Hüttenwochenende #2: Zweitagestour im Allgäu

Diese Hüttentour ist ein echtes Schmankerl. Man kann sie ein bisschen würzen oder entschärfen und doch bleibt sie immer ein herrlicher Einstieg in die atemberaubende Allgäuer Bergwelt. Quasi mittendrin. Mit dem ikonenhaften Schrecksee und dem doch beachtlichen Hochvogel.

Eine Anfahrt, die sich lohnt

Das Allgäu liegt ja nun nicht gleich um die Ecke. Von München fährt man doch gute zwei Stunden Richtung westen. Drum ist es für eine gewöhnliche Tagestour doch oft zu weit. Um so mehr lohnt es sich, wenn man ein bisschen Zeit hat. Perfekt also für ein Hüttenwochenende und eine willkommene Abwechslung zu den erreichbaren Zielen im Umland.

Das Allgäu fühlt sich anders an. Lange Täler und üppige Blumenwiesen sind charakteristisch. Schroffe Felsen stoßen direkt auf Wiesenbuckel. Idyllische Bergseen, luftige Steige und warmer Fels.

Prinz Luitpold Haus

Die Tour beginnt in Hinterstein. Mit einem Wanderbus wird man zum Giebelhaus gebracht, das spart lästige 2,5 Stunden auf flachem Forstweg. Der Aufstieg zur Hütte ist kurzweilig. Zuerst durch ein buschig bewachsenes Tal hoch zur Bärgündele Alpe und dann weiter auf offener Flanke und mit blick auf Großer Wilder und Schneck hoch zum Prinz Luitpold Haus.

Der Name Haus ist hier gerechtfertigt. Ein Haupthaus, zwei Nebenhäuser. Mächtig steht das Prinz Luitpold Haus am Fuße der Fuchskarspitze. Im Hintergrund Trost der Hochvogel, dessen Gipfel nur von einem ganz bestimmten Winkel überhalb es kleinen Sees erkennen kann. Sonst ist er verdeckt von den steil aufragenden Felswänden links und rechts.

Der Betrieb in der Hütte läuft prächtig. Die Küche liefert ein Essen nach dem anderen, der Service hat kräftig zu tun. Passen doch allein in die Lager 260 Personen, kann man sich vorstellen was da abends los ist. Das Hüttenidyll geht hier zwar etwas verloren, doch ist die Hütte trotzdem ein guter Versorgungsstandort für die vor uns liegende Tour.

Mein persönliches Highlight ist der kleine See hinter der Hütte. Schneerest rahmen ihn ein, das Ufer schillert grün und klar. Ideal für eine kleine Erfrischung nach dem schwitzigen Aufstieg!

Das Prinz Luitpold Haus ist eigentlich das Basecamp vom Hochvogel. Ein herrlicher Berg, den ich vor einigen Jahren besteigen durfte. Nochmal drei Stunden von der Hütte über steiles, schuttiges Gelände, über einige Drahtseile und einen alpinen Steig bis auf den Gipfel in 2.592m. Ein sehr lohnendes Zeil für alle, die an diesem Tag etwas früher unterwegs sind oder noch einen Tag extra frei haben.

Jubiläumsweg

Für uns geht es auf den Jubiläumsweg. Dieser alpine Wanderweg, der in der Höhe von ca. 2.000 Metern verläuft, verbindet die Bockkarscharte auf 2.164 Metern Höhe mit dem bekannten Schrecksee. Eigentlich geht der offizielle Teil des Jubiläumswegs noch weiter – doch uns soll das als Etappe mit Abstieg nach Hinterstein genügen. Teile des Weges sind mit Stahldraht gesichert. Hinter der Bockkarscharte weist sich das Schuttkar mit viel Altschnee und steilen Geröllstrecken. Es ist also etwas Vorsicht geboten und ein gutes Zeitmanagement. Wir brauchen gut eine Stunde länger, als die angegebenen 4 Stunden. Insgesamt kommen wir also auf 8 Stunden Gehzeit. Doch ist der Weg kaum zu überbieten: Abwechslungsreich mit phänomenaler Aussicht! Kleine Kraxelstellen, saftige Blumenwiesen, weite Taleinblicke, sanftes Auf und Ab.

Ikone: Schrecksee

Wer auf Instagram ist kennt ihn aus diversen Perspektiven. Aber immer mit der charakteristischen Insel in der Mitte des Sees: der Schrecksee. Er stellt gleichzeitig das Ziel unserer Wanderung dar. Ein idealer Ort für ein spätes Mittagessen oder ein kühles Bad – bevor es gute 2 Stunden zurück zur Straße und zum Bus nach Hinterstein geht.

Die Daten:

Dauer: 2 Tage (optional 3 Tage: mit Besteigung Hochvogel)
Übernachtung: Prinz Luitpold Haus 1.846m http://www.prinz-luitpoldhaus.de
Highlights: Baden im Schrecksee oder direkt hinter der Hütte
Gipfel: Hochvogel 2.592m / Bokkarscharte 2.164m