Die Skihütte: Same procedure as every year?

Seit nun bereits zehn Jahren geht es mit dem Freundeskreis für ein gemeinsames Wochenende zum Skifahren auf eine urige Hütte in Österreich. Manches (amüsantes) zieht sich wie ein roter Faden durch all die Jahre, anderes unterliegt dem Wandel (…wir werden alt!). Grund für uns die Zeit einmal Revue passieren zulassen.

Seid ihr dabei? Ja, Nein, Jein!

Wenn selbst erfahrene Projektmanager graue Haare bekommen, dann organisieren diese wohl ein Hüttenwochenende. Denn: Einen Sack voller Flöhe zusammen zu halten, ist wohl einfacher als dreizehn Skifahrer zum gleichen Zeitpunkt auf eine Berghütte zu bekommen. Da gibt es natürlich den harten Kern: die Hütten Organisatoren und die engsten Freunde sind treue Anhänger des Hüttenwochenendes. Nur eine von langer Hand geplante Auszeit oder Weltreise kann diese von der Teilnahme abhalten. Bei anderen ist das schon etwas schwieriger, denn eine Zusage bedeutet nur bedingt eine Hüttenteilnahme. Es kann sich ja noch so viel tun! Aber nach all den Jahren kennt man seine Pappenheimer und so wird vier Wochen vor besagtem Wochenende die Hälfte der Hüttenbelegung neu geplant. Was wir gelernt haben? Ruhe bewahren, dem Chaos seinen Lauf lassen und an die Kraft der Selbstorganisation glauben. Am Endes des Tages sind noch alle angekommen.

Eine Frage des Anspruchs

Bei dreizehn Personen auf einer Selbstversorger Hütte bedarf es einer guter Essensplanung. So wird die gute alte Excel Liste jedes Jahr erneut an den Teilnehmerkreis verschickt: wer bringt was mit, was wird gekocht, Extrawünsche? Zu Hüttenanfangszeiten gab es ein unumstößliches “Essenskonzept”: Spaghetti Bolo, Raclette, Frühstück mit Wurst, Käse und Marmelade. Doch mit dem Alter kamen die (Essens-)Ansprüche: sei es bio, regional vom Bauern, laktosefrei oder rein pflanzlich. Damit fanden nach und nach veganer Kuchen von Nina, raffiniertes Risotto und Linsensalat von Fritz und Barbara’s frisch gebackenes Brot und Cantuccini Einzug auf den Hüttenspeiseplan. In einem Wellnesshotel könnte es Einem kaum besser ergehen!

Party! Ja klar. Gähn…

Wir erinnern uns an legendäre und ausschweifende Hüttenabende. Selbstgemixte bunte Cocktails, günstiger Rotwein aus dem Supermarkt, süßer Sekt, Jägermeister Stamperl – stets begleitet von geselligen Trinkspielen, raumeinnehmenden Tanzeinlagen aller Hüttenteilnehmer und Polonaise durch die Hüttenzimmer.
Mit dem Alter kommt die Vernunft und auch der wachsende Anspruch an das alkoholische Getränk. Man möchte schließlich am nächsten Tag schmerzfrei auf die Piste! So gibt es natürlich immer noch das ein oder andere Gläschen Wein – dann jedoch vom Winzer des Vertrauens! Rauchiger schottischer Whiskey gesellt sich nun zu Rum aus Mauritius in dafür extra mitgebrachten Gläsern. Der hippe Gin kommt aus München, der Tonic von “Herrn Henry”. Und so manch einer überspringt selbst diesen Teil und verzieht sich klammheimlich ins gemütliche Hüttenzimmer um dann gutgelaunt der Erste am Frühstückstisch zu sein.

Der Schwund

Es gibt Semmelberge, Rührei und French Toast. Es ist Tradition gemütlich und ausgiebig gemeinsam zu frühstücken. Ab einem bestimmten Zeipunkt wird es dann aber immer hektisch: wir müssen jetzt los zum Skifahren! Jetzt gilt es die gesamte Hüttenbelegschaft samt Ausrüstung in die Autos zu verfrachten und zur Bergbahn zu fahren. Doch nicht sämtliches Material schafft es zuverlässig bis zum Skilift: “Wo sind denn eigentlich meine Skischuhe, – Helm oder – Handschuhe?!” So geht es dann regelmäßig für eine kleine Gruppe zurück auf Los. Man wird sich erst Mittags wieder treffen. Mit der verbliebenen Gruppe geht es gemeinsam auf die Skipiste. Das klappt dann auch genau eine Abfahrt lang. Sei es aufgrund unterschiedlicher Könnerstufen oder Missverständnissen welcher Lift denn nun als nächstes angesteuert werden soll, wird die weitere Hälfte der Gruppe verloren. Und wenn man jetzt nicht genau aufpasst, verfährt man sich zusätzlich im weitläufigen Skigebiet und muss sich mit einem sehr kostspieligen Taxi abends zurück bringen lassen, da bereits alle Lifte geschlossen sind. Ja, wir sprechen da aus Erfahrung!

Wann wird’s endlich wieder Skihüttenwochenende?!

Doch was wäre ein Hüttenwochenende nur ohne all diese kleinen Malheure? Wir genießen das gemeinsame Kochen, Holzhacken, Sportlern und Anstoßen aufs Leben! Daher an euch, liebe Freunde: Wir freuen uns auf weitere schöne Skihütten Wochenenenden mit euch!