Ein Guide für alle Fälle

Ganz bewusst haben wir uns für eine geführte Tour entschieden. So ein Guide bringt viele, teils überraschende Vorteile mit sich. Eine Mischung aus Reiseführer, Kindermädchen, Navigationsgerät, Alleinunterhalter und Werkstattmeister. Mit allen diesen Features ist unser Bike Guide Martin Zwigart von ALPS ausgestattet.

Martin ist im echten Leben eigentlich Online Marketing Consultant in einer Bank. Für diesen klassischen Anzugträgerjob braucht es den richtigen Ausgleich, lacht er. Einige Jahre in München haben ihn geprägt. Am Mountainbiken kommt hier einfach niemand vorbei. Und genau diese Begeisterung möchte er mit uns teilen. Neue Leute kennen lernen und gemeinsam Spaß haben. Alles genug Motivation um nebenher die Ausbildung zum Mountainbike Guide zu machen. Inzwischen lebt er in Stuttgart, verbringt aber am liebsten Zeit auf den Trails. Bei ALPS ist er seit einem Jahr und fährt die Tour ENGADIN nun bereits zum dritten Mal.

Du hast doch ne Schraube locker

Bereits am ersten Tag, nach gut 500 Metern kommt der erste Hilferuf. Maaaaartin, bei mir ist da was locker. Utes Gangschaltung hat beim Transport wohl nen Schlag bekommen. Martin schaut, drückt, fährt Probe, werkelt und zack: die Tour geht weiter. Erster Test bestanden. Die Mädchen sind zwar ohne jegliche Schäden durch die Tour gekommen (Hauptsache wir haben Ersatzschläuche, Schaltaugen, Kabelbinder, Tools und Dämpferpumpen gekauft) doch ganz unbeschadet bleibt das Gruppen-Equipment nicht. Stets übernimmt Martin das Kommando. Schlauch wechseln, Bremsscheiben geradebiegen, abgefahrene Bremsbeläge identifizieren, Dämpfer einstellen. Wunderbar.

Alle Hände hooooch

Natürlich gibt es immer wieder Fotostopps. Die großartige Landschaft muss festgehalten werden. Aber auch die Gruppe muss aufs Bild. Damit auch jeder einzelne die Erinnerung auf dem Foto hat, wird Martin einfach mit mindestens so vielen Kameras, wie Teilnehmern ausgestattet. Wir reihen uns – anfänglich noch etwas unkoordiniert – auf, rücken zusammen, damit auch alle aufs Bild passen. Nun noch recht freundlich. Say cheeeseeeee. Damit es nicht langweilig wird: alle Hände hooooch! Aber: Martin muss auch mit aufs Bild. Daher haben wir das Super-Selfie eingeführt.

Sind denn alle da?

Es ist schön, nicht ständig stehen bleiben zu müssen und auf der Karte nach dem Weg zu suchen. Guide Martin kennt den Weg, fährt voraus, leuchtet Orange (bei Regen grün) und warnt uns vor. Vor jedem Streckenabschnitt bekommen wir eine kleine Zusammenfassung, Warnung vor Tücken oder Betonung der Schönheiten. Jeder sein Tempo. Und auch wenn die Mädchen mal wieder länger brauchen, warten alle geduldig am nächsten Wegpunkt.

Noch jemand ne Duschhaube?

Wer an der Ausrüstung spart, darf sich über Optik nicht beschweren. Ein wasserdichter GoreTex Helmüberzug kann schnell durch eine Duschhaube ersetzt werden. Bei 10 Grad und Dauerregen ist einem das auch noch egal. Unser Guide Martin ist so frech beim Hotel noch einen ganzen Satz davon einzufordern und sie liebevoll kümmernd an alle auszuteilen.

Kümmern ist gut, den eigenen Kopf ersetzt es aber nicht. Martin erzählt von einer früheren Tour. Da hatte wohl jemand den Rucksack auf der Hütte vergessen. Es aber erst 400 Höhenmeter (natürlich weiter unten) später gemerkt. Tja, da ist auch ein Martin nicht nochmal schnell hochgeradelt.

Ich ruf mal schnell an

Wir haben auf der Tour unglücklicherweise ein paar Ausfälle. Martin (nicht der Guide) mit Freunden Nico und Andi auf der Tour, fährt seit Beginn im Gepäcktransport mit, da er sich vor sechs Wochen ernsthaft verletzt hat. Ute fällt noch vor der Tour vom Rad und bricht sich die Schulter an, merkt es aber erst nach der ersten Etappe. Sandra stürzt am zweiten Tag und bricht sich zwei Rippen an. Und ich, ja ich hab Knie und setze einen Tag aus. Aber alles kein Problem. Unser Guide ruft an, hakt nach, plant vor und kümmert sich rührend um alle Wehwehchen. Dass auch jeder zum nächsten Etappenziel kommt, Extrawünsche erfüllt, Seelenlagen ausgeglichen und Dinge organisiert werden.

Das geht alles auch nur, weil ALPS im Hintergrund alles möglich macht, die Touren super vorbereitet, die Guides gut schult und die richtigen Ansprechpartner verfügbar sind. Wir hören von begeisterten Teilnehmern, dass immer jemand erreichbar war, jemand zuständig ist und alles irgendwie möglich gemacht wird. Bravo. So verstehen wir auch, dass über die Hälfte der Teilnehmer Wiederbucher sind. Und es kann sehr gut sein, dass auch wir zu Wiederbuchern werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

fünf + drei =