Bimmel, Bimmel, Muh, Bimmel

Nebel, Regen, 10 Grad – da kommen Erinnerungen an die Alpenüberquerung hoch. Dennoch bin ich heute lieber draussen, und zwar im schönen Allgäu. Es ist Viehscheid in der Region, wie der traditionelle Almabtrieb dort gennant wird.

WAS FÜR EINE GERÄUSCHKULISSE

Hunderte Rinder werden zurück ins Tal getrieben und ihren Besitzern zurück gegeben. Genauso viele Menschen stehen am Wegesrand, um dieses Spektakel mitzuerleben. Man wartet wie auf einen Popstar, die Kamera stets griffbereit. Da kommen sie: Bimmel, Bimmel, Muh, Bimmel. Das Ende des Almsommers wird buchstäblich eingeläutet. Große Schellen an den Hälsen der Kühe erzeugen einen ohrenbetäubenden Lärm. In den Bergen dient das Glockengeläut dem Hirten vor allem dazu, das Vieh in unübersichtlichem Gelände wiederzufinden. Auch eine zerstreute Herde findet anhand des Geläutes wieder zusammen. Als Zuschauer ist es einfach nur ganz schön beeindruckend. Rund 700 Stück Vieh, wie im Örtchen Schöllang, kommen von den anliegenden Alpen ins Tal. Übrigens: war der Almsommer für Mensch und Tier unfallfrei, wird ein besonders schönes Tier festlich geschmückt, das sog. Kranzrind, und bildet zusammen mit dem Alphirten die Spitze des Zuges. Einfach wunderschön. (Melli)