Top 10 Erkenntnisse Finale Ligure

Unser erstes Mal in Finale Ligure. Für uns Mountainbiker Inbegriff für Enduro, Freeride und Downhill Touren – und dies direkt am Meer. Ein wirklich wahnsinnig schönes Fleckchen Erde. “Finale-Neulinge” sollten jedoch paar Dinge beachten, damit der Radl-Urlaub zu einem tollem Erlebnis wird. Wir haben unsere Top 10 Erkenntnisse zusammen getragen.

#1 GPS einpacken
Ohne GPS geht gar nichts in Finale. Es gibt kaum Wegweiser oder Wanderschilder. Die Trails sind nicht ausgezeichnet. Ohne dieses kleine Gerät findet man NICHTS. Also unbedingt vorab Routen und Tracks auf das GPS laden.

#2 Shuttle Touren (vorab) buchen
Finale hat unheimlich viele Trails unterschiedlichster Art und Schwierigkeitsgrade in petto. Um möglichst viele davon an einem Tag fahren zu können, sollte man ein Shuttle buchen. Am allerbesten vorab und gleich mehrere Touren. Denn diese fallen aufgrund von schlechtem Wetter gerne auch mal kurzfristig aus – ist uns zum Beispiel passiert. Es gibt dann vor Ort kaum noch Möglichkeiten – insbesondere mit einer größeren Gruppe – sich woanders einzubuchen. Wir hatten sehr viel Glück und kamen an unserem letzen Urlaubstag noch in den Genuss der Wild Enduro Tour, welche wir übrigens uneingeschränkt empfehlen können.

#3 Schlechtes Wetter
Regnet es, wird es in Finale schwierig Alternativen zu finden. Es gibt keine Museen, Weingüter oder Olivenölpressen, welche man besuchen könnte. Zumindest haben wir nichts gefunden. Alles dreht sich hier nunmal ums Radeln. Viele Trails sind nur schwer bei Nässe zu befahren (da sehr felsig), manche sind sogar gesperrt, sogar noch am Folgetag. Ist dauerhaft schlechtes Wetter vorausgesagt, sollte man besser ein anderes Reiseziel wählen.

#4 Geeignete Unterkunft buchen
Wir haben uns in ein Agriturismo eingebucht: Hanglage mit grandiosem Blick aufs Meer, ein Garten mit Oliven-, Zitronenbäumen und einem Gockel, wie auch einer Halbpension mit ganz vorzüglichem ligurischen Essen. Bei schlechtem Wetter sieht das Ganze jedoch schon wieder anders aus. Die Gartenbenutzung ist obsolet, das Meer zu kalt und anstatt draußen, nimmt man sein Essen drinnen in einem ggf. nicht ganz so hübschen Raum ein. Einen Schlechtwettertag überbrückt man an einer adretten Hotelbar schon etwas gemütlicher. Auch der Blick von oben auf das Meer erfordert implizit ein bergauf fahren. Möchte man als Abschluss einer anstrengenden Tour noch schweißtreibende 24 Prozent Rampen fahren? Dies ist natürlich jedem selbst überlassen.

#5 Entspannter Dresscode
In Finale gibt man sich lässig: Bike Klamotten, Hoody und Cap trägt man auch in der Stadt. Röcke, Pumps und Handtasche kann Frau getrost zu Hause lassen.

#6 Mit Guide fahren
Ist man mit einem lokalem Guide unterwegs, erübrigt sich das GPS. Er übernimmt die Planung, Essensversorgung und kombiniert geschickt mehrere Trails zu einer abwechslungsreichen Tour. Sehr hilfreich in Finale!

#7 Das MTB Touren Buch
Sehr überraschend: es gibt nur wenig Auswahl für Finale Ligure. Wir hatten den MTB-Führer “Mountainbiken in Finale Ligure: 20 ausgewählte Touren” mit Roadbooks und GPS-Daten von Yoyo Marienfeld dabei. So richtig glücklich wurden wir leider damit nicht: die beschriebenen Trails sind oft sehr kurz und es werden keine Möglichkeiten aufgezeigt diese miteinander sinnvoll zu verbinden. Auch mussten wir viele Trails nach oben schieben – fahren, wie im Führer beschrieben, war unmöglich. Nichtsdestotrotz ist das Buch sehr nett und kurzweilig geschrieben. Auf die GPS Daten kann man sich zu 100% verlassen.

#8 Nicht nach Genua
Wir hatten Regen und uns war langweilig. Mal schnell in einer Stunde nach Genua? Auf keinen Fall! Vor Ort gibt es weder freie Parkplätze, noch ist diese 600.000 Einwohner Hafenstadt schön. Kann man sich definitiv sparen.

#9 Anfahrt am Sonntag
Fahrt nicht Samstag auf Samstag nach Finale. Stop and Go ist vorprogrammiert. Prima lief die Anreise dafür am Sonntag, kein einziger Stau verzögerte die Ankunft trotz Pfingstwochenende. Für eine etwas längere Pause bietet sich ein Zwischenstopp in Lugano an. Ein sehr nettes Schweizer Städtchen direkt am See mit hübschen Kaffees und Stadtpark. Noch ein Tipp fürs Kolonne fahren: Seid ihr mit mehreren Autos unterwegs, nehmt doch mal Walkie Talkies mit. Günstiger als Handy im Ausland, versetzt einen sofort in seine Kindheit zurück und es macht unheimlich viel Spaß die Gespräche anderer Personen auf der gleichen Frequenz mitzubekommen.

#10 Die richtigen Erwartungen
Zu guter Letzt: Setzt eure Erwartungen nicht zu hoch und bleibt im Kopf flexibel. Dann macht einem auch der Schlechtwettertag oder die x-te Schiebepassage Trail aufwärts gar nicht mehr so viel aus. Zur Not: Cappuccino, Spritz und ein Cremino Eis in der Bar Centrale in Finalborgo sind immer eine Lösung.