Mit dem Camper unterwegs: Blogger Interview mit Kathy und Peter von Outdoorpashionists

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Diesen Mai steht der große Roadtrip an die USA Westküste an. Das erste Mal mit Kind, Wohnmobil und für so einen langen Zeitraum unterwegs zu sein – ein großes Abenteuer mit so einigen Unbekannten! Um ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen und um nicht alle Anfänger Fehler zu machen, haben wir uns mit Kathy und Peter – ihres Zeichen Blogger, Outdoor Liebhaber, begeisterte Camper und stolze Eltern von Nora und Jakob – unterhalten.

Hi Kathy und Peter, schön euch beide kennen zulernen! Ich folge eurem Blog „Outdoorpashionists“ bereits eine Weile und freue mich, insbesondere als frischgebackene Mama, von euren Outdoor Abenteuern mit den beiden Kids zu lesen. Schön zu sehen, dass auch mit den Kleinen „outdoor“ noch so einiges möglich ist!
Ein zentrales Thema auf eurem Blog ist das Camping. Wir denken sofort an große Outdoor Abenteuer, Unabhängigkeit und Freiheit. Was bedeutet Camping für euch und wie kam es zu eurer Camper Liebe?

Unabhängigkeit und Freiheit trifft es schon ganz gut. Auf Campingplätzen stellen sich diese Gefühle bei uns allerdings nur bedingt ein. Aus diesem Grund haben wir uns vor ca. einem Jahr von unserem geliebten VW-Bus getrennt und uns stattdessen ein etwas größeres Gefährt, nämlich einen Pickup-Camper zugelegt, mit dem wir auch zu viert ohne ewiges Rumgeräume Sommer wie Winter autark stehen können. Wenn man mit Kindern unterwegs ist, sind es weniger die großen Outdoor Abenteuer, die das Campen ausmachen. Da reichen auch schon kleine Abenteuer, wie z.B. an Silvester mit dem Camper irgendwo im Schnee zu stehen, mit Fackeln und Wunderkerzen vor dem Camper ein „Kindersilvester“ zu feiern und um 12 aus dem Camperfenster heraus das Feuerwerk zu bestaunen.
Unser Camper Liebe ist bei uns beiden schon in früher Kindheit entstanden:
Kathy war mit ihren Eltern zunächst viel im Campingbus und später im Zelt unterwegs und Peters Vater hatte jahrelang Zeltlager organisiert, wodurch Peter auch von klein auf das Leben draußen genießen konnte.

Wir sind diesen Sommer zwei Monate mit dem Wohnmobil durch den Westen der USA und die dortigen Nationalparks unterwegs. Dabei sind wir das erste Mal mit dem Camper und Kleinkind auf Tour. Was ratet ihr Newbees wie uns?

Das wichtigste ist aus unserer Sicht, dass man für alles viel mehr Zeit einplant. Und man sollte sich vorab nicht zu sehr festlegen, was Routen, Tagesetappen und Zwischenziele angeht, sondern das Kind den Reiserhythmus bestimmen lassen. Das bedeutet zwar oftmals ein Umdenken, aber macht das Reisen für alle Beteiligten entspannter. Klar wäre es schön, die Mittagspause mit einem Picknick an dem tollen See zu verbringen. Aber wenn das Kind eine halbe Stunde vor der Ankunft dort Hunger hat oder partout keine Lust mehr, im Autositz zu sitzen, ist es manchmal besser, die Mittagspause stattdessen an der wenig einladenden Autobahnraststätte zu machen, anstatt eine halbe Stunde mit einem brüllenden Kind durch die Gegend zu fahren, um dann völligst genervt an dem tollen See zu picknicken.

Eure beiden Kids sind bei euren Camping Abenteuern immer mit dabei. Was ist das Besondere für euch daran?

Wir genießen es einfach, beim Campen viel Zeit als Familie in der Natur zu verbringen, einerseits auf engstem Raum und nur mit dem Nötigsten und gleichzeitig mit den unbegrenzten Möglichkeiten, die einem das „Vanlife“ bietet. Und es macht uns total glücklich zu sehen, wie sehr den Kindern ein solches „Simple Life“ zusagt. Wenn wir ein paar Wochen nicht mit unserem Camper unterwegs waren, fragen sie schon immer, wann wir endlich wieder mit unserem Bimi wegfahren. Sobald wir unterwegs sind, streiten sie viel weniger als zuhause und sind zufrieden mit dem bisschen Spielzeug, das wir dabei haben. Stattdessen wird alles Mögliche, was sich so findet, zu Spielzeug und sie lernen auch einen bewussteren Umgang mit Ressourcen, wenn sie z.B. feststellen, dass Wasser nichts ist, das einem unbegrenzt zur Verfügung steht.

Was denkt ihr sind die größten Herausforderungen beim Campen (mit Kindern) und wie geht ihr damit um?

Campen mit kleinen Kindern ist eigentlich nichts, bei dem man sich vom stressigen Alltag zuhause erholen kann. Ein Großteil dessen, was zuhause erledigt werden muss, fällt beim Campen auch an und nimmt in der Regel noch mehr Zeit in Anspruch, sei es Abspülen, Kochen oder Wäschewaschen. Je nach Alter der Kinder kann das „Abhängen“ vor dem Camper auch unentspannt sein, wenn sie z.B. gerade in dem Alter sind, in dem sie sich alles in den Mund stecken oder wenn sie schon krabbeln bzw. gerade zu laufen beginnen und man in der Nähe von Wasser oder in der Nähe eines Abhangs steht. Und dass die Kinder wie zuhause um 7 Uhr einschlafen und man dann zumindest einen entspannten Abend hat, kann man auch oft knicken, wenn es für die Kinder zu hell, zu warm, zu laut oder einfach zu aufregend ist, um einzuschlafen.
Aber wenn man das Campen mit Kindern nicht romantisiert, sondern sich davor bewusst macht, dass es zwar ein tolles Erlebnis ist, aber oftmals auch verdammt anstrengend, kann man es durchaus genießen.

Was darf aus eurer Sicht bei keinem Camping Roadtrip fehlen? Was sollte unbedingt auf die Packliste?

Nicht mehr missen wollen wir unsere genialen „Pillow Blankets von Voited“, da sie einfach äußerst vielseitig einsetzbar sind: Als Schlafsack, Decke oder „Pärchendecke“ im Camper, als Poncho an kühleren Abenden vor dem Camper, als Kissen, als Picknickdecke oder als Decke für die Kinder im Fahrradanhänger.
Immer mit dabei ist mittlerweile auch unser Campingbackofen von Omnia. Mit dem Ding, das ähnlich aussieht wie eine Guglhupf-Backform, lassen sich auf dem Gaskocher alle möglichen leckeren Ofengerichte zubereiten, von Pizza über Quiche bis hin Brot und Kuchen.
Und ganz wichtig: eine Hängematte. Darin entspannt ein Buch zu lesen, ist zwar mit kleinen Kindern eher nicht mehr drin, aber sie ist bestens geeignet zum fünfminütigen „Powerchillen“. Und kleine Kinder lassen sich damit hervorragend in den Schlaf schaukeln, wenn das ganze Drumherum zu aufregend ist, um an Schlafen zu denken.

Euer schönstes Camping Erlebnis?

Da gibt‘s einige… in Erinnerung behalten wir auf jeden Fall unsere Nacht im Zelt beim Herzogstand-Pavillon in der letzten Silvesternacht, die wir noch zu zweit verbracht haben. Ein Jahr später haben wir Silvester dann mit unserer 2 Wochen alten Tochter wieder in der Gegend verbracht, diesmal allerdings am Fuße des Herzogstands im VW-Bus mit Standheizung…

Beim Campen heißt es selber kochen. Verratet ihr uns euer Camping Lieblingsrezept?

Unser Camping Lieblingsrezept ist recht simpel und stammt noch aus der Zeit, in der wir nur zu zweit und sehr basic, d.h. mit Zweimannzelt (oder nur Auto), 10l Wassersack und einflammigem Kocher unterwegs waren: Pasta Putzu Idu, benannt nach dem Ort der Entstehung, einem kleinen Ort auf der Sinis Halbinsel in Sardinien. Dort waren wir in unserem allerersten gemeinsamen Urlaub zum Surfen. Man nehme dafür alles, was man gerade an Gemüse da hat (Karotten, Auberginen, Zucchini, Tomaten…), brate bzw. dünste es im Topf, vermische es mit einem Glas Pesto Calabrese und serviere es mit Nudeln.

Zu guter Letzt: Hegt ihr einen innigen Camping Traum, den ihr unbedingt einmal realisieren wollt?

Oh ja. Den hegen wir schon seit einiger Zeit. Und mittlerweile ist dessen Realisierung gar nicht mehr in allzu weiter Ferne. Noch ist’s nicht offiziell, von daher können wir hier zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr verraten. Aber demnächst werden wir auf unserem Blog von unserem Vorhaben berichten.

Ich danke euch für das Interview!

Ihr wollt mehr über Kathy und Peter erfahren? Schaut doch mal auf ihrem Blog Outdoorpashionists vorbei.