6. Etappe: Endspurt nach Bella Italia

Letzte Etappe. Laut unserm Guide Martin geht es heute nur noch bergab. Verheimlicht hat er jedoch die 500 Höhenmeter, die es dennoch hochzukurbeln gilt.

Gschaftlertum und Fotoshooting

8:15. Die Gruppe ist gschaftelig. Reifen werden ein letztes Mal aufgepumpt, Ketten geölt, Bremsbeläge gecheckt, Regenjacken an- und ausgezogen. Ein bisschen Wehmut liegt in der Luft. 8:45. Wir starten. Die Stimmung ist trotz erster Regentropfen gut, schließlich wartet Bella Italia mit Spritz Aperol und Eis am Comer See auf uns. In stetigem bergauf, bergab radeln wir also gemeinsam die Silser Trails entlang. Es nieselt mittlerweile, wir tragen Duschhaube und wasserdichte Schuhüberzieher. Der Untergrund ist glitschig und so wird manch ein Trailabschnitt etwas kniffliger als gewohnt. Aber nur Mut, Vorderbremse auf und runter die steinigen Absätze. Und so erreichen wir unser erstes Etappenziel, den Malojapass. An die Damen: Nein, dort gibt es leider kein Shoppingoutlet der gleichnamigen Marke (hätte ich jedoch durchaus begrüßt;-)). Dort auf 1.815 Metern gibt es allein einen Parkplatz, ein Restaurant und ein nüchternes Schild, um welches wir uns nun für das obligatorische Foto scharen.

Das große Fressen

Ab jetzt nur noch bergab. Wir teilen uns die Passstraße zunächst mit Autos und so gilt es in gemäßigtem Tempo die Serpentinen hinab zu fahren. Unten angekommen, passieren wir malerische Orte, einer hübscher als der andere. Wasserfälle, alte steinernde Brücken, Kastanienbäume – die Mädchen sind verzückt und würden hier nur allzu gerne verweilen. Einen Stopp gibt es jedoch erst zum Mittagessen. Platten mit gehäuften Bergen von Käse, Salami, Schinken und Antipasti werden serviert. Wir gönnen uns sogar ein Gläschen Wein, schließlich ist das unserer letzte Etappe. Ein obligatorischer Espresso zum Abschluss.

Fachmänner, Gewitter und ein Bus voller Japaner

Der letzte Streckenabschnitt beginnt. Wir radeln einen nicht enden wollenden Radweg entlang. Über uns brauen sich erneut dunkle Wolken zusammen und wir haben den ersten (und letzten) Platten auf dieser Tour. Dank mehrerer ausgewiesener Fachmänner, zum Schluss basteln und beraten sich drei Männer (!) zu einem platten Reifen, konnte das Mahleur aber behoben werden. Wir erreichen einen ersten See, den Lago di Mezzola. Türkis leuchtet er uns entgegen, jedoch ist es zu ungemütlich einen Badestopp einzulegen. Denn wir hören ersten Donner, sehen Blitze. Eine halbe Stunde vor dem Comer See legen wir damit einen Zwangsstopp in einem kleinen Cafe ein. Die Gruppe freut sich allerdings über diese unverhoffte Pause, kommt sie hiermit schon jetzt in den Genuss von Cappuccino, Eis und Dolce. So gemütlich zusammensitzend, hält ein riesiger Touristenbus vor dem Cafe. Eine Horde Japaner stürmt hinein, kauft hektisch Wasser, stellt sich an der Toilette an, raucht vor der Tür. So schnell wie sie da waren, sind sie auch schon wieder weg. Irgendwie ein lustiges Völkchen.

Bella figura

Wir brechen auf, es regnet, aber das Gewitter ist vorbei gezogen. Nur noch wenige Kilometer bis zum Comer See. Wir treten nochmals kräftig in die Pedale, eine letzte Abbiegung und da ist er. Grau und wolkenverhangen präsentiert sich unser Etappenziel. Aber das mindert nicht die Freude alle wohlbehalten angekommen zu sein. Nur kurz wird übers Baden diskutiert, die kühlen Temperaturen lassen einen jedoch schnell davon absehen. Auf geht’s also ins kleine Örtchen Collico, welches direkt am See liegt. An der hiesigen In-Bar warten bereits mehrere Flaschen Prosecco auf uns. Pizzen, Nüsse, Oliven stehen bereit. Es wird angestoßen, gefeiert und über die letzten Tage diskutiert. Das Transalp Siegerbild fehlt jedoch noch und so zwängt sich der ein oder andere regelrecht in das ALPS Finisher Trikot, welches zugegebenermaßen etwas klein ausfällt. Ja, und man munkelt sogar, dass manch einer ohne fremde Hilfe aus dem Shirt nicht mehr heraus gekommen ist. Na dann mal Prost auf eine fantastische Woche!

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