Melanie’s Liebling #9: Schneeschuh Fimbulvetr Hikr

Selten hat ein Testprodukt so viel Kontroverse bereits im Vorfeld ausgelöst: “Was ist DAS denn? Damit kommt man doch keine zehn Meter! Maximal 50 Euro würde ich dafür ausgeben….Nein, sowas….” Anders sieht er aus, der Schneeschuh Fimbulvetr Hikr: breit, durchlöchert, in einer Knallfarbe und aus Kunststoff. Mit dem Hightech Gerät aus Norwegen ging es für uns auf Schneeschuhtour im Val Müstair auf 2.700 Meter, über Eis, Stein und Tiefschneehänge.

Innovation made in Norwegen

Es waren einmal zwei skandinavische Winter Enthusiasten, die mit den konventionellen Schneeschuhen nicht zufrieden waren. Die aktuellen Modelle boten nur bedingt Bewegungsfreiheit, Einzelteile waren für Verschleiß anfällig, man hatte schlichtweg ein Fremdkörper Gefühl am Fuß. Der Entschluss war schnell gefasst: eine neue Generation von Schneeschuh musste her. Zusammen mit der norwegischen Armee entwickelten die Jungs über Jahre hinweg nun einen Schneeschuh ganz nach ihren Anforderungen: Robust, ergonomisch, eine geringe Schadstoffbelastung und Materialverbrauch, möglichst wenig Gewicht und eine Verarbeitung so weniger Einzelteile wie möglich waren die Kriterien. Die Geburtsstunde des Fimbulvetr Hikr.

Ausstattung

Herzstück des Schneeschuhs ist das patentierte AllDirectionHingeTM, ein Gelenk aus thermoplastischen Material, welches Bewegungen in alle Richtungen zulässt. Es verteilt eintreffenden Kräfte gleichmäßig und soll so das Aufsteigen, Queren und Absteigen angenehmer gestalten.

Die dreidimensionale Wabenstruktur sorgt für einen maximalen Auftrieb als auch Halt und verhindert das Ansammeln von Schnee auf dem Schuh. Das extrem robuste Material des Schneeschuhs, das sog. DuPontTM Hytrel®, wird heute auch oft in Automotoren und Stossdämpfern verwendet. Es erlaubt Millionen von Belastungen selbst in extrem kalten Bedingungen.

Die flexible B4TM Bindung, das FenrisTM Steigeisen aus Edelstahl und die einstellbare Steighilfe, vervollständigen den Hikr, welcher aus nur 17 Einzelteilen inklusive Bindung und Schrauben gefertigt und dabei zu 100% recycelbar ist.

Der Hikr im Einsatz

Im Vergleich zu anderen Schneeschuhen gestaltet sich das Anziehen der Schneeschuhe mit der B4 Bindung sehr einfach und komfortabel. Die Bindung, bestehend aus drei Riemen, welche alle miteinander verbunden sind, lässt sich sehr gut an den Bergstiefel anpassen. Der Schuh bleibt aufgrund der Noppen unter den Sohlen während der gesamten Wanderung an Ort und Stelle. Kein Rutschen, keine sich öffnenden Schnallen oder Kunststoffriemen. Man sollte jedoch keine Bergschuhe kleiner als Größe 37 haben, da sich die Bindung dann nicht mehr fest genug zurren lässt. Die große Auflagefläche des Hikr verhindert gut das Einsinken im Schnee, es zeigen sich jedoch Schwächen bei steilen Anstiegen im Tiefschnee und bei der Traktion beim Queren. Hier rutschen die Schneeschuhe doch etwas leichter ab als manch anderer Aluminium Schneeschuh mit aggressiverer Zahnung. Prima dagegen ist der Halt auf Eis und Fels, welcher schonmal bei geringer Schneedecke durchblitzen kann. Durch den flexiblen Kunststoff passen sich die Hikr einem harten Untergrund ganz leicht an. Die Schneeschuhe werden vom Hersteller als besonders leicht beschrieben. Können wir nur bedingt bestätigen, denn unsere Vergleichsschuhe aus Aluminium wiegen weniger. Leichter als manch anderes Modell vergleichbarer Größe sind die Hikr dennoch allemal.

Unser Fazit

Der Hikr ist wunderbar für leichte Wanderungen und Trekkingtouren geeignet. Wird das Gelände steiler, ist man jedoch mit Schneeschuhen mit mehr Zahnung, insbesondere am Aussenrahmen und an der Front, als auch einer höheren Steighilfe besser beraten. Die schöne Form und das cleane Design des Hikr heben den Schneeschuh aber definitiv optisch von anderen Modellen ab und bescherte Fimbulvetr bereits mehrere Design Awards. Dieses Jahr hat der Hikr bereit den ISPO Gold Award abgeräumt. Vielleicht erklärt dies auch den hohen Preis. Mit 270 Euro sind die schicken Teile kein Schnäppchen. 

Warum Melanie’s Lieblingsstück?

Die junge Marke aus Norwegen ist anders, scheut sich nicht davor neue Wege mit ihren Produkten einzuschlagen, setzt auf Nachhaltigkeit. Das gefällt! Auch den Gründern, welche sich selber als Hardcore Winter Enthusiasten beschreiben, nimmt man ihre Leidenschaft vollends ab, nicht zuletzt aufgrund der vielen schönen Bilder vom norwegischen Winter auf der Fimbulvetr Facebook Seite. Da wir eher im steileren Gelände in den Alpen unterwegs sind, kommen für uns persönlich die Hikr nicht in Frage. Wer im Winter jedoch auf verschneiten Forstwegen oder im vornehmlich flacherem Gelände querfeldein unterwegs ist, wird seine Freude mit dem Hikr haben!

Du willst auch ein neues Lieblingsstück?

  • Farben: orange, schwarz, weiß
  • Unisex Modell
  • Länge: 63 cm
  • Breite: 25 cm
  • Auflagefläche: 1587 cm2
  • Gewicht: 1992 g/Paar
  • Preis: 270 €
Hier geht's zum Fimbulvetr Hikr

 


Produkttest. Das Testmaterial wurde von Fimbulvetr bereit gestellt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

zwei + 8 =