Schnelles rein und raus

Ein Schelm, wer nun Böses denkt! Es geht um die schönste Nebensache der Welt: das Biken.

Bis dato hatte ich mich immer geweigert. Warum die Sache erschweren? Aber unsere Transalp steht an. Und ich brauche Vorlaufzeit. Für mich erschließen sich Bewegungsabläufe auf dem Rad nicht intuitiv, ich muss hart dafür arbeiten. Klickies also. So viel besser sei die Kraftübertragung und der direkte Kontakt zum Rad. Mein ursprünglicher Plan die Alpenüberquerung auf Flatpadels zu bestreiten, erntete Kopfschütteln und führte zu zahlreichen Grundsatzdiskussionen in den vergangenen Wochen. Die Zweifel waren gesät und so wage ich nun das Abenteuer “Klickies”.

Was gibt es denn so?

Was ich gleich lerne: Klickpedal ist nicht gleich Klickpedal. Gerade als Einsteiger gibt es ein paar Varianten, die einen Plan B zulassen, d.h. sich zur Not ausgeklickt fahren lassen. Im Bikeladen werden mir drei Klickie Ausprägungen vorgestellt :

Der Zwitter: Halb Klickpedal, Halb Bärentatze.

  • Geeignet für: Anfänger, die Klickies mal ausprobieren wollen aber normalerweise mit normalen Schuhen radln.
  • Prima: Alles ist möglich. Kein Ummontieren bei Wechsel der Radschuhe nötig.
  • Weniger gut: Die Pedale drehen sich ggfs. auf die gerade nicht benötigte Seite, was das Handling unnötig erschwert. Außerdem sind die Pedale recht schwer. 

Der Purist: Das Klickpedal in seiner Reinform.

  • Geeignet für: Radler mit sportlichen Ambitionen.
  • Prima: Leichtgewicht und der Standard unter MTB und Rennradfahrern.
  • Weniger gut: Alternativlos, da nur eingeklickt ordentlich fahrbar. Bei technischen Trails, bei denen man auch mal schnell absteigen muss, eher schwierig.

Mit dem gewissen Extra: Klickpedal in XL.

  • Geeignet für: Klickie Anfänger.
  • Prima: Reiner Klickie, aber zur Not, aufgrund der größeren Auflagefläche, ausgeklickt fahrbar. Gerade als Klickpedal Novize sehr beruhigend, wenn es doch etwas technischer wird und man sich eingeklickt (noch) unsicher fühlt.
  • Weniger gut: Das Gewicht, denn sie sind schwerer ist als die regulären Klickies (Der Purist).

Meine Wahl: Ich entscheide mich für letztere Variante (Klickpedal in XL), die Deore XT Trail Pedal von Shimano. Größere Auflagefläche (denn Größe spielt doch eine Rolle), 408g pro Paar,  klassisch schwarz – passt prima zu meinem Mountainbike.

Von der Theorie zur Praxis

Mit der Fußspitze voraus einklinken, mit der Ferse nach außen ausklicken (als ob man eine Zigarette ausdrücken würde). Klingt einfach. Mit genügend Vorlaufzeit – in 10 Metern muss ich Ausklicken – funktioniert das gut. Man muss nur daran denken! So passiert was passieren muss bereits nach den ersten paar Metern: ich kippe samt Rad an den Füßen in Zeitlupe um. Learning: erst ausklicken, dann bremsen!

Nach den ersten Testmetern um einen Kreisverkehr geht es nun ins Gelände. Mein Mantra ” du hast Klickies an den Füßen” hilft mir erstmal sturzfrei zu bleiben. Aber solche Mantren vergisst man auch hin und wieder, besonders beim kurzfristigen Bremsen, und so manches unspektakuläres Umkippen lässt sich nicht verhindern. Ich habe da auch alle Varianten ausprobiert: noch zwei Füße eingeklickt, noch rechter Fuß eingeklickt, noch linker Fuß eingeklickt. Alles gleich doof.

Dennoch bin ich positiv überrascht, habe ich mir die Umstellung noch weitaus komplizierter und mit mehr blauen Flecken verbunden vorgestellt. Man muss einfach üben: Füße ein- und ausklicken, nacheinander, gleichzeitig und irgendwann hat man es kapiert. Bis das aber ins Blut übergegangen ist, wird es dauern. So lange gibt es aber das Mantra.

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