MTB Fahrtechnik Personal Coaching – Warum, weshalb, wieso.

Meine Abfahrt im Bikepark letztes Jahr – Fazit des damaligen Guides: Du hast keinen Spirit, keine Technik und on top das falsche MTB. Meeeeeep – das hört man dann doch nicht allzu gerne. War jedoch auch Anreiz für dieses Jahr. Denn die Transalp steht vor der Tür. Dann aber mit neuem Bike, ganz viel Motivation und einem Fahrtechnikkurs vorab. Ich habe es ausprobiert: Ein MTB Coach und ich. Einen Tag lang. Ob es was gebracht hat?

Lektion 1: Bremsen.

9 Uhr. Sonne. Blauer Himmel. Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen. Treffpunkt mit meinem Coach Flo aka Flowinger am Spielberghaus. Man kennt sich bereits von einem Schrauberworkshop im letzten Jahr. Nach herzlicher Begrüßung und einem kurzen Bikecheck, geht es zum Auftakt auf eine breite Lichtung. Ich lerne, was ich eigentlich beim Radln zu genüge tue, bremsen. Aber jetzt eben mal richtig. Also Hügel hochschieben, laufen lassen, zwischen zwei Hütchen stehen bleiben. Wie beim Fahrsicherheitstraining mit dem Auto. Passt.

Lektion 2: Haltung.

Locker auf dem Bike stehen. Auch wenn es mal schneller oder holpriger wird. Normalerweise hänge ich da schon längst mit dem Hintern über meinem Hinterreifen. Komplett falsch, wie mir Flo erklärt, denn so habe ich keinerlei Kontrolle mehr über das Rad. Allein dieser Tipp war Gold wert, auch wenn es ganz schön schwer fällt, sich solche Bewegungsabläufe wieder abzugewöhnen.

Lektion 3: Kurventechnik.

Die heutige Königsdisziplin: Ich lerne richtig Kurven fahren. Bunte Hütchen werden in einer Kurve aufgestellt. Flo fährt vor, erklärt, fährt nochmal. Nun ich. Wieder laufen lassen, kurveninneres Knie nach oben, Bike in die Kurve drücken und, simpel aber wichtig, dort hinschauen wo man hin will. Ich komme beschwingt um die Kurve rum. Wir üben. Gute Haltungsnoten von Lehrer Flo. Yeah!!!!! Doch kein Bike Legastheniker.

Lektion 4: Protektoren.

Getrieben von diese Euphorie passiert es dann doch: im hohen Bogen verabschiede ich mich in einer Kurve über den Lenker. Was man wissen muss: wenn ich stürze, dann aber richtig. Beide Knie sind offen, der Ellbogen lädiert. Was für ein Dämpfer. Notdürftig bekleben wir meine geschundenen Knie. Protektoren drüber. Und ja, die ich hätte ich lieber von Anfang an tragen sollen.

Lektion 5: Pause. Hütchen. Pause.

Ich brauche eine MTB Pause und Zuspruch – möglichst viel davon. Flo gibt sein Bestes, wie noch an manch anderer Stelle an diesem Tag. Nicht aufgeben. Es geht weiter mit den Kurven. Wieder geht es um bunte Hütchen herum. Andere Biker und Wanderer bleiben stehen. Beobachten uns. Bisschen wie Zoo. Und dann ist es aus mit der Konzentration. Habe plötzlich alles Gelernte vergessen. Verbissen fahre ich um und vor allem über Hütchen. “Jetzt ist der Wurm drin.” laut Flo. Das wird nichts mehr. Gut, gehen wir Mittag essen.

Lektion 6: Trail.

Es wird ernst. Es geht auf die Milka Line, dem flowigsten und einfachsten Trail des Bikeparks in Saalbach Hinterglemm. Für mich jedoch eine Herausforderung. Motivierende Worte von meinem Coach Flo lassen mich in den Trail einfahren. Bereits nach den ersten Kurven habe ich das Gefühl mindestes 90 km/h zu fahren. Es geht über Tables und um Anliegerkurven. Begleitet von lautstarken Huchs, Wahaas, Ohhhhhs meinerseits – und ich kämpfe: mit meiner Angst zu stürzen, meinem inneren Schweinehund weniger zu bremsen und mit der richtigen Stellung der Pedale. Aber ich fahre und steige nicht mehr ab bei kniffligen Passagen. Das erste Grinsen am heutigen Tage stellt sich ein. So geht also Mountainbiken! 

 

Fazit. Warum ein Fahrtechnikkurs?

  • Weil es dich weiterbringt: Man kann mehr als man denkt. Machmal braucht es nur ein paar Impulse. 
  • Weil es dich sicherer macht: Ängste überwinden, weiter kommen, persönliche Grenzen verschieben.
  • Weil es dich neugierig macht: Auf Neues und was da noch so kommen mag.
  • Weil es Spaß macht: Und keine Sorge, aller Anfang ist schwer!

Ein MTB Fahrtechnikkurs, ob alleine oder in der Gruppe, ist natürlich kein Allheilmittel. Man muss dran bleiben und Fahrpraxis aufbauen. Aber es legt den Grundstein für ein besseres Fahren und ja, vielleicht auch neuen Zielen, die man sich bis dato nicht zugetraut hätte.

 

Mein MTB Coach. Der Flowinger.lieberdraussen meets flowinger

  • Der Flo(-winger): Seit 5 Jahren MTB Coach und früher im 4X Weltcup unterwegs. Heute hat er seine neue Heimat im Freeride und Enduro gefunden.
  • Lieblingstrail in Saalbach Hinterglemm: Bergstadl Trail und Red Line.
  • Fährt ein: Norco Range C7.2, Enduro 160mm Federweg, 650B Laufräder.
  • Fahrtechniktipp: Blick nach vorne, und nie versuchen es besonders “gut” zu machen, nur weil jemand zuschaut. Ansonsten “JUST RIDE IT”.

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