses Eine gibt. Und so schnell keinen Ersatz. Das Kleidungsstück, das sonst nach einmal tragen in die Waschmaschine wandert, wird jeden Abend liebevoll zum trocknen ausgelegt. Der Brotrest, sonst vielleicht unachtsam entsorgt, wird haltbar verpackt und noch viele Kilometer weiter getragen. Nicht getrunkenes Teewasser wird nicht zurückgelassen, sondern abgefüllt und mitgenommen. Der Wattepad wird in der Mitte geteilt, weil er dann für zweimal reicht.

Die Entbehrung macht uns dankbar. Wir werden uns bewusst, wie gedankenlos und verschwenderisch wir manchmal mit Dingen umgehen. Essen. Kleidung. Gegenstände. Weil wir genug davon haben. Weil für Ersatz schnell gesorgt ist.

Es soll uns eine kleine Leere sein und vielleicht zu einem bewussteren Umgang mit den Dingen führen, wenn wir wieder zurück sind. Ich werde zwar wieder einen ganzen Wattepad verwenden, aber ein bisschen dankbarer dafür sein.

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