Vom Dranbleiben und neuen Leidenschaften

Was spornt uns eigentlich an? Verleiht uns Flügel, sei es im Sport, Job oder Privatleben? Ruhm? Ehre? Anerkennung? Ausbruch aus dem geregeltem Alltag? Die Beweggründe sind wohl ganz individuell und persönlich.

Meine aktuelle persönliche Herausforderung bestand bis dato aus Stürzen, Durchhängern, Zweifeln, Sinnkrisen. Dann noch ein Raddiebstahl aus dem eigenen Keller. Es hätte genügend Gründe gegeben das Mountainbiken an den Nagel zu hängen. Habe ich aber nicht. Warum eigentlich?
Diese Frage stellte mir vor kurzem mein Mann, der die Höhen und Tiefen meines sportlichen Treibens hautnah mitverfolgen konnte. Mir die Knie verbunden und mich aufgeheitert hat, wenn ich wieder an einer schwierigen (aber fahrbaren!) Stelle vom Rad abgestiegen bin. Ein Erklärungsansatz.

Herausforderung XL?

Wer kennt es nicht, die guten Vorsätze, wie etwa: “Dieses Jahr laufe ich den Halbmarathon, lerne nochmal richtig Spanisch, trainiere für den Sixpack”. Manches zieht man durch, ist motiviert, manch anderes Thema verschwindet im Nirvana oder wird über Jahre hinweg zur Dauerschallplatte, bis man selber nicht mehr daran glaubt. Was macht hier den feinen Unterschied? Ein Grund könnte in dem Maß der Herausforderung liegen: sie muss einen fordern, aber nicht überfordern. Es muss etwas sein, in das man Energie, sei es in Form von Zeit, Geld oder Körperkraft, stecken muss. Es darf einem nicht zufliegen, aber auch nicht desillusionieren. Ja, und wenn es diese Balance gibt, dann bleiben wir dran: trainieren, üben und priorisieren bis wir es von München nach Venedig schaffen. This is where the magic happens!

Ein Freund, ein guter Freund.

“Ohne meinen Freund, Partner, Familie hätte ich es nicht geschafft.” Vielleicht klingt dies etwas abgedroschen, trifft den Kern aber doch sehr gut. Man braucht sie, die Verbündeten, Wegbegleiter, Förderer und Mitkämpfer. Natürlich gibt es auch Menschen, die all dies ganz allein schaffen – mit unermesslichem Selbstantrieb und -bewusstsein. Der Gros von uns benötigt jedoch Unterstützung, sei es Form von Verständnis und auch mal einen Tritt in den Arsch.

Neugierde trifft auf Vorfreude

Lust auf etwas Neues, Unbekanntes braucht es. Neugierde, sich auf einem neuen Terrain zu bewegen. Neugierde auf das, was man erreichen könnte. Und je nach Maß der Herausforderung, kommt ab einem gewissen Zeitpunkt die Vorfreude dazu. Wenn man merkt, das da etwa geht. Wenn man an den Augenblick in der Zukunft denkt, an welchem man sein Ziel erreicht haben wird: durch das Ziel läuft, den Trail fährt oder das Projekt erfolgreich abschließt.

Ich bin so schön und auch so toll.

Anerkennung und Lob. Ein “Super gemacht”, “saugut” oder “das könnte ich nicht” – für wen ist das kein Balsam für die Seele?! Natürlich freut man sich seiner selbst Willen, weiß man um seine eigene Leistung. Kommt aber von außen etwas Positives zurück, hebt dies (gefühlt) die eigene Leistung ein Treppchen höher. Und dieser Moment ist prima. Sei es nun der imaginäre Klopfer auf die eigene Schulter oder das anerkennende Wort aus dem Umfeld.

Persönliches Fazit

Warum ist es nun beim Mountainbiken geblieben? Zum Einen fasziniert mich der Zusammenhalt in der Freeride Szene. Egal ob Pro oder Anfänger, alle powern sich tagsüber im Bikepark aus und abends werden gemeinsam die kniffligen Stellen analysiert, man erzählt von Aha- oder Oje-Erlebnissen und lässt den Tag ausklingen. Zum Anderen gibt es für mich keine bessere Belohnung, als das großartige Gefühl etwas geschafft zu haben. Nach langer Durstrecke auf einmal mit Spaß bei der Sache zu sein. Und dann gibt es noch die Sache mit dem Equipment. Neue Leidenschaften erfordern neue Lieblingsstücke! Wenn das mal kein Ansporn ist ;-).

 

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