Herzensprojekt Transalp mit dem MTB: Wir planen.

Die Alpen haben wir bereits zu Fuß überquert: München – Venedig, unser Projekt im letzten Jahr. Nun also mit dem Mountainbike. Ein Alpencross hat viele Facetten und reizt Genußbiker ebenso wie ‘Konditionstiere’ – wir sind da wohl irgendwo in der Mitte ;-). Eines aber haben alle Transalp-Biker gemeinsam: sie möchten lieber draussen sein.

Auf eigene Faust oder organisiert?

Die Mädchen fahren nun bereits seit ein paar Jahren Mountainbike – manchmal mehr, manchmal weniger intensiv. Erste Erfahrungen mit Singletrails (ich fahre da auf gar keinen Fall runter), GPS Gerät (irgendwie fahren wir im Kreis) und Mountainbike Reparatur (muss man das links oder rechts rum drehen?) sind gemacht. Aber reicht das, um eine MTB Transalp in Eigenregie in Angriff zu nehmen? Oder doch lieber geführt?

Selbst ist die Frau:

Was gilt es alles zu planen und zu buchen? Was muss ich dabei haben? Sieben Tage auf sich allein gestellt. Prinzipiell trauen wir uns das zu. Was zu tun ist:

1. Routenplanung: Wer die Wahl hat, hat die Qual. Neben dem Klassiker „Zugspitze – Gardasee“ gibt es zahlreiche weitere Varianten über die Alpen. Ausgangspunkt für die eigene Planung ist jedoch immer die eigene Leistungsfähigkeit, welche die Routenauswahl und das Tagesetappen Pensum bestimmen sollte. Ist die Wahl auf eine Strecke gefallen, geht es an die Detailplanung: Kartenmaterial und GPS kommen zum Einsatz. Es gilt sich intensiv mit der Materie auseinander zu setzen und die Route detailliert (auch Schlechtwettervarianten) zu planen. Die Bedienung des GPS zu beherrschen gehört ebenso dazu wie der routinierte Umgang mit Fahrradcomputer und Höhenmesser. Diese Gerätschaften sollten bei keinem Alpencross fehlen, da sie die Orientierung (insbesondere bei schlechter Sicht) sehr vereinfachen.

2. Übernachtung: Je nach Präferenz und Streckenwahl gibt es Pensionen im Tal oder Hütten am Berg. Fürs Tal spricht, dass es hier meist keine Quartierprobleme gibt und ein bisschen mehr Luxus geboten wird. Bei der Hütte hat man wiederum mehr das Bergerlebnis und den besagten Hüttenzauber.

3. Anreise & Transfers: Start und Zielort liegen meist recht weit auseinander, was einen Autotransfer mit Anfahrt von Start- und Zielort sehr zeitaufwendig macht. Besser ist die Rückreise per Zug zum Ausgangsort.

4. Gepäck (-transport): Natürlich kann alles selber getragen werden. Mittlerweile gibt es jedoch die Möglichkeit sein Gepäck von Etappe zu Etappe durch entsprechende Anbieter transportieren zu lassen, zum Beispiel Bikeschuttle.it.

5. Technik: Kleine Reparaturen wie Schlauch wechseln, Kette nieten oder gerissenen Bowdenzug austauschen muss man/ frau beherrschen. Ein gutes Tool als auch entsprechendes Material als Ersatz müssen auf jeden Fall mit.

Zusammenfassend kann man sagen, dass man bei dieser Reiseart flexibel unterwegs ist: alles kann individuell ausgesucht werden, sei es Etappenziel oder Unterkunft. Pausen richten sich nicht nach einer (evtl. heterogenen) Gruppe, sondern nach den eigenen Bedürfnissen. Man kennt seine Transalp Mitstreiter vorab (Barbara und ich sind ein erprobtes Team), keine böse Überraschungen also. 

Die geführte Tour:

Wir machen das nun aber zum ersten Mal. Immer wieder lese ich, dass für die erste Tour ein geführter Alpencross die sichere und unkomplizierte Variante ist. Ein Veranstalter bzw. Guide plant die Strecke, kümmert sich um die Unterkunft, der Gepäcktransport ist selbstverständlich. Das größte Plus: ein erfahrener Guide leitet an, gibt ggfs. Hilfestellung. sei es bei Reparatur oder Fahrtechnik. Wer bietet sowas an? Wir haben uns ein paar Anbieter angesehen.

DAV:

Im Kursprogramm des Alpenvereins Münchner Oberland gibt es neben Fahrtechnikkursen und Wochenendtouren auch eine kleine aber feine Auswahl an Transalps mit dem Mountainbike. Da gibt es Touren vom Tegernsee nach Sterzing, von Garmisch nach Meran oder auch eine Ladies‘ Transalp von der Zugspitze an den Gardasee. Übernachtet wird meist in einfachen Pensionen oder Hütten.

ALPS:

Den Münchner Spezialisten für MTB Transalp-Touren gibt es bereits seit 1989. Das Angebot reicht vom Saisonauftakt Event in Andalusien, über Transalp Vorbereitungskurse im Bayerischen Voralpenland bis hin zu 16 verschiedenen Alpenüberquerungs-Routen. Die Transalp Strecken werden in vier verschiedenen Schwierigkeitslevels angeboten. Übernachtet wird vornehmlich in 3-4-Sterne Hotels, oft mit Wellness Angebot und Pool.

BikeAlpin:

Ein Reiseveranstalter für geführte Bikereisen weltweit: ob Marokko, Sizilien oder Nepal – die Auswahl an Destinationen und Themen ist groß: Transalp, GPS-Selfguided–Transalps, MTB-Touren in Europa & Übersee, Rennrad-Transalps als auch Bike & Hike / Bike & Ice. Die Touren gibt es von „Leicht“, bis „Schwer“. Auch 2-Level-Guided Touren sind im Angebot, d.h. es kann jeden Tag zwischen der leichteren oder schwereren Route gewählt werden. Praktisch für Pärchen oder Gruppen mit unterschiedlichen Fahrtechnik Kenntnissen und Fitness Level die dennoch gemeinsam fahren wollen.

Guiders.de:

Das Portal ist das größte deutschsprachige Outdoor-Portal für geführte Touren und Reisen und gibt es seit 2012 im Netz. Firmen und Guides nutzen die Online-Plattform um ihre geführten Touren, Reisen und Kurse anzubieten. Nutzer können Angebote, Guides und Ausflüge vergleichen als auch direkt buchen. Mit im Angebot sind MTB Transalps in allen Schwierigkeitslevels.

Wie über die Alpen?

Die Transalproute von der Zugspitze zum Gardasee ist nur eine von zahlreichen Wegen über die Alpen. Es ist mittlerweile möglich auf knapp 900 verschiedenen Routen an einem geführten Alpencross teilzunehmen. Routen und Ziele werden immer vielfältiger. Die Strecken unterscheiden sich primär in den zurückgelegten Höhenmetern. Leichte Einsteigertouren beginnen bei 3.000 Höhenmetern pro Tour, Profis schaffen bis zu 20.000 Höhenmeter. Die durchschnittliche Alpencross-Dauer liegt unabhängig von den Höhenmetern bei etwa sieben Tagen. Neben der Schwierigkeit (Fahrtechnik!) unterscheiden sich die Transalp-Routen in ihrer Überquerungsrichtung. Die Alpen können entweder auf einer Route von Ost nach West oder von Nord nach Süd überquert werden. Ein paar schöne Varianten über die Alpen:

  • Garmisch – Gardasee: der Transalp Klassiker
  • Bodensee – Comersee: fünf Etappen über Appenzell, Savognin und das Bergell. Guter Einsteiger-Alpencross: 255 km, 5.500 Höhenmeter.
  • St. Anton – Lago di Como: 6 Etappen über Ischgl, Reschenpass und Livigno. 350 km, 6.100 Höhenmeter.
  • Mayrhofen – Bassano del Grappa: fünf Etappen übers Pfitscher Joch, Fanes und Alleghe. 350 km, 7.600 Höhemeter.
  • Oberstdorf – Lago Maggiore: sechs Etappen übers  Rohrmoostal, Schlappinerjoch und Septimerpass. 368 km, 10.161 Höhenmeter.
  • Zugspitze – Matterhorn: für Krassomaten Biker in neun Etappen über Livigno und Comersee in den Rücken des Matterhorns. Schwere Etappen mit zumTeil über 3.000 Höhenmetern! 750 km, 19.250 Höhenmeter.

Und nun?

Mal sehen, mit wem und über welche Route wir dieses Abenteuer wagen werden. Aber wir sind begeistert von den vielen Varianten und Möglichkeiten die es gibt. Die Mädchen bleiben dran, werden trainieren und Bikes tunen. Ihr hört von uns :-).

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