Fit unter freiem Himmel: Lieber draußen trainieren.

Tausche stickiges Studio gegen grünen Park

Wer hat es noch nicht probiert: Bauch Beine Po, Power Step oder sogar den persönlichen Trainingsplan im Fitnessstudio. Wir sind vier Wochen wahnsinnig motiviert und proklamieren nachhaltiges Durchhaltevermögen. Doch spätestens, wenn draußen das Wetter schön ist, empfinden wir das stickige Studio als Zumutung. Die perfekte Ausrede um die guten Vorsätze über Bord zu werfen.

Dass es auch anders geht, zeigt die Vielzahl an Trainingsgruppen, die wir neuerdings in den Parks der Stadt finden. Ruhe, Natur, frische Luft und wirklich schöne Trainingsorte. Genau das Richtige also für uns, die wir lieber draußen sind! Im Newsletter vom Sporthaus Schuster lese ich erstmalig von dem Training. Christian Dries ist Mitarbeiter beim Schuster und gleichzeitig Trainer und Coach. Er leitet seit einigen Jahren den Kurs „Fit unter freiem Himmel“. Mit Gleichgesinnten draußen Sport machen? Klingt ganz wunderbar und muss unbedingt ausprobiert werden.

Fit fürn Berg

Warum trainieren wir überhaupt? Reicht es nicht am Wochenende in die Berge zu gehen – da bewege ich mich doch genug. Aber genau das ist die Herausforderung. Um am Wochenende fit für die Berge zu sein, muss ich mehr machen, also nur am Wochenende raus zu gehen. Das Leben in der Stadt macht einen unbeweglich und träge. Acht bis zehn Stunden in der Arbeit, abends sitzt man dann wieder. Ein Ausgleich ist unbedingt nötig. Und eben auch der Aufbau von Kondition und Muskelkraft. Dafür ist es ratsam zwei bis dreimal die Woche Sport zu machen. Am allerbesten ist eine gute Mischung aus Kraft, Ausdauer und Koordination.

Und genau das bietet „Fit unter freiem Himmel“ an. Ein abwechslungsreiches und forderndes funktionelles Training. Trainingsschwerpunkte sind Kraftausdauer-, Koordinations- und Mobilisationstraining. Trainiert wird hauptsächlich mit dem eigenen Körpergewicht und kleinem Trainingsequipment wie TRX oder Mini-/ Superbands.

Fit unter freiem Himmel

Genau das richtige also für diesen Sommer… und eben vielleicht auch für den Winter. Denn wer wirklich „lieber draußen“ ist, macht hier wenig Unterschied. Wenn wir in die Berge gehen, gibt es schließlich auch die richtige Funktionsbekleidung, die uns vor Wind und Wetter schützt. Warum also nicht auch beim Training? Ich melde mich ganz unkompliziert zum Training an. Per Mail und SMS bekomme ich Kontakt zu Christian, dem Trainer. Er erklärt mir wie, wann, wo und was. Gleichzeitig komme ich in eine WhatsApp Gruppe, für kurzfristige Änderungen und den Gruppenaustausch. Fühlt sich ganz gut organisiert an. Von jetzt ab bin ich immer Mittwoch Abend an der Isar zum Training. Allerdings wird meine Motivation schon bei meiner ersten Trainingsstunde auf die Probe gestellt…

Wir haben alle das Wetter der letzten drei Monate im Kopf. Extrem heiß und viele Gewitter. An diesem Mittwoch im Juni war es letzteres. Das Gewitter zog bereits am späten Nachmittag über München. Ich hatte jederzeit damit gerechnet eine Absage via Whatsapp zu bekommen. Doch nichts. Ich will ja auch nicht bereits bei der ersten Stunde kneifen. Also mache ich mich kurz nach sechs auf den Weg. Das Gewitter ist inzwischen in Starkregen umgeschlagen. Glücklicherweise war das vorhergesagt und ich bin vorbereitet.

Burpees im Schlamm

Ich komme in den Park und mich erwartet ein gut gelauntes Grüppchen Sportwilliger. Von jung bis alt, alles dabei. Kein motzen oder argumentieren. Jedem ist klar, jetzt wird trainiert. Christian begrüßt mich herzlich, ich stelle mich der Gruppe vor. Die meisten sind schon eine ganze Weile dabei. Und auch hart gesotten, durch alle Jahreszeiten gegangen. Christian ist da ganz entspannt. Er meint, das Extremste wären bisher sicher die -14 Grad gewesen, die wir im Januar hatten. Da passt er das Training natürlich an. Kalt wird den Teilnehmern meistens wohl trotzdem nicht. Das Training besteht aus drei Teilen. Warm-Up, Training und Cool-Down. Ganz klassisch.

Was mir gut gefällt ist, dass es beim Aufwärmen auch um Mobilität und Koordination geht. Nicht gleich losballern, sondern konzentrieren und die kleinen Muskelgruppen ansprechen. Christian erklärt die Übungen genau und schaut bei jedem Teilnehmer ob alles richtig gemacht wird. Das Training besteht dann aus einem kleinen Zirkel. Ja, auch im schlammigen Gras kann man Burpees machen, Crunches oder Liegestütz! Das erstaunliche ist, es macht Spaß! Dass alle im gleichen Regen stehen, ist ungemein motivierend. Wir lachen viel und fühlen uns echt wie die richtig harten Hunde. Auch Christian bestätigt dieses Gefühl: „Das kostet manchmal etwas Überwindung, klar. Aber sobald du dann draußen bist, merkst du, dass es alles gar nicht so schlimm ist wie gedacht. Und man ist umso stolzer auf sich, wenn man es einfach durchgezogen hat.“

Stark durch die Gruppe

Die Wochen gehen dahin. Und ich gehe da hin. Das Draußen-Training ist zu einem festen Bestandteil meiner Woche geworden. Egal ob nun Gewitter oder 35 Grad – das Training findet statt und die Gruppe bleibt motiviert. Wenn man doch mal fehlt, bekommt man eine nette Nachricht mit der Frage nach dem Befinden. Ganz anders als im Studio kann ich mich nicht so gut drücken. Mein Fehlen fällt gleich auf. Und genau das braucht es für ein effektives Training. Sich überwinden, wenn der Schweinehund stärker scheint, draußen sein, wenn es nicht danach aussieht. Und das Feedback der Gruppe spüren. Das macht unheimlich Spaß. Und das kommt nicht selbstverständlich. Christian hat ein gutes Händchen für die Leute. Kein Drill-Instruktor aber auch kein Luschi-Coach.

So fühlen sich hier viele wohl. Die Gruppe ist wirklich bunt gemischt. Von jung bis alt, vom Sportanfänger bis zum erfahrenen Sportler. Aber, so Christian, eines haben alle gemeinsam: Sie sind gerne draußen in der Natur. Viele sind an den Wochenenden zu Fuß oder mit dem Bike in den Bergen unterwegs. Da ist dieses Training die perfekte Ergänzung, um sich auch in der Woche fit zu halten. Egal auf welchem Leistungsniveau man sich gerade befindet – es bleibt für jeden anstrengend. Gerade mit dem Körpergewicht und der exakten Ausführung einer Übung kann man sehr viel skalieren. So ist der drahtige Manager nach einer Burpee-Challenge genauso k.o., wie die Mama beim Wiedereinstieg. Das gemeinsame Schwitzen verbindet.

Trainer. Coach. Kumpel

Christian Dries ist Personal Trainer. Das heißt er unterstützt Menschen dabei ihre (sportlichen-) Ziele zu erreichen. Sei es, um nach einer Schwangerschaft wieder in Form zu kommen, einen Ausgleich zum Alltag zu haben und Stress abzubauen oder sich einfach nur fit zu halten. Dabei geht es auch nicht nur um körperliche Fitness. Jede Veränderung beginnt jedoch im Kopf, erklärt mir der 28-jährige Trainer. Deshalb arbeite er auch viel auf der mentalen Ebene. Christian beschäftigt sich also mit Themen wie Motivation, Gewohnheiten und dem richtigen Mindset. Dazu hält er auch Vorträge.

Er hat zuvor einige Jahre als Trainer in einem Fitnessstudio gearbeitet, später auch in leitender Funktion. Das war eine tolle Erfahrung, so Christian. Das sei für ihn aber nur der erste Schritt gewesen, um sich weiterzuentwickeln. „Für mich hieß das dann: Selbständigkeit und mir etwas Eigenes aufbauen.“ Und was Eigenes hat er mit www.new-relax.de geschaffen. Über seine Website bietet er Personal Training, Betriebliches Gesundheitsmanagements und Coachings an, gleichzeitig ist er vom Schuster engagiert für „Fit unter freiem Himmel“. Und wenn er nicht gerade im Park zu Liegestützen aufruft, kann man Christian auch manchmal im Sporthaus im Verkauf treffen. Ein Glücksfall für die Kunden – wann sonst hat man jemandem so vom Fach als Berater im Laden!? Naja, beim Schuster schon öfters, aber toll ist es trotzdem.

Vom Park in die Berge

Das Konzept geht auf. Die Teilnehmer sind motiviert und es herrscht entspannte Stimmung. Die Kurse sind voll und es gibt gutes Feedback. Der Austausch mit der Gruppe, die Motivation und der Zusammenhalt sind Christian wichtig. Das motiviere ihn langfristig, sagt er und warum soll nicht auch dem Trainer die Arbeit Spaß machen. Bei so viel positiven Vibes liegt es also nahe, dass man über das Training hinaus gemeinsam raus geht. Die erste gemeinsame Bergtour steht schon auf dem Programm!

Weiter Infos zum Training:

Kommt vorbei! Die Trainings sind immer Montag, Dienstag und Mittwoch, an der Isar oder im Luitpoldpark. Man kann sich ganz einfach über die Website vom Sporthaus Schuster anmelden und bekommt auch weitere Infos.

An der Isar:

Montags immer von 19.00 bis 20.15 Uhr
Mittwochs immer von 18.30 bis 19.45 Uhr
Ideal erreichbar über die U2 oder Tram 18, Haltestelle Fraunhoferstraße.

Im Luitpoldpark:

Dienstags immer von 18.45 bis 20.00 Uhr
Ideal erreichbar über die U1, U2, U3 oder Tram 12 und zeitweise 28, Haltestelle Scheidplatz.

Was ich besonders gut finde: Wer sich nicht sicher ist ob es das Richtige für ihn ist, der kann zu einem kostenlosen Probetraining kommen. Weiter Informationen bekommen man ganz unkompliziert unter veranstaltungen@sport-schuster.de.