Isle of Skye in 48 Stunden

Die Isle of Skye ist die größte Insel der Inneren Hebriden. Sie liegt unmittelbar vor der Westküste des schottischen Festlands im Atlantik. Auf dieser Insel finden sich richtig alpine Berge, die den Highlands durchaus Konkurrenz machen. Alles ist auf eine Fläche von 1656 km² beschränkt und mit nur ca. 10.000 Einwohnern besiedelt. Typisch ist das raue Klima und starken Winde an der Westküste. Sie haben maßgeblich das Leben der Menschen geprägt und bestimmen bis heute Land und Leute.

Ich muss die Insel unbedingt sehen. Aber es bleibt nicht viel Zeit. Klar, das ist immer suboptimal, aber ich versuche das Beste daraus zu machen. Was also tun auf der Isle of Skye – in 48 Stunden.

Fähre statt Brücke

Es gibt eine Brücke auf die Insel, über die Skye Bridge von Kyleakin nach Kyle of Lochalsh. Doch viel spannender ist es die Insel mit der Fähre zu erreichen. Es fühlt sich ein bisschen an, wie die Insel zu erobern, die würdig zu beschreiten. Es ist schließlich eine Insel. Da wäre es doch komisch mit dem Auto rüber zu fahren. Die Fähre fährt von Mallaig, einem kleinen Fischerdorf am Ende des Zugs von Fort William.

mit der Fähre auf die Insel

fahre

Mit Harry Potter unterwegs

Das ist jetzt natürlich nicht ganz die richtige Reihenfolge. Aber dieses Abenteuer kann man nicht auslassen. Der Zug von Fort William! Es handelt sich hierbei nicht um einen gewöhnlichen Zug. Sondern um eine historische Dampflok, die Jacobite Train, die auch liebevoll Hogwarts-Express genannt wird. Ähnlich wie in besagtem Happy Potter Film fährt die Lock mit viel Getöse durch schottisches Hochland. Es dampft und stöhnt, rumpelt, rattert und qualmt, die Sitze sind umbequem, die Scheiben nicht isoliert. Vorne gibt es die Lok mit einem riesigen Waggon von Kohle dazu ein Schaffner und viele verrußte Hebel und Geräte. Natürlich der brennende Schlund, wo in regelmäßigen Abständen die schwarzen Brocken eingeschaufelt werden müssen. Besonders bezaubernd ist der kleine Kiosk in der Mitte des Zuges. Hier gibt es Zauberstäbe, Schokoladenfrösche, Hogwartsabzeichen und allerlei Mystischen Klimbim.

Highlight unterwegs ist der Glenfinnan Viadukt. Er wurde zwischen Juli 1897 und Oktober 1898 erbaut und ist eine der wichtigsten Anlagen Bahnlinie. Das 380 Meter lange Bauwerk besteht aus 21 Pfeilern, die bis zu 30 Meter hoch sind. Der Viadukt war zum Zeitpunkt der Fertigstellung eine technische Pionierleistung, denn er ist eine der ersten großen (Stampf-)Betonbrücken überhaupt.

Wichtiger Hinweis: Der Zug sollte unbedingt vorher reserviert werden. Die Plätze sind begehrt und Wochen vorher ausverkauft.
Hier gibts mehr Infos: WESTCOASTRAILWAYS

dampflok

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The Old Inn

Wenn man wenig Zeit hat, sollte man diese nicht mit der Suche nach Unterkünften verbringen. Also entscheide ich mit für einen Stützpunkt, der mir sowohl Übernachtung bietet, aber abends auch was gutes zu Essen. In Carbost gibt es das Old Inn, ein typischer Pub mit einem angeschlossenen Guesthouse. Der Pub bietet alles, was das Klischee einem einredet. Dunkle Stube, heimelige Stimmung, Bar Food, laute Musik und lustige Leute.

Eigentlicher Hintergrund meiner Wahl ist aber auch, dass ich eine Unterkunft in Laufentfernung zur Whiskey Destille gesucht habe. Talisker ist 200 Meter entfernt…

Das Old Inn

Talisker Destille

In Schottland gehört der Besuch einer Destille zum absoluten Musst Do einer Reise! Talisker ist die einzige Destille auf der Isle of Skye und doch ist er weltbekannt. Das raue Klima sorgt für den einzigartigen Geschmack dieses Single Malts. Es werden hier verschiedene Touren angeboten. Die normale Touristentour, mit einem kleinen Probierschluck. Oder aber die 2 Stündige Testing Tour, bei der nach einer ausführlichen Besichtigung der Anlage 6 verschiedene Tropfen verkostet werden. War ja klar wofür ich mich entscheide. Wie praktisch, dass meine Unterkunft gleich um die Ecke ist und ich mich für ein Stündchen hinlegen kann.

Auch hier gilt es im Voraus zu buchen, sonst muss man sich – wenns blöd läuft – nur mit dem Shop zufrieden geben.
Hier gibts mehr Infos: TALISKER

Fairy Pools

Der Name allein weckt schon Sehnsüchte! Die Faire Pools sind eine imposante Felsformation im Herzen der Black Cuillins, die sich zu zahllosen Gumpen und Pools aneinanerreihen. Da kann man schon mal vermuten, dass überirdische Kräfte am Werk waren. Meine Vision war eigentlich darin zu schwimmen, wenn sie auch sehr kalt sein sollen. Ein bisschen Pech mit dem Wetter – Starkwind und Hagel – hat mich dann doch davon abgehalten. Lohnenswert ist der Ausflug aber dennoch! In gut 40 Minuten Fußmarsch ist man bei den Pools angekommen und kann wunderbare Bilder machen.

Dunvegan Castle

Die Isle of Skye ist zwar von sehr imposanter Natur geprägt, doch ein bisschen Kultur darf es auch sein. Der Besuch des Dunvegan Castle lohnt sich für jeden, der ein bisschen mystisches Clan Kultur erleben möchte. Dunvegan Castle ist der Stammsitz des schottischen Clans der MacLeods. Dunvegan Castle ist das älteste durchgängig bewohnte Schloss in Schottland. Es diente den Clanchiefs der MacLeods über 800 Jahre lang als Wohnsitz und liegt direkt am Loch Dunvegan.Außenrum gibt es einen großen Park mit vielen verrückten Pflanzen. Dank des Golfstroms kann eine Vielfalt von Pflanzen in dieser Anlage gedeihen. Zudem gibt es zwei Wasserfälle, Laubengänge oder ein Seerosenbecken.

Dunvegan castle

Dunvegan castle

Dunvegan castle

Dunvegan castle

Loch Bay Restaurant

Großbritannien ist nun nicht bekannt für kulinarische Höhenflüge. In den meisten Pubs und Restaurants gibt viel frittiertes, Burger, Haggis und die allgegenwärtigen Kartoffelchips. Gemüse ist rar und Früchte sowieso. Um so mehr ein Grund wenigstens einmal im Urlaub wirklich gut zu essen. Denn ja, es gibt sie, die versteckten Kleinode der Kulinarik, man muss nur weit genug fahren. Im Loch Bay Restaurant in Stein, gefühlt am Ende der Welt, werde ich für einen kurzen Augenblick in eine andere Welt entführt. Wunderbar in einem kleinen Fischerdorf gelegen mit Aussicht auf eine einsame Bucht liegt das kleine Sternerestaurant. Es gibt ein Menu, mit jeweils drei Gerichten zur Auswahl. Die 10 Tische sind alle reserviert, die Bedienung sehr herzlich und aufmerksam, die Atmosphäre bodenständig stilvoll.
Ich entscheide mich für eine Muschelsuppe, danach Fisch und zum krönenden Abschluss – ganz typisch – Pudding mit Whiskey cream. Dazu ein leichter Weißwein und hausgemachtes Brot.

Hier gibts mehr Infos: LOCH BAY RESTAURANT

loch bay restaurant

loch bay restaurant

loch bay restaurant

loch bay restaurant

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One Way über die Insel

Es gibt zwar ein Bus System auf de Isle of Skye, doch entscheide ich mich für einen Mietwagen. Besonders wenn man wenig Zeit hat, ist es schön flexibel und unabhängig zu sein. Allerdings muss man sich an so einiges gewöhnen! Der Linksverkehr, natürlich. Alleine im Auto eine noch größere Herausforderung. Ich muss mich die ganzen Zeit selbst kontrollieren ob ich auch auf der richtigen Seite bin. Die entgegen kommenden Fahrzeuge fühlen sich unverhältnismäßig nah an und ich bleibe die ganze Zeit am Scheibenwischer hängen. Aber das allein wäre ja einfach. Die Straßen auf der Insel sind nicht besonders gut ausgebaut. Zwar gibt es große Hauptverbindungen – diese muss man aber ständig verlassen, wenn man irgendwo hin will. Dann ist die Straße plötzlich nur noch so breit wie mein Auto und durchpflügt von monströsen Schlaglöchern. Nach den ersten – OH MEIN GOTT ICH HAB BESTIMMT NEN PLATTEN – gewöhnt man sich dran und fährt einfach nur noch mit 20km/h. Halb so wild, nur sollte man ausreichend Zeit für Überlandfahrten einrechnen.

Old Man of Storr

Instagram hat uns alle verdorben! Wir kennen sie alle, die mystischen Felsformationen, vielleicht noch ein einsamer Wanderer im Vordergrund, der Gedankenverloren in die Weite blickt. Ja es gibt diese Szenerien wirklich, man kann einfach dem Touristenschild folgen und im Prinzip genau das Gleiche Bild machen. Mit dem einzigen Unterschied, dass dumme andere Touristen durchs Bild laufen und ich keine 50.000 Likes dafür bekomme. Ich gebe es ungern zu, es lohnt sich trotzdem.
Die Tour hoch zu den Felsmonoliten dauert – mit den obligatorischen Fotopausen – ca. 2 Stunden.

Hier gibt’s mehr Infos: OLD MAN OF STORR

old man of store

The Quiraing

Wie diese Name ausgesprochen wird, ist mir bis heute ein Rätsel. Hierbei handelt es sich ebenso um eine beeindruckende Gebirgsformation. Man kann entweder einfach aus dem Auto aussteigen und kurz hin laufen oder eine richtig Tour draus machen. Diese ganzen Sehenswürdigkeiten verbinden sich wunderbar über eine kleine Straße im Norden der Insel. So kann man an einem Tag den Old man of Storr sehen, den Quiraing und auch den Kilt Rock und mit beeindruckendem Wasserfall.

Tea in Portree

Portree ist gefühlt die einzige wirkliche Stadt auf der Isle of Skye. Wunderhübsch, malerisch gelegen und mit vielen kleinen Lädchen. Auf jeden Fall sehenswert für einen kleinen Bummel, einen Nachmittags Tea oder um ein paar Mitbringsel einzukaufen.

Fazit Isle of Skye:

Die Insel lohnt sich absolut! In zwei Tagen kann man unglaublich viel sehen. Atemberaubende Natur, Highlander Kultur, Whiskey, Pubs und mystische Plätze. Hat man richtig viel Zeit gibt es bestimmt noch einige andere Dinge zu erleben. Doch waren meine 48 Stunden perfekt für den Einstieg. Es gibt auch einen Skye Wanderweg, der in 6 Tagen über die Insel führt. Vielleicht ist das eine Idee für die nächste Weitwanderung.