Hüttenwochenende #1: Zweitagestour um Grubigstein und Bleispitze

Endlich ist es wieder soweit: die Zeit der Hüttenwochenenden ist gekommen. Samstag früh bis Sonntag Abend, ein kleines Abenteuer in die Normen einer Arbeitswoche gepackt. Fühlt sich an wie ein ganzer Urlaub und lässt Raum den Blick schweifen und die Seele baumeln zu lassen.
Das tolle: man muss einen Abend nicht heim fahren. Einfach oben bleiben, auf der Hütte. Nichts mehr müssen oder sollen. Nicht im Stau stehen. Keine Wäsche waschen. Einfach nur da sein. Rumhängen. Essen. Vielleicht duschen. Und schauen…

Diesen Sommer habe ich so einige Hüttentouren geplant. Darum wird es eine Serie geben mit fortlaufenden Nummern. Vielleicht habt ihr Lust die ein oder andere Tour zu machen – und ich sehe gleichzeitig wieviele wunderbare Wochenende ich am Berg war.

Genusswandern mit luftigen Schmankerln

Die Wanderung über führt von Lermoos zuerst hoch zur Wolfratshauser Hütte. Zuerst über gleichmäßige Serpentinen durch den Wald, später dann die Skipiste kreuzend über Wiesen zur Hütte. Dauert ca. 2,5 Stunden. Hier kann man das Gepäck lassen und nochmal ordentlich was trinken, um den Gipfel dann ganz entspannt zu erreichen. Nochmal eine gute Stunde trennt uns von fantastischer Aussicht auf Zugspitze und Fernpass. Was Spaß macht, ist der Gipfelanstieg. Ein schmaler Steig, hier und da mal eine Hand von Nöten und dann ist man schon oben.

Von hier aus könnte man weiter auf die Gartner Wand. Für alle Geübten eine herrliche Grat Kraxelei. Wir allerdings müssen sie uns diesmal sparen, da das Wetter für den Nachmittag zu unbeständig ist. Was bleibt ist also der Abstieg und ein Bier bei bester Aussicht vor der Hütte.

Am zweiten Tag geht es erstmal ein Stück bergab. Wir gehen in ein spitzes Tal unterhalb der Gartner Wand und Grubigstein. Im Talboden erwarten und Pferde und viele Wilde Blumen. Wir sehen eine Herde Steinböcke in der Schuttreisse. Von hier geht es auf einem kleinen Rücken hinauf bis ins Sommerbergjöchle. Hier öffnet sich erstmalig die Aussicht in die Allgäuer Alpen. Bis zum Gipfel ist es noch eine gute Stunde. Auf sanften Wiesenpfad, durchaus steil und ausgesetzt geht es zum Gipfel.

Unser Rückweg erfolgt zuerst ins Jöchle. Von hier aus aber wenden wir uns nach Westen und wir steigen ab nach Bichlbach. Die Runde wird für uns komplett als wir von dort per Anhalter zurück nach Lermoss fahren. Wunderbar!

Wolfratshauser Hütte

Wir finden Unterkunft in der Wolfratshauser Hütte. Durch den winterlichen Skibetrieb durchaus modern ausgestattet bietet sie uns ein sehr gutes Nachlager. Das Essen ist hervorragend – es gibt Spinatknödel mit Salat – die Lager modern und sauber. Besonders schön ist die Aussichtsterrasse. Sie bietet direkten Blick auf das Zugspitzmassiv. Nachdem das Wetter durchaus wechselhaft ist, erleben wir die unterschiedlichsten Wolkenformationen und Lichtstimmungen.

Der frühe Vogel

Unser Highlight ist aber wie immer der Sonnenaufgang. Um 5:00 krabbeln wir aus den Lagern und stolpern noch etwas benommen nach draußen. Es ist schon ein bisschen hell. Die Zugspitze thront massiv gegenüber und lässt schon erahnen wo gleich die Sonne am Horizont erscheinen wird…es lohnt sich doch immer früh unterwegs zu sein.

Zwischen Felsformation und Wiesenidyll

Was mich ander Wanderung besonders beeindruckt sind die Kontraste. Auf der einen Seite die doch dominante Verdauung des Skigebiets. Darüber thronend die Gartner Wand mit massiver Felsformation. Graue, kalt abweisende Steinfronten. Und daneben ein blühendes Wiesenidyll. Der Grubigstein stößt in einem spitzwinkligen Tal auf die Ausläufer der Bleispitze. Die zwei Seiten des Tals könnten nicht unterschiedlicher sein. Grau und grün. Tot und lebendig. Sonne und Schatten.

Die Daten:

Dauer: 2 Tage
Tour: 1.Tag 5h/ 1254hm hoch, 482 hm runter / 2.Tag: 5,5h 725hm hoch 1397hm runter
Übernachtung: Wolfratshauser Hütte
Highlights: Grandioser Ausblick auf die Zugspitze und die umliegenden Berge
Gipfel: Grubigstein 2233 / Bleispitze 2225