Italo-Pop und Touri-Berg

AUF DEM WEG NACH ALLEGHE: SCHÜTTELBROT UND KERZENSCHEIN

Wir nehmen heute die Etappe 18 vom Rifugio Viel dal Pan nach Alleghe in Angriff. Einen Zwischenstopp mit dem obligatorischen Cappuccino gibt es im charmanten Ort Caprile bevor es am Fusse der Santa Maria delle Grazie eine ordentliche Brotzeit mit Schüttelbrot, Käse und Parma Schinken gibt. Ein Mönch grüßt uns mit einem herzlichen ‘Buongiorno’, die Kirchenglocken läuten, es ist 12 Uhr. Wir entzünden in der kleinen Kirche eine Kerze und bitten um eine sichere Weiterreise nach Venedig.

ANGEKOMMEN FÜR HEUTE

Nach kurzem Spaziergang erreichen wir unser Etappenziel Alleghe. Auch wenn die kleine Ortschaft ganz offensichtlich auf (Ski)Tourismus ausgelegt ist, hat sie doch ihren italienischen Charme beibehalten. Wir sind positiv überrascht über die netten kleinen Läden, Bars und Cafés, viele mit Blick auf den Lago di Alleghe. Tretbote fahren über das stille Seewasser, rote Geranien blühen in den Blumenkästen der Häuser und die Civetta säumt einen Teil des Sees.

ENDLICH WÄSCHE WASCHEN (LASSEN)

Und es gibt ein weiteres Highlight: wir können in unserem Hotel (Hotel Coldai) Wäsche waschen! Nach drei Wochen wandern und nur spärlicher Handwäsche freuen wir uns den ein oder anderen Socken nun endlich aus der Quarantäne Tüte befreien zu können. Merino hin oder her – auch hier gibt es natürliche Grenzen. Der Abend wird lustig. Dank unserem Freund Stefan, welchen wir leider knapp in Alleghe verpassen, landen wir nicht in der nächst besten Touristenfalle und genießen unheimlich leckere Pizza und Pasta. Elektro Italo Pop und noch ein Bier am Lago di Alleghe münden in eine ausgelassene Stimmung – den Mädchen gehts prima.

VON HAMSTERN UND ITALIENERN

Der nächste Tag, Aufstieg auf die Tissi Hütte. Wie vom Reiseführer empfohlen, nehmen wir die Gondel bis zum Col Dei Baldi auf 1922 m. Unsere Füße freuen sich über diese kleine Entspannung, denn nach dem Hamstereinkauf im Tal wiegen die Rucksäcke gefühlte 10 kg mehr. Oben angekommen, ein Wow-Moment: Vor uns erhebt sich urplötzlich der Monte Pelmo, ein beeindruckender, monumentaler Solitär, der das Panorama komplett für sich einnimmt. Ob man da wohl hoch kann? Wir werden das mal recherchieren!

Unser Wanderweg bis Belluno ist nun der Dolomiten Höhenweg 1. Entsprechend ist auch halb Italien auf den braungebrannten Beinen mit landestypischer Gesprächslautstärke unterwegs – zumindest bis zum Lago Coldai. Hier scheinen die meisten ihr Wanderziel erreicht zu haben. Wir wandern eine Weile am Fusse des Civetta- Massivs, kreuzen Schneefelder – die Dolomiten geizen definitiv nicht mit ihren Reizen. Auf schmalem steinigen Pfad gehts nun hoch zum Rifugio Tissi, irgendjemand grüßt mit einem Jauchzer vom Sonnendeck. Hier sind wir richtig.

(Melli)

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