Unterwegs mit dem Thule Chariot Cross – Ein vielseitiges Lieblingsstück

Wir lieben das Radfahren und demnach war es für uns klar, dass wir auch mit Baby dieser Leidenschaft treu bleiben wollen. Ein Fahrradanhänger bedeutet dabei ein großes Stück Freiheit, denn solange unser Baby noch nicht sitzen kann, kommt ein Fahrradkindersitz noch nicht in Frage. Der Fahrradanhänger Chariot Cross von Thule hat uns diesen Sommer und Herbst zuhause sowie auf unseren Urlauben und Ausflügen begleitet.

Der Thule Chariot – die Qual der Wahl

Die Chariot Reihe von Thule umfasst mehrere Modellvarianten. Im Kern sind die Anhänger / Buggys nahezu gleich, Unterschiede gibt es allein bei Größe und Ausstattung. Dabei gibt es alle Varianten als Ein- und Doppelsitzer:
• Thule Chariot Lite: Das Einstiegsmodell.
• Thule Chariot Cross: Mit verstellbarer Rückenlehne (Liegesitz).
• Thule Chariot Sport: Mit verstellbarer Rückenlehne (Liegesitz), abnehmbaren Seitenfenstern und Scheibenbremse.
• Thule Chariot Cab: Mit verstellbarer Rückenlehne, XL Sitz für größere Kinder und XXL Stauraum.

Da wir den Thule vornehmlich als Fahrradanhänger nutzen und die damit per Hand zu betätigende Bremse für uns obsolet ist, fällt die Wahl auf den Thule Chariot Cross. Zumal unser Baby noch nicht selbständig sitzen kann, war für den Transport im Radanhänger zusätzlich der Babyeinsatz Chariot Infant Sling notwendig (Hinweis: Der Gebrauch der Infant Sling ist laut Hersteller lediglich für den Buggybetrieb zulässig. Wir haben jedoch keine Probleme beim (gemäßigten!) Radeln gehabt.)

Aufbau – und Abbau

Der erstmalige Zusammenbau unseres Thule ist einfach und intuitiv, da die Einzelteile vornehmlich durch Stecken und Einklicken verbunden werden.
1. Verriegelung lösen und Buggy aufklappen
2. Griff anschrauben (zwei Inbus-Schrauben anziehen)
3. Hinterräder ansetzen und einrasten (dabei die blauen Kappen drücken)
4. Vorderräder ansetzen und einrasten
5. Luftreifen aufpumpen

Einzig all die Abreißsicherung zur Befestigung am Fahrradanhänger war etwas friemelig. Hier wären normale Karabiner deutlich komfortabler.
Der Fahrradanhänger lässt sich genauso schnell und unkompliziert wieder zusammenlegen. Zusammengeklappt passt der Chariot Cross in unseren MINI Clubman, dürfte jedoch keinen Zentimeter größer sein.

Was ist drin und dran

Im Lieferumfang sind das Buggy- und Fahrradset enthalten. Das Jogging und Skilanglauf Set sind Sonderausstattung und müssen separat gekauft werden. Genauso wie die Thule Chariot Infant Sling (für Kinder von 1 bis 10 Monaten) und die gepolsterten Seiten- und Kopfstützen (für Kinder von 6 bis 8 Monaten). Gut zu wissen: Wollt ihr den Fahrradanhänger an ein Rad mit Steckachse befestigen, muss eine gesonderte Steckachse von Thule gekauft werden. Es gibt mehrere unterschiedliche Ausführungen (Durchmesser und Länge). Und ganz billig sind die Achsen bedauerlicherweise auch nicht. Wenn ihr also ein Fully euer Eigen nennt, müsst ihr hier noch mit ein paar Zusatzkosten rechnen. A propos Fully: Ein Fachhändler wies uns darauf hin, dass die ständigen Scherkräfte eines Fahrradanhängers auf Dauer die Lager des Hinterbaus eines vollgefederten Rades beschädigen könnten. Wir gehen hier aber bewusst das Risiko ein. Sollten die Lager tatsächlich irgendwann ausgeschlagen sein, kann man diese zur Not auch austauschen. Das kostet auch nicht die Welt.

Das Buggy- und Fahrradset
Wird der Thule Chariot Cross im Buggymodus verwendet, werden zu den großen Hinterrädern noch zwei einfache kleine Vorderräder eingesteckt. Für den Umbau in den Fahrradmodus wird die Deichsel zum Einhängen in die Anhängerkupplung ebenfalls nur eingesteckt und zusätzlich mit einem Sicherheitsriemen befestigt. Die Buggyräder können im Fahrradmodus nach oben gerichtet eingesteckt und so mitgeführt werden. Andersherum kann auch die Deichsel seitlich im Buggymodus befestigt werden. Damit ist, egal ob Buggy oder Radmodus, alles kompakt verstaut und dennoch gleich zur Hand.

Das Lichtpaket
Für Deutschland wird zusätzlich ein spezielles Lichtpaket mit ausgeliefert. Hierfür können die bereits an die hintere Tasche angebrachten kleinen Rückstrahler abmontiert und die größeren neuen angebracht werden. Zusätzlich ist eine batteriebetriebene Rückleuchte dabei.

Der 5-Punkt-Gurt
Der Chariot Cross hat einen 5-Punkt-Gurt, welcher sowohl in der Höhe als auch in der Weite einzustellen ist. Gurte und Sitz sind gepolstert. Bei uns, wie bereits erwähnt, kam die Chariot Infant Sling zum Einsatz (geeignet ab einem Alter von 1 Monat), in welcher das Kind auch mittels 5-Punkt-Gurt angeschnallt wird. Mittels Metallhaken wird diese Art „Hängematte“ in den Anhänger an den vorbereiteten Ösen eingehängt und mit zwei Zugbändern festgezurrt. Durch die Aufhängung im Anhänger gibt die Liegefläche je nach Bewegung nach, sodass eine zusätzliche Federung für die ganz Kleinen gegeben ist. Die Seiten- und Fußteile der Sling sind weich gepolstert und geben guten Halt. Auch der Gurt der Infant Sling kann in der Höhe und Weite verstellt werden und ist gepolstert. Beim Zusammenklappen des Chariot Cross kann die Infant Sling eingebaut bleiben.

Die Rückenlehne
Die Rückenlehne kann mit einem Handgriff von außen von einer aufrechten Position in eine leichte Liegeposition geklappt werden.

Die Federung
Die beidseitige Blattfederung kann, je nach Gewicht des Kindes, individuell eingestellt werden. Für unseren kleinen Sohn, welcher bereits mit drei Monaten im Thule saß, haben wir die weichste Federung gewählt.

Die Taschen
Zusätzlich zu einem an der Rückenlehne angebrachtem Gepäcknetz gibt es unterhalb des Griffs noch eine Tasche, welche viel Stauraum bietet: Wickeltasche, Spielzeug, Proviant und Getränke für Groß und Klein – alles findet seinen Platz und ist schnell griffbereit. Für mehr Beinfreiheit oder bei Nichtgebrauch kann diese – auch mit leichter Befüllung – ganz leicht nach oben geklappt werden. Im Inneren des Thule befinden sich zwei kleine Seitentaschen. Schnuller, Spucktuch oder kleines Spielzeug ist hier schnell verstaut.

Der Insekten, Sonnen und Regenschutz
Wir sind den Fahrradanhänger immer geschlossen gefahren. Dabei schützt ein herunter ziehbarer Gitterstoff vor Insekten und gröberem Schmutz, welcher beim Radfahren aufgewirbelt wird. Bei Sonnenschein, kann eine Blende aus grauem Stoff nach unten gezogen werden. Ein ausrollbarer transparenter Kunststoff dient als Regenschutz, welcher wiederum komplett abnehmbar ist.

Lieber draußen mit dem Chariot Cross…

… als Kinderwagen
Dank der Buggy-Räder wird der Chariot in der Stadt zu einem wendigen Kinderwagen. Er passt in Fahrstühle (außer in diese Mini Altbau Varianten, zumindest wenn man mitfahren möchte), auf die Rolltreppe und in die U-Bahn – auch wenn er etwas breiter ist als ein regulärer Buggy. Er federt Kopfsteinpflaster mit seinen großen luftgefüllten Rädern einwandfrei weg und ist dank dem geringen Gewicht unkompliziert über Treppenstufen oder Bordsteine manövriert. Der Schiebebügel liegt angenehm in der Hand und ist in der Höhe verstellbar – besonders praktisch, wenn der Wagen von unterschiedlich großen Personen geschoben wird. Durch sein geringes Gewicht und den hohen Fahr- bzw. Schiebekampfort macht er unserem „normalen“ Kinderwagen immer mehr Konkurrenz.

… als Fahrradanhänger
Zumeist sind wir mit dem Thule Chariot Cross mit dem Mountainbike unterwegs. Dank der luftgefüllten Räder läuft der Anhänger ruhig über Forststraßen und sorgt dank einstellbarer Blattfederung, welche auf das Gewicht des kleinen Passagiers eingestellt werden kann, für eine komfortable Ausfahrt. Auch flache Bordsteine, wenn man sie im 90 Grad Winkel anfährt, meistert der Anhänger. Für echte Mountainbiketouren mit trailigen Abfahrten ist der Thule allerdings nicht geeignet. Hier kommen die Blattfedern doch recht schnell an ihre Grenzen, so dass eventuelle Erschütterungen zu stark an die wertvolle Fracht weitergegeben werden.
Auf Fahrradwegen, Straßen und Forststraßen fühlt man sich mit dem Thule allerdings sehr wohl. Auf flachen Wegen nimmt man das Mehrgewicht im Fahrverhalten kaum wahr. Zumal der Anhänger erstaunlich wendig ist. Eine gewisse Eingewöhnung, speziell in engen Kurven, ist allerdings von Nöten. Aber danach kann man mit dem Anhänger fast genau so schnell und wenig unterwegs sein, wie ohne.
Steigungen in 2-stellige Prozentbereich werden allerdings schnell zu einer echten Trainingseinheit. Über 20 Kilogramm Mehrgewicht (12,79 Kilogramm für den Anhänger + Kind + Gepäck) spürt man dann schon ordentlich. Für längere Touren, wie in Südtirol, haben wir uns aus diesem Grund ein E-Bike ausgeliehen, was die Fahrt sehr angenehm gemacht hat. Gut trainierte Mountainbiker schaffen das aber bestimmt auch mit reiner Muskelkraft.

Unser Fazit

Als sportliche und Outdoor orientierte Familie haben wir unseren Thule Chariot schätzen gelernt, denn er schenkt uns diesbezüglich viel Freiraum. Zuhause wie auch im Urlaub, können wir mit dem Wagen gemeinsam mit unserem Kleinsten Radausflüge unternehmen aber auch in der Stadt komfortabel unterwegs sein. Es braucht also nur ein “Gerät” für alle Aktivitäten. Wetterschutz, Mückennetz und Sonnensegel sind bereits mit an Bord – schade ist allein, dass die Sonnenblende nicht an das kleine Dach oberhalb des Kopfes angebracht und damit nahtlos Schatten gespendet werden kann. Den Kleinen sollte man demnach bei schönem Wetter einen Sonnenhut oder Mütze aufsetzen. Gut für uns Städter: Der Thule passt durch all unsere Wohnungstüren wie auch Aufzug und kann zusammengeklappt platzsparend auf dem Balkon untergebracht werden. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der Thule Chariot Cross ein wohl durchdachter wie auch qualitativ hochwertiger Fahrradanhänger ist. Ein Lieblingsstück, welches wir insbesondere beim Radeln nicht mehr missen wollen.

Willst du auch ein neues Lieblingsstück?

Hier findet ihr alle aktuellen Thule Multisport und Fahrradanhänger wie auch das passende Zubehör.

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R E K L A M E
Thule war so freundlich uns diese Produkte zum Test zu überlassen.
Alles was wir schreiben beruht auf eigenen Erfahrungen und Meinungen.