Die erste Zecke. Ein Erfahrungsbericht.

So schön die Trainingstour auf den Frieder war, ein Mitbringsel hätte ich mir sparen können. Beim Aufstieg war es noch Thema und ich war stolz, mich ausführlich zum Thema Zeckenschutz informiert zu haben. Dass ich aber gleich von einer Zecke gebissen werde, wäre mir nicht eingefallen. Schön getarnt zwischen ein paar Muttermalen hatte sie einen ganzen Tag Zeit, um sich festzubeißen.

Erstmal Panik.
Meine erste Zecke. Auch wenn wir gerade erst darüber gesprochen hatten, bin ich irgendwie davon ausgegangen, dass mir das bestimmt nicht passiert. Abends um zehn, allein daheim, am liebsten hätte ich den medizinischen Notdienst gerufen. Mit Öl, Uhu, Zeckenzange, Karte, drehen, ziehen oder immer gleich zum Arzt? So viel Google sonst auch weiß, in diesem Fall sind es mir zu viele Antworten. Die entscheidende Gebrauchsanweisung liefert eine gute Freundin, die zufälligerweise Ärztin ist: Durchatmen. Pinzette. Tief ansetzen. Möglichst alles erwischen. Raus damit. Desinfizieren. Und: ich werde nicht sofort tot umfallen. Muss man auch erstmal wissen.

Doch zum Arzt.
Auch wenn ich mit meiner Operation sehr zufrieden bin, sehe ich das als Zeichen. Ein schneller Besuch beim Hausarzt hat mich nun beruhigt. Der Frieder liegt nicht im Borreliose Gefahrengebiet und nicht jede Zecke überträgt gleich FSME. Trotzdem habe ich mich für eine Impfung entschieden. Wird wahrscheinlich nicht die einzige Zecke zwischen München und Venedig. Auch wenn vor der Tour nicht mehr alle drei Impfdosen verabreicht werden können, so ist man laut Arzt auch nach der zweiten Spritze bereits teilweise geschützt. Mehr Infos zum Thema gibts aber tatsächlich im Internet. Auf www.impfen-info.de erfährt man mehr über die Impfung. Über die Borreliose Risikogebiete informiert zum Beispiel die Seite www.zecken.de

Achtsamkeit ist gefragt.
Die Impfung beruhigt mich ein bisschen, am besten aber ist es natürlich gar nicht erst gebissen zu werden. Die Zecke lautert gerne bodennah in Sträuchern und Gräsern bis sie sich dem vorbeigehenden Wanderer einfach anhaftet. Vielleicht krabbelt sie dann noch eine Weile umher, bis sie ein passendes Plätzchen gefunden hat. Sprays können wohl ein bisschen abschrecken. Aber am besten vermeide ich den Kontakt, indem ich lange Hosen trage und mich nach Möglichkeit jeden Abend nach den kleinen Biestern absuche.

Wunderbar, Melli und ich werden uns jetzt einfach jeden Abend gegenseitig ‘lausen’.

(barb)