Berge, Winter, Babybauch

Eine Woche Winterurlaub in den Hohen Tauern. Herrlich! Auch wenn diesmal alles anders ist: der Babybauch ist nun nicht mehr zu leugnen, die Funktionsklamotten sind alle etwas zu eng und die Kondition, insbesondere bergauf, ist nicht mehr die allerbeste. Dazu allerhand Gedanken, welche sportlichen Winter Aktivitäten in Ordnung sind und auf welche es lieber zu verzichten gilt. Lest hier zu meinen Erkenntnissen und Tipps rund um den Winter Bergurlaub.

Hoch hinaus

Wie hoch darf’s denn gehen in der Schwangerschaft? 2.000, 2.500, 3.000 Meter? Ein heikles Thema ohne wirklich allgemeingültige Empfehlungen. Das Problem liegt hier an der Luft, da sich in der Höhe die Sauerstoffversorgung des Babys verringert – auch ohne körperliche Aktivität der werdenden Mutter. Der Kreislauf von Schwangeren braucht einfach länger sich zu akklimatisieren. Hat man bereits vor der Schwangerschaft Bergsport betrieben, verschiebt sich die Höhengrenze nach oben, es wird jedoch keine pauschale Grenze beschrieben, vielmehr gilt die individuelle Leistungsfähigkeit der Bergsportlerin wie auch der Verlauf der Schwangerschaft. Ich habe mich bei einem kurzen sonnigen Bergaufenthalt auf 2.300 Metern, gepaart mit heißem Tee und Müsliriegel, pudelwohl gefühlt. Man merkt jedoch, dass die körperliche Anstrengung, insbesondere beim Aufstieg, um einiges höher ist. Da heißt es einfach langsam machen und gegebenenfalls wieder Höhenmeter absteigen, sollte man sich unbehaglich fühlen. Hier ist falscher Ehrgeiz fehl am Platz.

Sonnenbaden

Am Berg ist ein solider Sonnenschutz wichtig – das wissen wir alle. Für Schwangere ist dieser noch wichtiger, da die Haut durch die Hormonumstellung empfindlicher ist und die Folge dunkle Pigmentflecken sein können. Für mich bedeutete dies Lichtschutz 50+ und der Verzicht auf ausgedehnte Sonnenbäder auf der Hütte.

Skifahren?

Das Großglockner Gebiet ist das größte Osttirols und bietet so allerhand Panorama dank sechzig Dreitausendern. Ein Traum als Skifahrerin! Doch darf man Skifahren als Schwangere? Stürze sollten ja unbedingt vermieden werden. Dabei habe ich mir keine Sorgen um meine eigenen Skikünste gemacht, eher um die der anderen. Da wir außerhalb der Ferienzeiten im Urlaub waren (fast leere Pisten) und das Skigebiet sehr anfängerfreundlich ist, wagte ich mich auf die blauen Abfahrten. Nach zwei Tagen reichte es jedoch und ich wandte mich anderen Sportarten zu– zu sehr beschäftigte mich dann doch die mögliche Sturzgefahr.

Schneeschuhe!

Um dennoch in den Genuss der fantastischen Bergwelt der Hohen Tauern zu kommen, bin ich auf Schneeschuh Wanderungen umgestiegen. Und dies hat ganz hervorragend funktioniert. Man geht langsam aber stetig und ist gleichzeitig abseits gestreuter Spazierwege unterwegs. So war ein Ausflug zum Fuße des Großglockners, Österreichs höchstem Berg, problemlos möglich. Bewaffnet mit Stöcken, Primaloft und Brotzeit ein unvergleichliches Wintererlebnis! Wenn dieses Kind mal keine Bergziege wird, weiß ich auch nicht ;-).

Happy Yogi

Mit der Schwangerschaft wurde meine Leidenschaft fürs Yoga neu entfacht und dank dem tollen Kursangebot unseres Hotels war die tägliche Praxis ganz einfach. Für mich der perfekte Ausgleich zur Aktivität am Berg – körperlich, geistig und emotional. Ein starker Rücken wird trainiert wie auch verspannte Muskeln gelockert – beides tolle Dinge um trotz größer werdenden Babybauchs fit zu bleiben. Asanas (Yogapositionen) speziell für den Beckenboden und die Stärkung der Beine sind hier besonders zu empfehlen. Wichtig ist, dass es als Schwangere nicht mehr darum geht neue schwierige Positionen möglichst lange zu halten, sondern immer nur so weit zu gehen wie es guttut und angenehm ist. Unter diesen Voraussetzungen kann man Yoga sogar bis zum letzten Tag vor der Geburt machen. Wir werden sehen .

Einen Winterurlaub in den Bergen braucht man auch als Schwangere nicht zu scheuen. Natürlich beziehe ich mich hier allein auf meine persönlichen Erfahrungen und Gespräche mit meinem Arzt. Im Zweifel sprecht unbedingt mit eurem Gynäkologen oder eurer Hebamme – diese können individuell auf eure Situation eingehen und euch entsprechend beraten.
Ich wünsche euch einen schönen Urlaub!