36 Grad und es geht noch heisser: das GlemmRide Bike Festival

Eines ist schonmal klar: es braucht mehr Frauen in der Szene! Vereinzelt waren sie da, die Zimtstern, Fullface tragenden Mädls mit türkisem Downhill Bike und Vans an den Füßen. Auch ein Ladies Train mit Angie Hohenwarter und Vali Höll gab es. Aber da geht noch was – wir müssen uns einfach mehr (zu)trauen! Aber nun der Reihe nach.

Auftakt zum Bike Festival

Schon Wochen vorher gebucht und mit großer Vorfreude angereist: drei Tage voll mit Open Air Konzerten, Fahrtechniktrainings, Pumptrek, Slopestyle und Downhill Veranstaltungen. Ja sogar Yoga ist mit im Angebot (erschien uns aber dann doch zu entschleunigt ;-)).
Unser Einstieg ins Wochenende ist bereits Freitag Abend: die US- Band Red Fang – laienhaft beschrieben etwas zwischen Rock und Heavy Metal (die Fachbegriffe lauten hier Sludge und Stoner Rock – noch nie gehört!), spielt am Red Bull Brandwagen. Es ist laut, Testosteron geladen, man(n) trägt Cap und großflächiges Tattoo. Mit einem Bier in der Hand wird es jedoch lustig – die anwesenden Frauen kann man an zwei Händen abzählen – wie so oft an diesem Wochenende. Man bekommt definitiv einen guten Vorgeschmack auf das, was die Tage auf uns zukommt.

Ride with the Pro’s

Eines der besten Erlebnisse auf dem Festival: wir sind einen Vormittag unterwegs mit Hannes Klausner, seines Zeichens Freeride Athlete und mein persönlicher Großmeister der Motivation. Trotz einer Truppenstärke von acht Leuten schafft er es jeden individuell zu coachen, Tipps zu geben, niemanden zu über- oder unterfordern. Sein wichtigstes Credo: Lächeln, Spaß haben und das eigene Tempo fahren. Trotz eines Sturzes – und das auch noch in einen Elektrozaun – hat mir Freeriden, ja man kann es mittlerweile sogar so nennen :-), selten so viel Freude bereitet.

Expo und nicht mehr ganz so frisches Testmaterial

Rund 40 Aussteller tummeln sich auf dem GlemmRide Gelände: vom Radhersteller über Eyewear bis hin zu Flat Pedals und gestrickten Mützen – wer kommt auf so eine Idee bei 40 Grad?! – ist alles am Start. Am spannendsten sind natürlich die Testbikes: heiß begehrt und nicht selten vergriffen. Der Mann leiht sich zwei Downhill Hobel, eines von Alutech, eines von YT Industries aus. Ersteres leider in der falsche Rahmengrösse und auch die Bremsen des Bikes hatten bereits das Zeitliche gesegnet. Letzteres von YT überzeugte dann im zweiten Anlauf – das erste Radl hatte bereits nach 10 Metern einen Platten – durch perfektes Fahrverhalten. Es wird nun aufs Zweit-Bike gespart. Für die Dame des Hauses gab es zumindest zwei blaue Griffe von 66sick – sehr zu empfehlen da ergonomisch geformt und auch noch schön anzusehen.

Slopestyle und Downhill Run

Was für ein Niveau beim Slopestyle! Für alle die nichts mit dem Begriff anfangen können: vornehmlich junge Burschen zwischen 18 und 25 in Skinny Jeans zeigen waghalsige Sprünge, Saltos und Drehungen über gefühlt senkrechte Rampen und Kicker. Einfach nur krass die Jungs. Wir sind die Strecke nach der Veranstaltung, soweit es möglich war, einmal zu Fuß abgelaufen – nieeeeemals wäre ich da nur ansatzweise reingefahren. Allein diese mentale Nervenstärke, die man auch noch zum richtigen Zeitpunkt an den Tag legen muss, erscheint mir eine große Kunst.
Auch beim Downhill ging es im wahrsten Sinne des Wortes rasant zu. Auf der Pro-Line am Reiterkogel ging es mit viel Staub und einem Minimum von 200 mm Federweg bergab. Begleitet von feinem Elektrosound und Stiegl Bier lässt es sich trotz gefühlten 45 Grad gut aushalten.

Gibt es ein nächstes ein Mal?

Definitiv ja. Die Bikeparks in Saalbach-Hinterglemm haben mich vollends in den Bann gezogen und die Leute sind einfach nur lässig. Außen Tattoo und Muskelshirt, drinnen so hilfsbereit, dass auch mal ein Bike mit ganzem Körpereinsatz für das Mädchen aus dem Elektrozaun gezogen wird. Ich bin hier definitiv wieder lieber draußen.

 

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