In the Army

Etappe Voldertal- zur Lizumer Hütte. Im letzten Drittel unserer Tagesetappe begegnen uns immer wieder gelbe Warnschilder: ‘Militärisches Sperrgebiet. Bei Scharfschießen Lebensgefahr. Vorsichtig Laserstrahl! Info Telefonnummer’. AHA. Wir machen Scherze. Weit und breit ist nämlich nichts bedrohliches zu sehen.

MILITÄRSPERRGEBIET – JETZT WIRKLICH?

Es folgen jedoch weitere Warnschilder. Wir machen Brotzeit an einem militärischen Unterstand. Etwas ungemütlich ist es ja schon, Nebel zieht wieder auf. Von der Ferne hört man einzelne Geräusche. Wir gehen weiter, die Geräusche werden klarer. Da wird doch geschossen – und wir näheren uns dem Ganzen immer mehr! Jetzt wird uns doch etwas mulmig. Wir rufen die Info Nr. auf den Schildern an: “Servus, wir sind hier im Militärgebiet, ca. eine Stunde vor der Lizumer Hütte und es wird geschossen. Wir sehen so und so aus. Was sollen wir tun, um nicht erschossen zu werden?” Militär 1: Ja mei, der Chef ist grad ned da. Weiß auch nicht. Rufen Sie mal da und da an.” ” Ähm, nein. Wir können jetzt keine weitere Nummer anrufen und die Verbindung ist auch schlecht.” “Moment, ich frag mal nach. Leite Sie weiter.” Militär 2: “Sie befinden sich zwischen Nördlichem Schober und Klammspitze? Es wird Ihnen gleich jemand in oranger Warnweste entgegen kommen und Sie aufhalten. Halten Sie sich strikt an die Vorgaben. Dann werden Sie auch nicht erschossen.” 

AUFFANGLAGER & SCHIESSÜBUNGEN

Und so war’s dann auch. Einmal um die Ecke und wir treffen auf rund zehn weitere Wanderer die auch bereits ‘aufgehalten’ worden sind und zum Teil schon seit geraumer Zeit warten. Zwei Militärs klären uns auf, dass wir hier bis 15 Uhr, d.h. eine Stunde bleiben müssten. Es stellt sich heraus, dass die Gebirgsjäger der österreichischen Armee tatsächlich gerade Schießübung haben und oben am Grat entlang kraxeln. Beim genauen hinschauen können wir sie nun sogar erkennen. Bei der Frage worauf sie schießen, heißt es, auf die Steine und man wisse hier unten auch nicht so recht was das eigentlich soll. Man hört immer wieder Schüsse, vor uns das weidende Vieh und Kuhglocken Gebimmel. Etwas grotesk.

15 Uhr, endlich kann es Richtung Hütte weitergehen und unser kleines ‘Auffanglager’ löst sich langsam auf. Panzer und ein paar Militärfahrzeuge überholen uns auf dem Abstieg. Das ist auf jeden Fall mal etwas anderes.
(Melli)