Es lebe die Gruppe

Rennrad fahren ist anders, als ich es vom Berggehen kenne. Während hier oft die Logistik, Sicherheit und Mentalität für kleinere Gruppen spricht – so findet man sich beim Rennradfahren gerne zusammen. Wenn man genauer hinschaut macht es auch durchaus Sinn.

Bild: Sandro Schierz

Windschatten

Natürlich könnte man nun alles auf den entstehenden Windschatten zurück führen. Klar, die Energieersparnis ist teilweise enorm. In Fachkreisen spricht man von einem Plus zwischen 15 und 30 Prozent. Besonders als Anfänger kann diese Erleichterung ungemein helfen in einer stärkeren Gruppe mitzuhalten. Die paar km/h schneller können aber auch Wunder wirken für die Motivation, was vielleicht insgesamt positiv auf die Leistungsfähigkeit wirkt. Wer einmal so richtig in einem Windschatten gefahren ist und scheinbar von Geisterhand getragen dahin gleitet – es kann sehr berauschend sei

Technik

Nun habe ich immer eine kleine Satteltasche dabei, mit Werkzeug und Ersatzschlauch – doch bin ich im Ernstfall wirklich in der Lage souverän damit umzugehen? Gerade als Anfänger gibt es viel zu lernen, was die Technik angeht. Von der Wahl der richtigen Pedale, über das Austauschen von Lenkerbändern, bis hin zur richtigen Sitzposition oder der richtigen Kurventechnik. Gerade hier ist ein guter Ratschlag, eine helfende Hand oder eine Anleitung sehr kostbar. In einer Gruppe findet sich immer jemand, der bescheid weiss und helfen mag. Warum also immer in den Radelladen rennen, wenn ein guter Rat so viel unbefangener und direkter sein kann?! 

Bild: Sandro Schierz / Techniktraining für Einsteiger

Route

Das Münchner Umland ist wunderbar! Leicht welliges Gelände, viel Grün, Radwege und kleine Dörfer. Doch wenn man sich nicht auskennt, sieht schnell alles gleich aus. Man ist doch gewohnt zielgerichtet mit dem Auto irgendwo hin zu fahren. Dabei bleibt die Orientierung über die vielen (wenn auch hübschen) Käffer meist vernachlässigt. Rennrad fahren bietet also die wunderbare Gelegenheit die eigene Heimat etwas besser kennen zu lernen. Wenn man aber einfach mal drauf los fährt, kann das auch mit einer Extrarunde von 30 km irgendwo zwischen Wolfratshausen und Miesbach enden. Um das zu vermeiden, kauf man sich entweder ein teures GPS Gerät. Oder man schließt sich einer Gruppe an. Hier wird die Route vorher festgelegt. So bekommt man Angaben zu Höhenmetern, Highlights und Streckenlänge. Man weiss also genau, was auf einen zukommt. In der Gruppe fährt man auch einfach hinterher. Während der Erste die Kommandos gibt, bleibt mir mehr Zeit für Aussicht, Anstrengung und Unterhaltung.

Spirit

Unterhaltung ist auch schon das richtige Stichwort. Eine Gruppe kann für einen unglaublichen Spirit sorgen! Der beflügelt, inspiriert, motiviert – und sorgt ganz einfach für Spass. Es wird gelacht, sich ausgetauscht. Es wird Rücksicht genommen und sich gegenseitig angespornt. Wenn es ganz arg wird, wird man zurück in den Windschatten geholt, wenn man zurück gefallen ist. Oder man wird sogar angeschoben. Bei der Kuchenpause wird geplaudert und die nächsten Touren geplant. Es ist schön zu sehen, wie gut das in Gruppen laufen kann und wie viel man mitnehmen kann.

Die richtige Gruppe finden

Wenn man, wie ich, hauptsächlich Freunde im Bergsport hat, ist das erstmal garnicht so einfach. Wer fährt denn? Wo lerne ich die Leute kennen? Man sieht zwar überall im Umland ganze Pulks fahren – doch wie haben die sich organisiert? Der Schlüssel hier ist tatsächlich online zu finden. Ich kann an dieser Stelle mehrere tolle Gruppen empfehlen und hoffe hier noch viele weitere tolle Leute kennen zu lernen. 

Facebook Gruppe Rennradln München

Mit über 4.000 Mitgliedern findet man hier sicher die richtigen Tourenpartner. Nach Aufnahme in die Facebook Gruppe bieten sich vielfältige Möglichkeiten. Rennradln München, der Name sagt schon worum es geht. Aber auf das Münchner Umland muss man sich garnicht beschränken. Ob Tagestouren unterschiedlichster Schwierigkeitsgrade, Mallorca-Wochen oder Alpenüberquerungen: Jeder kann Gleichgesinnte für sein Abenteuer suchen. Dabei gibt es auch viele Touren, die richtig professionell organisiert sind, von leidenschaftlichen Rennradfahrern, die sich engagieren!

Sandro als Guide bei einer Gruppenausfahrt

Munich Mountain Girls

Bergfreundinnen finden, Inspriation, Motivation und Austausch: diese Gruppe von Münchner Bergmädels stellt einiges auf die Beine. Wir von lieberdraussen selbst sind seit einiger Zeit dabei und erleben tolle Kooperationen, Stammtische, Touren und tatsächlich neue Freundinnen für Bergprojekte. Zwar geht es bei den Munich Mountain Girls auch viel ums Wandern, Skifahren, Klettern und Mountainbiken, doch gruppiert auch hier sich gerade eine starke Rennrad-Fraktion. 

Women’s Cycling Camp

Wenn man es richtig professionell und top organisiert möchte, bieten sich Camps an! Hier bekommt man in kurzer Zeit geballte Rennrad Power und beste Kontaktmöglichkeiten. Besonders wenn solche Camps von Frauen für Frauen organisiert sind, entstehen wertvolle Energien! So beim Women’s Cycling Camp von Fiedler Concepts. Keine Konkurrenz, kein Testosterongehabe, keine blöden Sprüche. Dafür aber Frauenpower, Teamgeist und genau die richtigen Leistungsstufen. Mit bekannten, weiblichen Gesichtern aus der Radsport-Szene wird im wunderschönen Allgäu die Leidenschaft fürs Rennradfahren geweckt. Dazu gibt’s Technik, Training und Ausrüstung zum Testen. Vier Tage bietet das Wellnesshotel Sommer das ideale Basislager um die bezaubernde Gegend rund um den Forggensee zu erkunden. Das schauen wir uns natürlich genauer an! Lest bald mehr dazu oder kommt einfach mit!

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