Ein Haus aus Schnee

W E R B U N G

Dieser Winter meint es gut mit uns. Ob Freeriden, Skitouring oder Langlaufen – die Schneemengen bieten unzählige Möglichkeiten. Daher probieren wir ganz was neues aus. Wir bauen ein Iglu.

Das geht natürlich nicht ganz alleine. Sonst wird es vielleicht eine winziges Schneeloch oder wäre akut einsturzgefährdet. Nein, wir wollen ein richtiges Iglu. Aus großen Schneeblöcken gebaut und mit einem runden Dach. Die Alpinschule Lermoos in der Tiroler Zugspitz Arena bietet uns die nötige professionelle Unterstützung.

Von – 40 auf 0 Grad

So ein Iglu ist eine feine Sache. Sieht hübsch aus und macht sich super auf den Fotos. Doch ist das Schneehaus eine über Jahrhunderte optimierte Bauform, die lange Zeit auch den Eskimos als einzige Behausung diente. Wo dauerhaft eisige Temperaturen Herrschen und das Baumaterial knapp ist, bietet sich das an.

Das Iglu ist wetterfest, schnell gebaut und schützt vor der enormen Kälte. Im Inneren herrschen meist um die Null Grad. Natürlich nur wenn man alles richtig gemacht hat. Zum Beispiel den Eingang tiefer gebaut hat, als die Bodenfläche. Somit strömt die kalte Luft immer nach unten und damit aus dem Iglu hinaus. So kann es aus draußen schon mal – 40 Grad haben, während im Inneren des Baus alles reguliert bleibt.

Heute werden Iglus nicht mehr als dauerhafte Siedlung betrieben. Doch haben unsere Recherchen ergeben, dass die Technik im kalten Norden durchaus noch an den Schulen unterrichtet wird. So ist ein unverhoffter Wettersturz zwar lästig, aber nicht gleich ein lebensbedrohliches Ereignis.

Ein Tag lieber draußen

Nach den Schneefällen der letzten Wochen sind beste Vorraussetzungen für unser Iglu gegeben. Unterwegs mit den Munich Mountain Girls treffen wir Marco von der Alpinschule Lermoos am Lift. Von der Mittelstation der Grubigsteinbahn aus gehen wir ein Stück ins Gelände. Mit Schneeschuhen an den Füßen, bepackt mit Brotzeit, Schaufeln und Brennholz.

Nach guten zwanzig Minuten schlagen wir unser Lager auf. Eine idyllisch verschneite Lichtung ist für den restlichen Tag unsere Heimat. Sanfte weiße Hügel, eine kleine Hütte, Wald außenrum. Alles ist tief im Schnee versunken, keine einzige Spur ist sichtbar.

Schnee sägen

Wir sind eine Gruppe von 6 Leuten. Die erste Übung beginnt damit unseren „Steinbruch“ vorzubereiten. Der Schnee muss komprimiert werden. Denn so schön der Powder ist, ein Haus wird schlecht daraus gebaut. Bei einer Schneehöhe von über zwei Metern sollte das aber kein Problem sein. Marco gibt uns Anweisungen und wir stapfen mit den Schneeschuhen über ein abgestecktes Feld. Während dieser Schnee sich setzen lassen kann, bearbeiten wir die Grundfläche unseres späteren Iglus. Auch hier brauchen wir einen stabilen und festen Untergrund.
Wir markieren die Bodenfläche kreisförmig mit Sonde und Seil. Hier darf gestapelt werden!

Dazu müssen wir aber zuerst die Blöcke aus dem Schnee sägen. Dazu wird neben unserem ersten Schneefeld ein tiefer Graben ausgehoben. Dieser dient uns als Anfahrt zum Steinbruch. Die oberste Schicht wird abgetragen. Nun können wir einfach Blöcke aus dem Schnee sägen. Wie Butter gleitet das Blatt durch die kalte Masse. Perfekte Quader mit glatten Kanten! Im Team klappt am besten. Zwei sägen. Zwei tragen. Zwei stapeln.

Die ersten zwei Reihen sind schnell gebaut. Marco erklärt uns nun den Spiralschnitt. Der ist verantwortlich für die spätere Form unseres Iglus. Macht man nun alles richtig, reihen sich die weißen Blöcke wie bei einen Schneckenhaus nach oben. Die Kanten der Blöcke müssen gut aufeinander passen, sonst werden sie zurecht gesägt. Trotzdem Innenneigung friert der Schnee so schnell an, dass ein Gefühl von Stabilität entsteht. Die letzten Blöcke sind tricky. Von innen gestützt möglichst ohne beim rübergeben selbst auf das Iglu zu fallen – und schon ist es fertig!

Nicht ganz. Im Inneren sitzen noch die Kollegen, die vorher die Blöcke entgehen genommen haben. Der Eingang zum Iglu wird erst am Schluss gebaut. Entgegen unserer Vermutung wird dieser nicht einfach in die Außenwand gesägt. Damit das Klima im Iglu richtig ist muss der Eingang unterhalb der Bodenfläche liegen. Bedeutet: wir müssen uns von unten in das Iglu graben.

Das leibliche Wohl

Iglubauen ist Arbeit. Klar. Man kann schon mal ins Schwitzen kommen. Aber es darf auch am Spaß nicht mangeln. Gleich zu Beginn wird ein Feuer gemacht. Während alle kräftig schaufeln, wird hier unsere Gulaschsuppe für mittags warm. Diese wird – ganz Ressourcenschonend – im Brötchen serviert. Zwischendrin gibt es Schokolade und Glühwein. YAY!

Nach gut 5 Stunden ist unser Iglu fertig. Wir sind stolz auf den kleinen Bau vor beeindruckender Kulisse. Was eine schöne Beschäftigung! Theoretisch könnten wir hier auch übernachten. Mit Isomatte und warmen Schlafsack kein Problem! Kurz denken wir darüber nacht. Heute lockt uns allerdings die Sauna und das warme Bett. Doch eines ist klar: Das ist sicherlich nicht unser letztes Iglu.

Iglu für Alle

Ein Iglu ist eine feine Sache! Wir können die Aktion nur jedem empfehlen. Ob als Familienausflug oder Firmenevent: Es macht Spaß, verbindet und macht einen bisschen stolz. Die Alpinschule Lermoos kümmert sich um die Details. Die Verpflegung ist Top, der Glühwein sorgt für die nötige Stimmung.