Fahrtechnik Workshop mit TrailXperience

Wir haben bereits so einige MTB Fahrtechnikkurse absolviert. Jedes Jahr wird regelmäßig aufgefrischt, verbessert und neu hinzugelernt. Sei es der MTB Basic Kurs beim DAV, das Freeride Camp mit Tibor Simai in Saalbach Hinterglemm oder das Personal Coaching direkt im Bikepark. Jedes Mal wurden neuen Impulse gesetzt, mal mehr, mal weniger. Dieses Jahr ging es für uns mit TrailXperience zwei Tage lang ins Allgäu. Auf dem Programm standen die Fahrtechnikworkshops “Bodenkontrolle” und “Luftstand”.

TrailXperience = BIKE. NATURE. SOUL.

Der MTB Fahrtechnik und Reisen Anbieter TrailXperience definiert sich selbst über drei Schlagworte: BIKE: Im Zeitalter von immer besser werdendem Material – mehr Federweg, Carbon Rahmen oder supergriffigen Fahrradreifen – haben auch bereits Fahranfänger von Anfang an Spaß auf dem Bike. Dabei gilt es jedoch die Fahrtechnik mit dem eigenen Material in Einklang zu bringen, denn nur so stellt sich der sog. Flow (Yeah!) auf dem Trail ein. NATURE: Respekt vor der Natur ist wichtig. Flüssiges und gekonntes Fahren macht nicht nur mehr Spaß, sondern schont auch unsere Trails. Zu guter letzt, der SOUL: Biken und seine Umgebung mit offenen Augen und allen Sinnen erleben, Gleichgesinnte treffen, gemütliches Grillen anstatt Essen von der Stange und eine perfekte Organisation. Das macht die Biker Seele glücklich.
Die Guides: Allesamt bergaffine Jungs und Mädels in jeder Alterskategorie. Alle mit einer entsprechenden Ausbildung zum MTB Guide oder Fahrtechniktrainer, welche jedes Jahr erneut auf den Prüfstand gestellt wird.
Das Angebot: klassische MTB Fahrtechnikkurse von Basic bis Enduro, Ladies Only Angebote, Kidskurse und mehrtägige Fahrtechnikcamps in Ligurien, Vinschgau oder Livigno. On top spezielle Workshops rund um die Themen Kurve, Spitzkehre, aktives Fahren, Springen wie auch mentales Training.

SIE SAGT (Melanie): Fahrtechnik Workshop “Bodenkontrolle” – Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

Ich bin kein Kontrollfreak. Aber das eigene MTB besser beherrschen – das ist definitiv ein Plus. Das ein oder andere Mal mangelt es leider noch daran, besonders auf technisch anspruchsvolleren Trails oder wenn es (zumindest aus meiner Perspektive) steil wird. Ungewollt Passagier anstatt Fahrer auf dem Bike zu sein ist ziemlich uncool. Der finale Touchdown auf den Boden lässt dann nicht allzu lange auf sich warten. Für die Beinmodel Karriere kommt dieser Kurs zwar bereits zu spät, aber dennoch: der Workshop “Bodenkontrolle” scheint hier genau das Richtige zu sein. Im Vordergrund stehen Pumptrack und das Spielen mit dem Gelände. Aber auch die Basics werden wiederholt und gefestigt:

1. Bike Check und Cockpit Setup: Alles noch dran? Nichts locker? Luftdruck, Bremsen, Schaltung?
2. Grundposition: Die Basis für alles. Bringt einen sicher durch jeden Trail, Steilhang oder Kurve.
3. Hindernisse und Welle: Grundposition und aktives Fahren werden “im Trockenen” geübt.
4. Pumptrack: Es geht ans Eingemachte. Erlerntes aus 2 und 3 werden angewandt. Durch den richtigen Rhythmus wird beschleunigt um nicht im Track zu “verhungern”.
5. Vorderrad, Hinterrad anheben und Wippe: Die Grundlage um Hindernisse zu überwinden und Vorbereitung auf den Bunny Hop.
6. Absteigen bergab: lustige Übungseinheit am Steilstück.
6. Kurventechnik & Linienwahl: Links rum, rechts rum. Mit und ohne Wurzeln. Trocken und matschig. Alles ist dabei.
7. Federgabel und Dämpfer Setup: Abstimmung von Zug- und Druckstufe auf das Gewicht des Fahrers.
8. Gleichgewicht: Kann man nie oft genug üben – die Balance auf dem Bike.

Fazit Bodenkontrolle:

Ich hatte das Glück einer sehr kleinen – vier Teilnehmer + Guide – wie auch homogenen Gruppe. Und dabei haben wir uns alle auch noch prima verstanden (da kenne ich andere Fälle). Für mich die Basis eines guten Trainings. Aufgrund der kleinen Gruppengröße hatten wir quasi “Wunschkonzert”, wie unser Guide Anselm sagen würde. Weitaus mehr Kursinhalte als vorgesehen, wie z.B. Kurventechnik, konnten realisiert und dabei auch noch auf jeden einzelnen eingegangen werden. Es wurde viel Theorie vermittelt, dies aber meist kurzweilig und immer mit direkter Anwendungsmöglichkeit. Im Vordergrund war immer das spielerische Erlernen und der Spaß an der Sache. Unser Guide hatte immer noch einen Tipp oder Trick parat: “Lächeln (dann denkt der Körper alles ist super), sei eine Katze (geschmeidig und im Flow bewegen) und mach den Gorilla (Grundposition!).” Es wurde viel gelacht, allerhand Abflüsse für Pfützen im Trail gebaut (besonders die männlichen Teilnehmer waren hier sehr engagiert ;-)), pinke Hütchen für den Blick in der Kurve aufgestellt und auf dem iPad Videoanalyse betrieben. Einige der Kursinhalte kannte ich bereits aus vorangegangenen Workshops, dennoch lernt man immer ein neues Detail dazu oder wird auf falsche Gewohnheiten hingewiesen. Definitiv ein Kurs den ich leicht fortgeschrittenen MTBlern empfehlen kann.

ER SAGT (CHRISTOPH) Fahrtechnik Workshop “Luftstand” – Fliegen – uralter Traum, Wunder in Zeit und Raum.

“Fliegen – konntest du´s nicht tausendmal schon im Traum … ” – so vollmundig und mit einem Augenzwinkern wird der Kurs im Internet beworben. Tatsächlich geht es um das Erlernen einer sehr wichtigen Grundfertigkeit auf dem MTB: dem Bunnyhop und den davon abgeleiteten Spielarten. Wenn man wie ich jahrelang mit Klickpedalen gefahren ist, brauchte man auf die richtige Technik beim Springen keinen großen Wert legen. Einfach kräftig an Lenker und Pedalen ziehen und das Rad kommt schon irgendwie in die Luft. Dieser sogenannte “Schweinehüpfer” hat nur leider ein paar Nachteile: Man ist in der Sprunghöhe begrenzt, in der Luft ist man nicht sonderlich stabil, funktioniert eigentlich nur mit Klickpedalen und schaut auch scheiße aus.
Da mich vor zwei Jahren das Bikeparkfieber gepackt hat und das Springen ein wichtiger Spaßfaktor auf dem Weg durch die geshapten Trails ist, war dieser Kurs für mich vor dem Beginn der Bikeparksaison das perfekte Auftakttraining. Die Idee hatten auch noch 9 andere Personen und somit wurden wir in zwei Gruppen mit jeweils einem Trainer aufgeteilt und los gehts. Naja, nicht ganz – erstmal der obligatorische technische Radelcheck vor jedem Kurs. Ist so ähnlich wie die Sicherheitshinweise beim Fliegen. Keiner passt auf, muss aber irgendwie sein. Ups, einer meiner Speichen ist locker – Ääääh, haste mal nen Speichenschlüssel? Hm, scheint wohl doch nicht so unnütz zu sein?!
Jetzt dann aber wirklich los. Erst mal wird der Unterschied zwischen Schweinehüpfer und Bunnyhop erklärt und gezeigt. Scheint eigentlich ganz einfach zu sein – wenns einer vormacht, der es kann:

1. In die aktive Position gehen
2. Brust Richtung Lenker bringen
3. Ellenbogen nach außen
4. Fersen nach hinten drücken
5. Oberkörper strecken
6. Lenker anziehen
7. Hüfte explosiv Richtung Lenker bewegen
8. Füße in Flexposition
9. Arme durchstrecken (nun wäre man im Luftstand)
10. Beine anziehen
11. Waagerecht in der Luft stehen (optional lächeln und winken)
12. Sanft wieder auf dem harten Boden aufkommen
13. Und alles mit dem Beinen und Armen abfedern

Tja, was fehlt ist nur das richtige Timing und das kriegt man leider nur mit viel Übung hin. Also üben, üben, üben! Immer wieder Korrekturen vom Trainer inkl. Videoanalyse und Fachsimplen mit den anderen Kursteilnehmern. Langsam, ganz langsam werde ich immer besser. Wobei ich leider am Ende des Kurses nicht mein persönliches Ziel – den perfekten Bunnyhop – erreicht habe. Also muss ich auch weiterhin üben, üben, üben. Habe einmal gelesen, dass der Körper 10.000 Wiederholungen benötigt, um eine Bewegung perfekt auszuführen. Tja, dann fehlen ja nur noch 9.000.
Eine leichte Abwandlung vom Bunnyhop kann man nutzen, um über Kicker und Tables zu fliegen. Also rein in den Wald auf die angelegte Strecken und bei strömenden Regen über die Tables springen. Es sind fast die gleichen Dinge zu beachten wie beim Bunnyhob und nach der harten Vorarbeit auf dem ebenen Gelände kommt das Grinsen ins Gesicht, wenn anfängt ein wenig zu fliegen. Zum Schluss kam auch noch der Teil mit dem Droppen dran. Also kontrolliert in die Tiefe stürzen. Technisch nicht sonderlich schwierig, wobei natürlich hier auch einige Dinge zu beachten sind. Eher mental eine Herausforderung. Man fährt auf die Rampe zu und erst kurz vor dem Absprung sieht man, wo man landen sollte. Hier muss man sich einfach ein wenig überwinden, dann macht’s einen Heidenspaß.

Fazit Luftstand:

Für alle fortgeschrittenen Trail- und Bikeparklieber ist der Kurs definitiv sinnvoll. Ich weiß nun, woran es noch zu arbeiten gilt und hoffe, bald den perfekten Bunny Hop zu können. Übung macht den Meister!

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