Pretty in pink

Die letzten sechs Jahre hat mir mein Wanderrucksack gute Dienste geleistet: ob Tagesausflug oder einwöchige Hochtour. Wir haben zusammengepasst. Nun sechs Wochen München – Venedig. Die 35 Liter Packvolumen meines Deuter Rucksacks werden voll ausgekostet – die Reduzierung auf das Wesentliche hat oberste Priorität. Da fangen leider die ersten Probleme an.

EIN NEUER MUSS HER

Aufgrund des  – eigentlich sehr praktischen – Rückenbelüftungssystems zieht der Rucksack bei Maximalbeladung (:-)) nach hinten, der Rücken erweist sich nun doch als etwas zu lang und der Hüftgurt lässt sich nicht mehr eng genug stellen. Ungünstig, wenn sich dies erst auf der Tour heraus kristallisiert. Das ist wie gemeinsam in den lang ersehnten Badeurlaub fahren und merken, dass der Andere gar kein Strand mag. Kurzum: ein Neuer (Rucksack) muss her.

ANPROBE

Wir sind in Innsbruck, tingeln durch Sportgeschäfte. Ich probiere aberwitzig viele Rucksäcke an – immer mit 13kg Originalgewicht und stets begleitet von einem leichten Kopfschütteln des Verkäufers (“Warum muss man nur soviel Gepäck dabei haben?!”). Simuliert wird das Ganze durch drei hochalpine Wanderschuhe und zwei massive Klettergriffe. Genau EIN Rucksack passt. Ein Damenmodell in pink. Mir scheint, als ob man als etwas kleinere, zierliche Frau von der Rucksackindustrie ausgegrenzt wird: kaum Auswahl und, sagen wir, nur liebliche Farben. Pink it and shrink it? Ich mag pink, jedoch in Maßen und kleinflächig. Nichtsdestotrotz, der Rucksack von McKinley überzeugt am Ende des Tages durch Passform, ausreichend Einstellungsriemen, perfektem Packvolumen (34 + 8 Liter), vielen praktische Fächern und integrierter Regenhülle. Der Neue begleitet mich nun seit einigen Etappen und passt einfach. Pink is beautiful. (Melli)