Es lebe die Brotzeit

Ob anspruchsvolle Tagestour oder kurzer Abstecher ins Grüne – das Schönste ist doch die Brotzeit mittags am Gipfel. Schaut man sich aber ein bisschen bei den Bergsteigerkollegen um, so stellt man große Unterschiede fest was die Verpflegung angeht. Von liebevollen Kunstwerken bis hin zu pragmatischer Nahrungsaufnahme. Welcher Brotzeittyp seid ihr?

Der Pragmatiker

Hauptsache satt. Der Pragmatiker schläft lieber noch zehn Minuten länger als unnötig früh für Brotzeitmachen aufzustehen. Er setzt auf zielgerichtete Kalorienzufuhr und achtet wenig auf den expliziten Genuss oder Vielfältigkeit. Es gibt Nüsse, Wurst, Brot. Möglichst abgepackt und lange haltbar. Es gibt allerdings noch eine Steigerung hierzu. Wer nichtmal so viel Vorräte zuhause hat, fährt früh beim Bäcker vorbei. Schokocroissant. Wurstsemmel. Bravo.
Unser Tipp: Mandeln mit Honig & Salz von Seeberger. Nicht ganz vernünftig, aber um so toller wenn man eh schon am Rest spart.

Der Klassiker

Supersexy Käsebrot. Was Helge Schneider schon besungen hat, ist der Klassiker am Berg. Wird nicht so schnell schlecht, wie Wurst und ist trotzdem eine solide Grundlage. Wer sich etwas Gutes tun will kann das Brot pimpen. Baby-Spinat-Blätter, Gurkenscheiben, Avocadocreme. Salz und Pfeffer nicht vergessen und schon ist das banale Käsebrot ne Super-Schnitte.
Unser Tipp: Anstatt Butter (die im Sommer gerne zu weich wird) Cashew-Mus verwenden. Gibts inzwischen in jeder Bioabteilung und verleiht dem Brot noch eine ganz besondere Geschmacksnote bei gleichzeitig besserer Nährstoffdichte.

Der Verliebte

Liebe macht blind oder in unserem Falle maßlos. Weil man nicht weiss, was der oder die Liebste gerne mag, nimmt man besser mal alles mit. Und nur vom feinsten. Käse aus dem Bioladen, Fleischpflanzerl, vegetarischer Brotaufstrich, hartgekochte Eier, geräucherte Forelle, Gemüse, Schinken, Obst, Brot, Nüsschen, Schokolade und vielleicht noch ein kleines Fläschchen Wein. Unser Tipp: Wenn man beeindrucken möchte, packt man noch ein schickes Geschirrtuch und Servietten aus und drapiert alles hübsch in mundgerechten Stücken.

Der Ursprüngliche

Wieso ein Brot schmieren, wenn man auch das ganze Brot mitnehmen kann? Der Ursprüngliche achtet wenig auf Gewichtsoptimierung sondern setzt auf echte Handarbeit. Ein Laib Brot. Ein Stück Butter. Ein Stück Käse. Ein ganzer Kohlrabi. Oder vielleicht noch ein Stück Schinken?
Unser Tipp: Das Messer nicht vergessen. Sonst wird es interessant bei der Konfektionierung.

Der Optimierte

Kohlehydrate. Zucker. Protein. Fett. Die Zufuhr in der richtigen Zusammensetzung zum richtigen Zeitpunkt kann die Leistung maßgeblich steigern. Dieser Brotzeittyp hat genau das optimiert. Moderner Lebensmitteltechnik sei Dank für eine Vielzahl von Energy-Power-Boost-Gel-Riegel-Liquids. Ob das wirklich was bringt oder ob die Futter-Frustration die Leistung eher mindert, sei dahin gestellt.
Unser Tipp: Genug Wasser mitnehmen. Viele der Gels und Riegel lassen sich kaum ohne Wasser kauen und schlucken.

Der Unverträgliche

Im Zeitalter von Lebensmittelunverträglichkeiten, ja was tut man denn da am Berg? Käsebrot hat Laktose. Brot hat Gluten. Wurst hat Wurst. Und die Riegel haben Chemie. Essen müssen sie trotzdem, die Veganer und Co. Auch wenn man sie selten sieht, dann doch meist mit auffälliger Tupperware und etwas Tamtam außenrum. Hier findet sich selbstgemachtes Porridge auf Hafermilchbasis mit allerlei Körnern, Samen und Nüssen. Verfeinert mit Zimt und Kurkuma. Verziert mit schönen Früchten. Wahrscheinlich ist das die gesündeste Ernährung im Berg, nur noch nicht gesellschaftlich anerkannt.
Unser Tipp: Es gibt ganz tolle Porridge-Mischungen von Rapunzel oder Alnatura. Einfach mal ausprobieren, eignet sich auch wunderbar als vollwertiges Frühstück unter der Woche.

Und wir?

Wir haben schon viel ausprobiert. Von der veganen Phase bis hin zum Schnitzelbrot und Zimtschnecken. Die Brotzeit macht uns immer sehr viel Spaß, also schätzen wir eine liebevolle Zubereitung und auch eine bewusste Ernährung am Berg. Meist ist es also das gepimpte Käsebrot mit fancy Nussmischung, Datteltomaten und Apfelschnitzen. Wenn vorhanden, wird der Restkuchen vom Vortag mitgeschleppt und manchmal muss es auch ein Riegel sein.

Wenn ihr, wie wir lieber draussen sein wollt, hier uns Lieblings-Käsebrot-Rezept:

2 Scheiben Öko-Sonnenblumen-Vollkornbrot von der Hofpfisterei.
Mit Cashewsmus bestreichen.
Auf eine Seite reife Avocadospalten legen und festdrücken.
Salzen und Pfeffern.
Auf die andere Seite Bergkäse
und gegrillte Zuccchinischeiben drapieren.
Mit einigen Babyspinatblättern belegen
und zusammen klappen.

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