Vier Tage blind.

Die Zentralalpen werden uns als Hightlight der Tour nach Venedig angepriesen. Spätestens ab dem Naviser Jöchl öffnet sich der Blick auf den Tuxer Hauptkamm mit den vergletscherten 3000ern Olperer, Gefrorene Wand Spitzen und hoher Riffler. Dahinter warten die höchsten Gipfel der Zillertaler Alpen mit besten Panoramen. Die Etappen von der Glungezer Hütte über die Lizumer Hütte bis hin zum Tuxer Joch Haus und der Olperer Hütte sollen zu den schönsten und aussichtsreichsten Etappen der gesamten Strecke bis Venedig gehören. So die Theorie.

In der Praxis ist mal wieder alles anders. Es regnet es seit vier Tagen. Durchgehend. Den ersten Tag gerieten wir ins Gewitter. Den zweiten Tag sind wir tapfer marschiert, haben aber aus Sicherheitsgründen auf die Panorama-Gratwanderung verzichtet. Und nichts gesehen. Einen Weiteren Tag haben wir versucht auf der Hütte abzuwarten und auf bessere Zeiten (und Wetter) zu hoffen. Und heute? Sieben Stunden bei Dauerregen, 1230 Höhenmeter hoch runter hoch runter. Mit Tief liegenden Wolken, 8 Grad auf 2.743m, horizontalem Wassereinfall, schlammigen Wegen, schier endlosen Grashängen, Schneefeldern und schiefrigen Schuttaufsteigen. Ohne Sicht. Nichtmal richtig bis zur nächsten Wegmarkierung.

Angeblich wird morgen alles besser. Die Friesenbergscharte gehört neben der Birkkarspitze zu den Schlüsseletappen der Tour. Bis jetzt wissen wir nicht, ob wir überhaupt gehen können. Die einen sprechen von Lawinengefahr, die nächsten empfehlen die Überquerung nur bei trockenem Wetter. Ein weiteres Mal werden wir uns auf den Rat des Hüttenwirtes verlassen und morgen früh entscheiden.

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