Buchen sollst du suchen oder Trailrunning für Anfänger.

Eine Stunde bis zur Hütte. Der Weg geht leicht bergab und die Sonne ist uns noch immer im Genick. Vor uns allerdings türmen sich ein paar dunkle Wolken, die nach Wetterbericht ‘am Nachmittag zu vereinzelten, lokalen Gewittern führen können’. Also machen wir uns keine weiteren Sorgen.

Kaum sind wir zehn Minuten unterwegs hören wir es aus der Entfernung donnern. Wir beschleunigen unseren Schritt. Es donnert wieder. Lauter. Sehr viel lauter. Von Regen aber noch keine Spur. Jetzt ist die Zeit, entweder umzukehren oder sehr zügig weiter zu laufen. Wir wählen letztere Variante und sind stolz auf uns, nicht die ängstlichen Mädchen zu sein.

Ein Gewitter kann etwas sehr romantisches sein. Vorausgesetzt man befindet sich mit heißem Kakao (und passendem Partner), Kuschelsocken, Kaminfeuer und Bärenfell in der Hütte. Stand uns leider kurzfristig nicht zur Verfügung. Der laute Donner in freier Natur und umringt von hohen Bergen lässt uns kurzfristig zu Höchstformen auflaufen. Jetzt der Blitz. Das Gewitter ist über uns. Wir rennen. da wir nicht genau wissen, wie weit unsere Unterkunft entfernt, flüchten wir uns in einen offenen Bretterverschlag gleich neben einem Kuhunterstand. Die Alm dazu war leider verschlossen. Schnell noch knöcheltief in Kuhscheisse gelatscht und vor lauter Panik die Stöcke in den Mist geworfen. Kaum haben wir unseren Unterstand erreicht, bricht der Regen sintflutartig über uns herein.

Was haben wir gelernt?! Eichen sollst du weichen? Buchen sollst du suchen? Nein. Metall weg. Rucksack und Stöcke weg. Handy und Kamera weg. Trockenen Boden suchen. Klein machen. Abwarten. Blitz und Donner gleichzeitig. Haben wir das richtig gemacht? Gut, dass die Mütter uns nicht sehen können. Keine Viertel Stunde später ist der Spuk vorbei. Und weitere zehn Minuten später haben wir unsere Hütte erreicht.

Prost, darauf einen Schnaps.

(Barbara und Melanie)