Teneriffa: Lavahöhle trifft Gipfelstürmer

Team-Workshop mit der Firma. Bilder von grauen Tagungshotels, fensterlosen Meetingräumen, schlechter Luft und nicht enden wollender Essenszufuhr mit Butterbrezen, süßem Kuchen und dünnem Filterkaffee schießen einem durch den Kopf. Aber nicht diesmal! Ganz im Sinne des lieber draußen Konzepts, geht es für das sieben-köpfige Team auf die Kanareninsel Teneriffa. Dabei haben wir überraschend viel landschaftlich Schönes entdeckt. Insbesondere die Cueva del Viento und der El Teide haben es uns angetan.

Einmal Höhlenforscher

In Teneriffas Norden liegt die längste Lavahöhle Europas, die Cueva del Viento. Sie entstand vor rund 27.000 Jahren aus Basaltlava der ersten Ausbruchsphase des Vulkans Pico Viejo. Die Höhle bei Icod de los Vinos ist heute für Forscher und Besucher gleichermaßen Sehenswürdigkeit und Herausforderung. Das Höhlensystem ist mit 17 bisher erschlossenen Kilometern die weltweit fünftgrößte Lavahöhle. Lediglich das Höhlensystemen auf Hawaii ist größer. Dabei besteht die Vulkanröhre aus einem gewaltigen, netzartigen Labyrinth unterirdischer Gänge. Zahllose Verzweigungen sind noch unerforscht und deuten auf eine beachtliche Erweiterung des Höhlenkomplexes hin. Das in der Cueva del Viento befindliche Ökosystem ist äußerst empfindlich. Bei beständigen Temperaturen zwischen zwölf und vierzehn Grad, 100% Luftfeuchtigkeit sowie völliger Dunkelheit, genügen schon vier tägliche Führungen mit begrenzter Besucheranzahl, um den Lebensraum so sehr zu verändern, dass Flora und Fauna aussterben. Aus diesem Grund gab die Regierung auch nur einen kleinen Teil des Tunnelsystems für Führungen frei. Der Name Cueva del Viento ist übrigens rein praktisch gewählt. Im Inneren des Höhlensystems herrscht eine Art Kamineffekt. Die sieben bisher entdeckten Einstiege lassen den Wind so durch die Gänge pfeifen, dass die Einheimischen ihr den Namen „Höhle des Windes“ gaben.

Tipp für Abenteurer

Neben den regulären Touren, wird auf Nachfrage maximal einmal die Woche eine “Spezial Höhlenforschertour” durch die Lavatunnel unter der Leitung von Alfredo Fernando angeboten. Diese dauert rund vier bis fünf Stunden und ist etwas körperlich herausfordernder aber auch lehrreicher als die Standard Tour. Mit viel Herzblut erzählt Alfredo Fernando von den tierischen Höhlenbewohnern, der Entstehungsgeschichte der Cueva del Viento und seinen vergangenen Höhlen Expeditionen zusammen mit seinem Sohn. Da es auch mal auf allen vieren durch schmale Tunnel geht, braucht es eine ordentliche Schutzbekleidung. Die bereitgestellte Ausrüstung besteht aus Blaumann (T-Shirt und kurze Hose darunter sind ausreichend), Helm mit Stirnlampe, Knie und Ellbogen Protektoren wie auch Handschuhen. Personen mit Platzangst oder Knieproblemen sollten jedoch auf diese Tour verzichten. Weitere Informationen findet ihr hier.

Nationalpark El Teide

Der Nationalpark, seit 2007 Unesco Weltkulturerbe, ist zweifelsohne die größte Sehenswürdigkeit Teneriffas. Gründe für diese Auszeichnung gibt es zu genüge. Die augenscheinlichste ist die spektakuläre Vulkanlandschaft. Auf rund 19.000 Hektar, der Park ist damit der größte und älteste Nationalpark der Kanarischen Inseln, erstreckt sich eine Lavalandschaft aus schwarz, grün und rot glitzerndem Geröll, welches nur durch Silber anmutendes Buschwerk unterbrochen wird. Allein die Anfahrt Richtung Spanien’s höchstem Berg, dem Teide (3718 Meter), ist beeindruckend. In Serpentinen windet sich eine Straße stetig nach oben, wobei der aufmerksame Beobachter bemerken wird, dass sich die Landschaft alle viertel Stunde ändert: dichter Wald gefolgt von lichtem Buschwerk und letztendlich braunem Lavagestein. Und mittendrin durchbricht man auf 2000 Höhenmetern die Wolkengrenze und blickt auf unendliche rötlich schimmernde Weiten. Eine Tour durch das Gebiet – selbst im Auto – ist ein einzigartiges Erlebnis. Am besten lernt man sie kennen, indem man auf einer Straße hinauffährt und auf der anderen wieder hinab.

Besteigung des Vulkans El Teide

Startpunkt ist am Parkplatz an der TF-21. Der Aufstieg zum Gipfel beträgt vier Stunden. Inklusive der Pausen und den Rückmarsch eingeschlossen ist man gut acht Stunden unterwegs. Wasser, Verpflegung, Sonnenbrille und -Creme sind in jedem Fall mitzunehmen. Bezüglich Kleidung ist das Zwiebelprinzip empfehlenswert, also viele dünne atmungsaktive Lagen anstatt einer dicken Jacke. Auch wenn es am Fuße des Berges warm ist, an einigen Abschnitten der Strecke, insbesondere am Gipfel, pfeift ein starker Wind. Ganz oben kann es zudem empfindlich kalt werden. Um das letzte Stück zum Gipfel absolvieren zu können, es sind gut 170 Höhenmeter, benötigt man eine Genehmigung, ein sogenanntes Permit, von der örtlichen Parkverwaltung. Diese gilt nur bei ausreichend guter Wetterlage.

Permit für Gipfelstürmer

In der Hochsaison sollten die Permits für den Teide ausreichend früh beantragt werden. Es ist ratsam, die Genehmigung je nach Jahreszeit ein bis zwei Monate vorher einzuholen. Das Permit ist kostenlos und nur für den ausgewählten Tag gültig. Wir waren im März beispielsweise mit vier Wochen vorab zu spät dran und mussten daher auf die Besteigung verzichten. Wenn man sieht, wie viele Bustouristen per Seilbahn in eine Höhe von 3.555 Metern hochgegondelt werden, ist es absolut richtig, dass man nicht jeden Flip-Flop und Pumps Träger auf den Gipfel lässt. Die Begrenzung ist sowohl Umweltschutz, als auch Selbstschutz für Menschen, die den Anstieg auf den Gipfel falsch einschätzen. Wer etwas weniger Trubel sucht, dem empfehlen wir mit dem Auto von der Bergstation wieder ein paar Höhenmeter bergab zu fahren. Zahlreiche Parkbuchten bieten direkten Zugang zum umliegenden Gebiet, in welchem man ganz wunderbar stundenlang durch versteinerte Lavafelder wandeln kann.

Ausrüstung: Achtet auf solides Schuhwerk!

Wer auf Teneriffa wandern möchte, braucht keine steigeisenfesten Bergstiefel. Besser ist es leichte, atmungsaktive Wanderschuhe in die Reisetasche zu packen, um dem sandigem Untergrund und scharfkantigen groben Lavablöcken zu trotzen. Ein empfehlenswerte Allzweckwaffe ist hier der Multisportschuh Moab FST GTX von Merrell. Das Leder- und Meshmaterial des Wanderschuhs transportiert Feuchtigkeit von innen nach außen und sorgt für angenehm trockene Füße. Eine GORE-TEX Membran macht den Moab zusätzlich winddicht. Da auf Teneriffa stetig ein Lüftchen weht, ist dies insbesondere bei längeren Wandertouren sehr angenehm. Praktisch: Der Geröllschutz im vorderen Bereich des Schuhs gibt Schutz vor ungeplanten Zusammenstößen mit groben Geröll und (Lava-)Steinen. Die Vibramsohle sorgt für guten Halt auf unebenen Untergrund und auch kurze Kletterpartien sind ohne weiteres möglich. Uns gefällt das schlichte zurückhaltende Design, denn so lassen sich die Schuhe auch prima in den Alltag integrieren.


Produkttest. Das Testmaterial wurde von Merrell bereit gestellt.