Trailrunning oder vom Zauber eines neuen Projekts

Bald in solcher Kulisse beim Laufen?

Trailrunner. Bisher habe ich diese Sportler für völlig verrückt gehalten. Berge hoch rennen, windige Schuhe an den Füßen und nicht mal eine ordentliche Brotzeit dabei. Noch dazu relativieren sie jede eigene Leistung am Berg, wo sie doch mit unverschämter Leichtigkeit auf steilen Passagen an einem vorbei ziehen. Wo bleibt da das Genießen? Das kann doch nicht gesund sein?

Vielleicht ein zu schnelles Urteil…

Vor fünf Jahren habe ich ähnliches über Mountainbiker gedacht und bin jetzt verzückt bei jeder Trailpassage. Ich gehe seit Jahren gerne laufen. 10 km gehen gut. Aber kein Gelände. Kein Intervalltraining. Nicht bergauf. Und wahrscheinlich auch ohne wirkliches Ziel.

Das soll sich nun ändern. Ich möchte diesem Sport eine Chance geben. Er könnte ganz gut zu mir passen. Wahrscheinlich bin ich mir der Tragweite dieser Endscheidung noch nicht ganz bewusst. Aber ich werde mich einlesen, mich ausrüsten, mich beraten lassen, trainieren und dann … Mal sehen. Ich wage nicht daran zu denken mich bei einem richtigen Berglauf anzumelden. Da kommen spontane Bilder von erfrorenen Sportlern an der Zugspitze hoch. Auch möchte ich nicht verbissen und verkrampft nur noch irgendwelchen Trainingsplänen hinterher rennen, oder gar meinen Körper kaputt machen. Aber irgendwas zwischendrin muss es ja auch noch geben…

Trailrunning. Das bedeutet nicht gleich Berglauf. Man versteht darunter erstmal das Laufen im Gelände. Ohne Asphalt, auf unbefestigten Wegen. Eigentlich ist diese Form des Laufs eine Ur-From menschlicher Fortbewegung. War für frühzeitliche Höhlenmenschen noch die Flucht vor Fressfeinden das Ziel, hat doch der menschliche Körper über die Jahrtausende den Zweibein-Lauf optimiert. Heute laufen wir zwar hoffentlich vor nichts mehr (außer dem Winterspeck) davon, aber tief in uns schlummert noch dieser kleine Wald und Wiesen Läufer. Ganz ohne Geräte, ohne Hilfsmittel oder künstliche Beschleuniger geht es raus in die wilde Natur. So zumindest lese ich es in einigen einschlägigen Artikeln, ja sogar ein Buch habe ich mir zum Thema gekauft.

Tatsächlich aber, je mehr ich mich mit dem Thema beschäftige, desto mehr Gründe finde ich dafür.

Bergsteigen und laufen

Warum bin ich da nicht früher drauf gekommen? Eigentlich ist Trailrunning nur die Kombination aus zwei Sportarten, die ich gerne mache. Bergsteigen und Laufen. Wie allerdings meine Kondition darauf reagiert, wird sich zeigen. Schließlich kombiniert man die Anstrengungsfaktoren Geschwindigkeit und Steigung.

Winterspeck Weg

Stichwort Anstrengung. Nun sind wir Mädchen sicherlich keinem Magerwahn verfallen – da schmeckt die Brotzeit viel zu gut – doch geht das Alter auch nicht spurlos an uns vorüber. Und Weihnachten auch nicht. Trailrunning bietet super die Möglichkeit die Folgen des festlichen Fressens wieder auszugleichen und möglichst leicht und entspannt ins Frühjahr zu starten.

Training für die nächste Transalp

Viel mehr als das Körpergewicht spielt doch die Kondition eine Rolle! Sie schafft die Basis die uns überhaupt erst in die Lage versetzt irgendwas am Berg zu machen. Wie letzten Sommer bei der MTB transalp schmerzlich festgestellt, kann man nie genug davon haben. Trailrunning ist ein perfektes Training für alles was da kommt. Hab ich meinen Körper dahin trainiert, so im Gelänge zu laufen, sollte die nächste Transalp ein Kinderspiel werden.

Mehr Stabilität

Der große Unterschied zum normalen Joggen ist der Untergrund. Beim Trailrunning geht es querfeldein, über Wurzeln und Steine, durch Matsch und Geröll, über federnden Waldboden und harten Fels. Das trainiert nicht nur die Kondition sondern auch die vielen kleinen Muskeln und Sehnen in Füssen und Knien. Das gibt Stabilität, weit über den Trail hinaus.

Schnell im Kopf

Stabil ist gut. Dann geht’s auch schneller. Und das Verletzungsrisiko hält sich in Grenzen. Die Füße fliegen über den Trail und der Kopf rennt mit. Der Untergrund wechselt ständig, kein Schritt ist wie der andere. Trailrunning erfordert unheimlich gute Reaktionsfähigkeit. Nicht nur in den Füßen. So wird gleichzeitig auch der Kopf trainiert – und wer weiß, vielleicht wird aus mir doch noch ein Mathe Genie?!

Lieber draußen

Last but not least. Wir sind lieber draußen! Warum in der Stadt auf Asphalt oder gar einem Laufband rennen, wenn ein Stückchen weiter wirklich “draußen” ist?! Es geht darum Zeit in der Natur zu verbringen, gute Luft zu atmen, Aussicht zu haben und das Wetter zu spüren. Egal ob bei einem Zugspitzlauf oder einer Runde über die Isartrails.

Sicherlich ist Trailrunning nicht ausschließlich positiv zu bewerten. Verletzungsrisiko und Überanstrengung sind nicht zu unterschätzen. Wie bei jedem Sport gilt es, auf den eigenen Körper zu hören und es nicht zu übertrieben. Jetzt, wo ich noch nicht wirklich damit angefangen habe, möchte ich mir kein Urteil erlauben. In ein paar Wochen und Monaten weiß ich mehr. Erfahrt in Kürze alles über das richtige Equipment, einen professionellen Trainingsplan und die Grenzen des eigenen Körpers.

Für jetzt heißt es erstmal: Laufschuhe an und ab nach draußen!

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