Top 10 des Hüttenzeitvertreibs.

Starkregen. Hagel. Wind. Gewitter. Heute im allgemeinen Weltuntergangsstimmung. Vorhergesagt für den ganzen Tag. Wir nutzen die Gelegenheit und verbringen einen Tag im gemütlichen Rifugio San Sebastiano am Passo Duran. Aber was tut man einen ganzen Tag lang, ohne Internet, ohne Fernseher, Wellnessbereich, Ausgehmöglichkeit, Casino oder Kulturangebot? Wir haben das einen Tag lang ausprobiert (gezwungenermaßen) und stellen euch nun hier unsere Top 10 der Beschäftigungsmethoden vor.

ESSEN: Was die Speisekarte so hergibt. Vorzugsweise warme Suppe oder Strudel di Mele. Wenns hart auf hart kommt, müssen auch die Panzer Kekse aus dem Care Paket herhalten (an dieser Stelle: Gruß an Matthias)

TRINKEN: Cappuchino ist in Italien immer eine Lösung. Zumindest für die ersten paar Stunden. Danach kann man besonders im Rifugio San Sebastiano wunderbaren Grappa in allen möglichen Geschmacksrichtungen probieren. Unser Favourit bisher: MIRTILLI. Na denn Prost.

SCHLAFEN: Wenn gar nix mehr hilft ins Lager zurückziehen und die Zeit sozusagen ‘überspringen’. Rein in den Hüttenschlafsack und Schotten dicht machen. Joker: für diesen Tag auf ‘Zimmer’ upgraden und so ein bisschen Raum für sich alleine haben.

SPIELEN: Besonders beliebt sind Kartenspiele wie Mau-Mau, Canasta oder Romme. Solange wir nicht Siedler spielen müssen, sind wir bereit in diesen sauren Apfel zu beißen und so die Zeit schneller vergehen zu lassen.

SCHREIBEN: Postkarten, Tagebuch, Blogs, SMS. Man wird mitteilungsbedürftig auch wenns wirklich niemanden interessiert, dass es grad suboptimal ist.

EINHEIMISCHES KULTURGUT: Geschichte der Region, Mundart (ja, wir versuchen Italienisch zu sprechen), Traditionen und Gebräuche einstudieren, Singen, Tanzen und unserem Fall: Tiroler Hüte aus der Deko klauen.

ANBANDELN: Manchmal ist die Verzweiflung groß. Auf Hütten gibt es meist nur den Wirt (mit Frau und Kind) oder andere Wanderer (die Nähe suchen, denen man aber besser aus dem Weg geht). Hin und wieder aber gesellen sich Einheimische auf die Hütten und man kann so den Punkt ‘Einheimisches Kulturgut kennenlernen’ gleich mit abhaken. Unter vollem Körpereinsatz durften wir neulich auf dem Tuxer Joch Haus ‘Ritschie’ kennenlernen, der sogar für uns gejodelt hat.

 TOURENPLANUNG: Wenn man zu viel Zeit hat, kommt man auf blöde Ideen. Taxifahrt nach Belluno, Fahrrad-Verleih (am besten ein Tandem) ab Tarzo, die Tour erweitern (Airberlin fliegt direkt von Venedig nach NewYork) oder den Abstieg mit einem Gleitschirm verkürzen. Wenn das alles nicht klappt, gehen wir morgen einfach zu Fuß weiter.

ROMANTISCH WERDEN: Würde ich (Melli) ja gerne, aber der Mann ist zu Hause. Der offene Kamin ist aber mindestens genauso toll (Barbara)

TRATSCHEN: Nach drei Wochen trauter Zweisamkeit, braucht es neue Themen. Dies sind bevorzugt andere Wanderer, ob auf dem Weg oder Hütte. Ob zu langsam, zu laut, over-equipped oder einfach unsympathisch – wir finden einen Grund etwas ‘objektive’ Kritik zu äußern.

Keine Sorge, das ist noch kein Hüttenkoller. Eigentlich ist es ganz wunderbar hier. Wir wünschen uns nur ein bisschen die Sonne zurück.

(Barbara und Melanie)

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