Bad Gastein: persönlicher Kraftort mit bewegter Vergangenheit

Schon seit Jahren zieht es mich immer wieder nach Bad Gastein. Ganz anders als gewohnte Bergdörfer versprüht der kleine Kurort in den Hohen Tauern einen ganz außergewöhnlichen Charme. Mondän und voller eleganter Melancholie, zeugt Bad Gastein von einer längst vergangen Zeit.

Kaiser Franz meets maroden Futurismus

Fährt man bis ans Ende des Gasteinertals erreicht man irgendwann im Talschluss ein in den Berg hinein gebautes Städtchen. Steil an den den Fuß von Graukogel und Stubnerkogel schmiegen sich imposante Bauten, die einen bereits von weitem königlich-kaiserlich in Empfang nehmen. Sieht man genauer hin, überrascht eine Mischung aus Sissi-Pastell und 70ger-Futurismus. Viele Gebäude stehen leer und lassen durch bröckelnde Aufschriften auf eine bewegte Bäderkultur schließen. Mitten durch den Ort donnert ein mächtiger Wasserfall.

Fruchtbarkeit und Dekadenz

Bad Gastein hat eine lange Geschichte. Bereits im 16. Jahrhundert erlebte es seine erste Blütezeit. In den Bergen lag das Gold und aus der Erde sprudelte wertvolles Wasser. Heißes Thermalwasser und kaltes Quellwasser vereinen sich an diesem Ort zu einem heilenden Sprühnebel. Dem radonhaltigen Wasser wird nachgesagt, anregend auf die Fruchtbarkeit zu wirken. Bis heute kann man hier zur Kur gehen und Knochen, Lungen und Haut heilen.

Die wirtschaftliche Bedeutung der Heilquellen erkannte auch Kaiser Franz Joseph I. Er brachte die gehobene, mondäne Gesellschaft nach Bad Gastein und machte aus der Kur ein gesellschaftliches Ereignis. Bis heute ansässige Hoteldynastieen prägten das Stadtbild und boten Raum für internationale Prominenz und Dekadenz.

Aufschwung und Niedergang, totgeglaubt und neu geboren. Bad Gastein hat sich immer wieder neu erfunden. Nachdem der zweite Weltkrieg den Tourismus fast zum Erliegen gebracht hatte, zog mit der Ski-WM 1958 wieder Leben ein. Die Wirtschaftswunderjahre, architektonische Experimente in den 70gern und berauschende Selbstüberschätzung in den 80gern. Die Stadt hat Stars wie Liza Minelli und Shirly Bassey gesehen, Gustav Klimt war gern zu Gast, so auch Hildegard Knef und Luis Trenker.

Wiedergeburt und Neuerfindung

Wer heute nach Bad Gastein kommt, erlebt eine Stadt im Aufbruch. Sich der bewegten Vergangenheit bewusst, aber mit der nötigen Souveränität und Modernität. Im Sommer gibt es Kunst (Sommer. Frische. Kunst), im Winter Sport (red Bull Playstreets). Bekannt aus einschlägigen Edeka-Werbespots hat kürzlich Friedrich Lichtenstein sein neuestes Kunstprojekt und Album nach der Alpen Metropole benannt. Das Publikum ist deutlich verjüngt, doch gewohnt international. Es gibt Clubs und Bars, Kultur und Genuss.

Das Grand Hotel d’Europe ist noch immer monumentale Residenz des Casinos. Doch eine junge Generation von Hoteliers führt Bad Gastein in eine neue Ära. Miramonte, Regina und Haus Hirt – drei Hotels an denen ich die letzten Jahre nicht vorbei gekommen bin. Sommer wie Winter. Allein oder in Begleitung. Ich finde hier vereint, was mich als Designer und Bergsteiger gleichsam begeistert. Mit Stil und weltmännischem Geschmack huldigen sie einer bewegten Vergangenheit und bieten mondäne Erholung von aufregenden Bergabenteuern in den 3000ern der Hohen Tauern.

Der Ort:

Am Ende des Gasteiner Tals in den Hohen Tauern, ca. 1h von Salzburg, 2,5 h von München. Der Tourismusverband bietet allerlei Aktivitäten und Führungen.

Bad Gastein

Wintersport:

220 Pistenkilometer, über 4 Skigebiete verbunden. Gute Möglichkeiten für Freerider und Tourengeher. Stabile Schneelage aufgrund der Höhenlage.

Ski Gastein

Wandern und Bergsteigen:

Die hohen Tauern bieten Abwechslung auf jedem Niveau. Vom einfachen Panorama Höhenweg bis zur Mehrtagestour über Hütten und Gletscher, vom Singletrail zum erfrischenden Gebirgssee. Ob für Einzelkämpfer, Schwangere Pärchen, Adrenalinjunkys, Gipfelsammler oder Erholungshungrige – hier findet jeder seinen persönlichen Kraftort.

Hotels:

Das Regina Haus Hirt   Hotel Miramonte

Events und Aktivitäten:

Das Kunst- und Kulturfestival sommer.frische.kunst. findet im Sommer 2015 bereits zum sechsten Mal statt. Zahlreiche Kunst- und Kulturveranstaltungen beleben den ganzen Sommer lang den historischen Ortskern. Als weiteres Highlight des sommer.frische.kunst. Festivals wird die Akademie stattfinden. Sie lädt Kunstinteressierte ein, sich in ihrem Urlaub selbst künstlerisch aktiv zu betätigen.

sommer.frische.kunst

Red Bull PlayStreets verwandelt Bad Gastein in eine spektakuläre Spielwiese für die weltbesten Freeskier und Freestyler. Mitten auf den Straßen und über die Dächer des Skiortes führt die mit Kickern und Rails gespickte Strecke.

Red Bull Playstreets

Für Schlechtes Wetter im Sommer wie im Winter: Die Felsentherme. Hier kann man das Bad Gasteiner Gesundwasser mit all seiner Wirkung erleben. Kostbare Mineralien lindern und heilen, erneuern und straffen, kurbeln an.

Felsentherme

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