Die Bleispitze – Panoramatour auf Grashügel

Der Wetterfrosch verspricht Traumwetter am Wochenende. Da gilt es alle bis jetzt gemachten Pläne über den Haufen zu werfen und alle Aktivitäten auf “Berg” auszurichten. Wer weiß, wie viele schöne Herbsttage es in diesem Jahr noch gibt.

Die Wandergruppe ist schnell gefunden: Christoph, Hermann und ich (Barbara ist leider krank) – ein eingespieltes Team also. Die Entscheidung fällt auf die Bleispitze, ein grasiger Gipfel in den östlichen Ausläufern der Lechtaler Alpen. Weit genug weg vom Münchner Einzugsgebiet aber nah genug für einen Tagesausflug.

TRAUMSTART

Punkt 10 Uhr laufen wir am Wanderparkplatz los. Grüne taubesetzte Wiesen wechseln sich mit schattigem Bergwald ab. Wir erreichen ein erstes Plateau: die Bichlbächler Alpe. Ab jetzt geht es nur noch steil bergauf und wir gewinnen schnell an Höhe. Hier und da blinzelt die Sonne durch den Wald und setzt ihre Akzente auf den Wanderweg. Wir treffen auf einzelne Wanderpaare, jedoch keine Spur vom typischen „Massentourismus“ in den Münchner Hausbergen. So muss das sein.

Nach kurzer Fotopause geht es durch Latschen und Tannen bis wir uns wieder im freien Gelände befinden. Erstmals haben wir Blick auf die Südseite der Zugspitze. Blauer Himmel soweit das Auge reicht. Ein Wegweiser zeigt uns den Weg zum Gipfel. Es wird noch mal schweißtreibend. Der letzte Anstieg geht über einen grasigen Gipfelhang und schließlich zum Gipfelkreuz. Die antrainierte Kondition scheint nicht mehr vorhanden, aber die Aussicht auf eine leckere Brotzeit lässt einen schnell voranschreiten.

PANORAMA

Oben. Hammerblick auf die Zugspitze, die Mieminger Kette und die Lechtaler, Tannheimer und Ammergauer Berge. Es gibt vegane Brotzeit: kunstvoll belegtes Brot und Mandelkuchen.

Zurück folgen wir der berühmt berüchtigten ‘Hermann Variante’: “Ist zwar kein offizieller Wanderweg, aber das geht scho.” Der Abstieg erfolgt über einen grasigen Grat, welcher bereits vom Gipfel aus sichtbar ist. Es zeigt sich schnell, dass wir es hier mit nichts anderem als einem bessern Trampelpfad zu tun haben. Dem Geruch nach vor allem durch Schafe genutzt. Es wird dennoch eine kurzweilige und aussichtsreiche Wanderpassage. Die letzten Höhenmeter geht es steil querfeldein, Stockeinsatz ist gefragt. Ja, diesen Abstieg musste man sich erarbeiten. Danke Hermann :-).

Die Tour in Kürze:

  • Gipfel: Bleispitze, auch Pleisspitze (2.225 Meter)
  • Höhenmeter: 970
  • Zeit: ca. 2:30 Stunden Aufstieg, ca. 1:45 Stunden Abstieg
  • Ausgangsort: Bichlbächle/Tirol
  • Einkehr: Keine Hütte unterwegs. Gasthof ‚Bergmandl‘ am Ausgangspunkt in Bichlbächle
  • Schwierigkeit: Komfortable aber auch teilweise recht steile Bergwege. Beim Abstieg über den Grat ist passagenweise Trittsicherheit gefragt. Wanderstöcke mitnehmen!

(Melli)