500 Gramm Kartenmaterial

500 g – so viel gilt es laut Wanderführer (Traumpfad München-Venedig, Bruckmann Verlag) mindestens mitzunehmen. Als Komplettgeher (was für ein Wort!) des Fernwanderwegs werden wir insgesamt sechs verschiedene Regionen durchqueren: das Voralpenland, das Karwendel, die Zentralalpen, die nördlichen und südlichen Dolomiten, sowie das italienische Voralpenland inklusive der Piave-Ebene.

UNSER KARTENMATERIAL

Die meisten Wanderwege werden gut gekennzeichnet sein, trotzdem kann es passieren, dass man sich verläuft, weil z.B. Markierungen übersehen werden oder über eine längere Strecke nicht vorhanden sind. Dann hilft die Wanderkarte – wenn man sie auch lesen kann :-). Der Großteil unserer Hochgebirgsetappen wird durch folgendes Kartenmaterial abgedeckt:

  • Kompass Wanderkarte 182,  Isarwinkel, 1:50000 (Bad Tölz bis Birkkar)
  • Alpenvereinskarte  33, Tuxer Alpen, 1:50000 (Birkkar bis Friesenberghaus)
  • Tabacco-Karte 037, Hochfeilner/GranPilastro, 1:25000 (hinter Olpererhütte bis Vintl)
  • Kompass Wanderkarte 56, Brixen/Bressanone, 1:50000 (Vintl bis Schlüterhütte)
  • Kompass Wanderkarte 59, Sellagruppe, 1:50000 (Schlüterhütte bis Alleghe)
  • Kompass Wanderkarte 77, Alpi Bellunesi, 1:50000 (Alleghe bis Belluno und Nevegal)

Jede topographische Wanderkarte enthält eine Reihe von Symbolen. Es werden Wege und ihre Markierungen, Gebäude, Landschaften, Flüsse usw. gekennzeichnet. Viele sind dabei selbsterklärend und zusätzlich in der Legende beschrieben. Bei anderen muss man etwas mehr wissen:

Der Maßstab: Landschaft in klein. 

Unsere Karten haben die Maßstäbe 1:50000 und 1:25000, d.h. 1 cm in der Karte entspricht 500 bzw. 250 m in der Natur.

Die Höhenlinie: bergauf, bergab.  

Diese verbinden die Punkte eines Gebirges die in der gleichen Höhe liegen. Auf normalen Wanderkarten sind diese braun eingezeichnet, auf Geröllfeldern schwarz und auf Gletschern blau. Mit Hilfe der Höhenlinien lassen sich Gefälle und Steigung abschätzen bzw. sogar exakt ausrechnen. Sind die Höhenlinien weit auseinander hat man eine geringe Steigung,  liegen sie nah beieinander, umso steiler ist das Gelände.  Der Höhenunterschied zwischen den Linien ergibt sich normalerweise aus dem Maßstab. Die Zähllinien sind Höhenlinien die mit einer Zahl versehen sind. Diese Linien geben die jeweilige Höhe über den Meeresspiegel an. Die Ziffern sind immer so ausgerichtet, dass der obere Ziffernrand Hang aufwärts zeigt.

Der Weg: einfacher Forstweg oder luftiger Klettersteig?

Generell werden Wander-/Forstweg (durchgezogene rote Linie), Fußweg (gestrichelte rote Linie) und Steig (gepunktete rote Linie) unterschieden. Die genaue Bezeichnung und Darstellung variiert jedoch je nach Kartenmaterial – ein Blick in die Legende lohnt sich also.

Die Hütte: Brooootzeit!

Auf guten Wanderkarten werden selbst kleine Hütten bis zu einer Größe von etwa zwei mal zwei Meter eingetragen.

Das Relief und die Vegetation: Almwiese oder Gipfelgrat?

Geröll/Fels, Wald, Gletscher, Heide /Sand, Naturschutzgebiet/Nationalpark und Wein /Obst/Hopfen (oha!) werden optisch unterschiedlich dargestellt. Wald z. B. durch grüne, Geröll durch graue Flächen.

Flüsse, Seen, Quellen: Trinkwasser.

Wasserstellen kann man durch ihre blaue Farbe kaum übersehen. Vor allem im Sommer muss es jedoch nicht unbedingt Wasser geben – auch wenn sich auf der Karte eine Quelle befindet. Das bedeutet für uns: Wasservorräte auffüllen sobald möglich und nicht auf eingezeichnete Wasserquellen verlassen.

Zu guter Letzt: Touren Vorbereitung & Praxistipps

  • Ist das Kartenmaterial vollständig? Am Besten gelingt dies über die extra Markierung des geplanten Wanderweges direkt in der Karte.
  • Kompass mitnehmen! Dann weiß man auch wo oben und unten auf der Karte ist.
  • Wieviele Tagesetappen benötige ich für meine Wanderung bzw. wie viel Zeit brauche ich für eine bestimmte Strecke? Für den durchschnittlich trainierter Wanderer gibt es folgende Faustregel:
  1. Berechnung der einzelnen Zeiten, die für die geplante Entfernung und Höhendifferenz benötigt wird: 4 km in der Ebene = 1 Stunde / 300 Höhenmeter Aufstieg = 1 Stunde / 600 Höhenmeter Abstieg = 1 Stunde
  2. Bildung der Summe aus den Entfernungs-Zeiten und den Höhendifferenz-Zeiten.
  3. Halbiere die kürzere der beiden Zeiten.
  4. Um die Gesamtgehzeit zu berechnen, addiert man die längere Zeit mit dem Ergebnis aus Punkt 3.

Ein praktisches Beispiel: Die Entfernung vom Grödner Joch zur Boèhütte (Etappe 16) = 6 km Entfernung, 920 Höhenmeter Aufstieg, 170 m Abstieg.

6 km / 4km/h = 1h 30min

920 m bergauf / 300 hm/h = 3h 4min

170m bergab / 600 hm/h = 17min

Entfernungs-Zeit = 1h 30min

Höhendifferenz-Zeit = 3h 21min

1h 30min / 2 = 45min

Gesamtgehzeit = 3h 21min + 45min = 4h 6min

Wichtig: Zeit für Pausen einplanen!

P.S. Der Bruckmannverlag bietet die GPS-Daten auch zum Download an.

(Melli)