Reiseplanung 2018: Lieberdraussen in Schottland

Reiseplanung

Schottland als Fixe Idee:
Ein neues Projekt

Wie üblich am Jahresanfang habe ich in den Kalender geguckt und tief in mich hinein gehorcht. Was hat das Jahr für mich geplant? Welche Gipfelziele, Abenteuer, Urlaube, Ausflüge und Destinationen bringt 2018 mit sich?

Schottland war anfangs eine fixe Idee. Wie es mit so jedem Ziel beginnt. Man hört etwas, sieht einen Film, hat eine von Vorurteilen, Klischees und Vermutungen geprägte Vorstellung von einem Land. Und genau dafür muss man hin fahren. Sich ein eigenes Bild machen. Warum also Schottland?

Ein weiteres Land, das geprägt ist von einem Gebirge. Ein Gebirge, das die Kultur und das Wesen der Menschen maßgeblich prägt. Ein Gebirge, das ganz anders ist, als bei uns. Dazu eine andere Sprache, Gepflogenheiten, oh, und ein Meer ganz außenrum. Raues Klima. schroffe Berge. Zottelige Rinder. Whiskey!

So soll es also Schottland sein. Mal sehen wie ich dieses Land wandernd erkunden kann.

Schottland Inspiration:
Zu viel Filme geguckt

Schottland ist mehr als nur eine Kulisse, es hat in einer großen Bandbreite von Filmen, von der mysteriösen Rosslyn Chapel in Da Vinci Code bis hin zu den atemberaubenden Landschaften in Braveheart, Highlander, Harry Potter und Skyfall seine eigene, besondere Atmosphäre beigetragen.

Bei mir persönlich war es zuerst Happy Potter. Wir kennen alle den Hogwarts Express, der ihn zu seiner berühmten Schule fuhr! Diese historische Dampflock fährt über das Glenfinnan Viadukt und bietet auch heute beeindruckende Szenen.

Danach, ich muss gestehen, war es die cheesy-history-mistory Serie „Outlander“. Zu meiner Verteidigung: ich war krank und zu schwach um mich durch die Netflix Programmauswahl zu kämpfen. Die Zeitreisegeschichte führt uns – populär-feministisch unterfüttert – durch die Jahrhunderte, mit einer Mischung aus Romanze, Softporno, Historiendrama, Abenteuer- und Fantasyfilm. Über Logik machen wir uns keine Gedanken, tiefgründige Dialoge, Fehlanzeige. Dafür gibt es herrliche Landschaften, epische Aussichten, ein bisschen Kostümfasching und merkfähige Geschichts-Häppchen, die sonst sicherlich nicht meinen Urlaubs-Horizont gekreuzt hätten.

Schottland und ein neuer Wortschatz:
Kilts. Clans. Lochs. Glens. Munros.

Wenn man sich ein bisschen mit Schottland beschäftigt fällt einem – neben der eigentümlichen Aussprache des Englischen – ein ganz neuer Wortschatz auf. Immer wieder stoße ich auf Vokabeln, die mir so noch nicht unter gekommen sind. Schauen wir genauer hin. Besonders auf die Landkarte und in die Geschichte!

Schottland umfasst das nördliche Drittel der Insel Großbritannien und hat eine Fläche von knapp 80.000 km². Es teilt sich in drei geografische Regionen auf: die Highlands, die Central Lowlands und die Southern Uplands. Der höchste Berg Schottlands (und auch ganz Großbritanniens) ist der 1345 m hohe Ben Nevis bei Fort William. Hier haben wir also gleich ein gutes Gipfelziel.

„Munro“ ist die Bezeichnung von Bergen in Schottland, die höher als 3000 Fuß (das sind 914,4 Meter) sind und deren Berggipfel eine „gewisse Eigenständigkeit“ aufweisen. Das klingt erstmal nach nicht so viel. Sind wir doch aus den Alpen ganz andere Höhenunterschiede gewöhnt. Es geht hier also weniger um die tatsächlichen Höhen-Rekorde, sondern viel mehr um ein umfassendes Bergerlebnis.

Es gibt in Schottland insgesamt 282 Munros. Diese Liste der Munros wurde Grundlage für eine neue Sportart, das Munro-Bagging, also quasi das Gipfel-Sammlen. Ganz werde ich die 282 nicht schaffen, aber vielleicht bekomme ich eine Handvoll hin?!

Durch die zerklüftete Landschaft der Highlands entstanden viele Seen und teils tief eingeschnittene Meeresarme, die in Schottland als „Loch“ bezeichnet werden. Die bekanntesten Beispiele sind der Loch Ness und der Loch Lomond.

Weitere Wörter in meinem neuen Vokabular sind „Kilt“ und „Tartan“. Während ersteres den traditionellen Schottenrock für den Herren bezeichnet, ist der Tartan das typische Karomuster.

Bei so genanten „Ceilidhs“, den traditionellen Tanzveranstaltungen in Schottland, wird natürlich in diesem Gewand getanzt. Klassischerweise tatsächlich ohne was drunter. Her mit den Klischees!

Die Rollenverteilung ist hier – abgesehen von den Röcken – sehr traditionell. Bei den Highland Games messen sich die Männer im Baumstamm- oder Hammerwerfen, Tauziehen und Ringkampf. Herrlich! Vielleicht gibt es dort auch die passende Partnervermittlung?

Historisch gesehen waren die Highland Games große Clan Treffen. Bereits im 11. Jahrhundert sollen die Clan Chiefs durch derartige Wettkämpfe ihre besten Krieger ermittelt haben.

Barbara’s Schottland Bucketlist

Im Laufe einer Recherche zu einem Reiseziel liest man immer wieder von irgendwelchen Highlights und man denk sich – DAS will ich machen – DORT will ich hin – auch wenn man noch garnicht richtig weiss wo das ist oder ob sich das logisch mit dem Reiseverlauf verbinden lässt. So ist es mir auch mit Schottland gegangen. Natürlich habe ich diverse Instagram Feeds abonniert und mich in viele beeindruckende Szenarien verliebt.

01 / Fairy Pools, 02 / Whiskey Destille, 03 / den höchsten Berg besteigen, 04 / Old Man of Storr, 05 / Edinburgh, 06 / im Pub sitzen, 07 / Wildheit und Einsamkeit spüren, 08 / mit dem Hogwarts Express fahren, 09 / im Meer Schwimmen, 10 / weit weit wandern.

Great Walk oder Wildnis?

Wie in einigen anderen Ländern gibt es auch in Schottland die so genannten „Great Walks“. Hier haben sich Naturbegeisterte Menschen zusammen gesetzt und Wege definiert, die möglichst viele Highlights miteinander kombinieren. Ähnlich wie der E5 oder der Jakobsweg. In Schottland gibt es 26 solche ausgeschriebene Wege, wie zum Beispiel der West Highland Way, der Great Glen Way und der Southern Upland Way.

Nun fürchte ich hier ein bisschen um die Einsamkeit. Wenn Wege extra ausgeschildert und beworben sind, dann ist man selten allein. Gleichzeitig aber kann es ganz unterhaltsam sein unterwegs ein paar Leute kennen zu lernen. Besonders wenn man alleine reist, wie ich.

Bei näherer Recherche fällt meine Wahl dann doch auf den Klassiker – den West Highland Way. Mit Blick auf meine Bucketlist lassen sich hier die meisten Punkte wunderbar zu einer Tour verbinden. Der Weg bietet auf einer Distanz von 153 km einige der höchsten Berge Schottlands. Der Weg startet in Glasgow und endet in Fort William. Nach gut einer Woche Tour erreiche ich damit auch den Startpunkt zum Ben Nevis, dem höchsten Berg Großbritanniens und noch dazu die Haltestelle für den Hochwarts Express. Nach der Fahrt im historischen Zug geht es dann mit der Fähre auf die Isle of Skye. Hier wartet die Talisker Destille, Fairy Pools, Old Man of Storr und ja, das Meer! Auf dem Rückweg fahre ich an Edinburgh vorbei und mache noch ein paar Tage Kontrast-Kultur-Programm. Zack. Fertig ist die Reiseplanung.

Wenn ihr euch auch für eine Reise nach Schottland interessiert kann ich folgen Links empfehlen:

Das Tourismusportal VisitScotland.com ist die erste Anlaufstelle für quasi alle Informationen. Intuitiv kann man sich durch das ganze Lanz klicken und vor allem einen ersten Überblick bekommen. Die Seite gibt es praktischerweise auch auf deutsch, auch wenn man manchmal deutlich das humpelnde Übersetzungstool spürt….

Der Schottische Bergverein heißt Mountaineering Scotland. Sie bezeichnen das Wandern liebevoll als „hill walking“. Hier findet man alle Informationen rund ums Bergsteigen, Wandern, Klettern. Es gibt Kurse und Ausbildung, ähnlich wie bei unserem Alpenverein.