10 Gründe fürs Rennradfahren auf Mallorca

Jeder, der sich ein bisschen mehr mit dem Rennrad fahren beschäftigt, kommt an dem Thema Mallorca nicht vorbei. Wie eine Art Pilgerziel wird es für das Frühjahrstraining angepriesen. Nun ist die Insel nicht gerade bekannt für einsamen Individualtourismus. Eigentlich würde ich hier niemals Urlaub planen. Zu stark sind die Bilder von betrunkenen Deutschen am Ballermann … doch bietet die Insel nahezu ideale Bedingungen für Sportler. Ich habe es ausprobiert. Und bin leider hin und weg. Hier sind meine 10 Gründe für einen Rennrad Urlaub auf Mallorca.

1. Wärmer als daheim

Während im März bei uns durchaus noch Schnee fallen kann, sonnt sich Mallorca in milden 15 – 20 Grad. Fürs Rennrdfahren nahezu ideale Temperaturen. Es reicht also gerade für die kurze Bib und das kurze Trikot! Aber Achtung: Die Sonne hat es in sich. Ich habe in einer Woche Radln seehehr viele Tanlines gesehen, die eher Burnlines waren!

2. Es lebe die Nebensaison

Überfüllte Strände, volle Straßen, überall Deutsche. Fährt man in der Nebensaison, erlebt man die Insel von einer anderen Seite. Von Februar bis April ist die Insel ein idyllisches Kleinod. Die Strände sind verwaist, die Hotels verfügbar, auf den Straßen dominieren die Radler. Die fehlenden Touristenmassen hat die weitere positive Folge, dass sehr günstige Zimmer und Flüge zu haben sind.

3. Alle Trainingszonen

Die Insel besteht für alle Trainingsklassen etwas an. Im Nordwesten rahmt der kaum besiedelte Gebirgszug Serra de Tramuntana die Insel ein. Hier finden sich die höchsten Berge der Insel und damit auch traumhafte Rennradstrecken mit vielen Höhenmetern. Perfekte Bedingungen für Bergauffahrten und intensives Training. In der Mitte der Insel findet man weites, flaches Land. Die vielen Landwirtschaftswege bieten ideale Vorraussetzungen für entspannte Streckenfahrten. Zwischendrin gibt es unzählige malerische Dörfer, die zu ausgiebigen Kuchenpausen einladen.

4. Radler unter sich

Die Stimmung ist eine ganz Besondere! Das Rennrad fahren verbindet. Egal ob Anwalt oder Zahnarzt, Designer oder Ingenieur: Es geht nicht darum wer im Leben was macht, die Gesprächsthemen kreisen vielmehr um die bessere Schaltgruppe, die angestrebte Durchschnittsgeschwindigkeit, die nächste Tour oder ob man schon die Sa Calobra gefahren ist. Ein unausgesprochenes Einverständnis über den Fokus der Reise macht uns zu einem großen Team.

5. Was zu schauen

Auf der Straße begegnen einem mehr Rennrad Trupps als Autos. Ich, als langsamer Fahrer (noch!) werde permanent von Lycra-Fetischisten überholt. Dabei zeigen sich die unterschiedlichen Generationen von Stilen. Die Einen noch als hautenger Werbeträger – von der Rohrreinigung bis zum lokalen Stripclub schmücken laienhafte Logos die schrillen Farben der Trikots. Die Anderen haben die Stilwende erlebt und kleiden sich puristisch, stilsicher und diskret im Branding. Design Marken, wie Rapha, Ryzon, Maap und Café du Cycliste verdrängen Klassiker wie Assos oder Ale. Was aber die meisten Fahrer verbindet: ein athletischer Körperbau, ein souveräner Umgang mit dem Sportgerät und eine gewisse Hingabe. Schön anzuschauen!

6. Beste Infrastruktur

Mallorca ist sehr beliebt bei Rennradfahrern. Das haben auch die Anbieter gemerkt. Es gibt wahre Zentren, die sich komplett auf die Sportler eingerichtet haben. Playa del Muro ganz im Norden beispielsweise: eine lange Straße parallel zum vielleicht schönsten Strand der Insel. Nur dass sich niemand für den Strand interessiert. An der Straße reiht sich ein Bike Geschäft an das Nächste. Es gibt Leihräder, Werstätten, Outfits und Tourenanbieter. Dazwischen Cafés, die die müden Radler mit Elektrolyten versorgen. Auch die Hotels haben ihre Kunden verstanden: neben wirklich vielfältigem Sportler-Buffet war es in meinem Hotel sogar gestattet das Rad mit aufs Zimmer zu nehmen!

7. Essen. Fahren. Essen. Schlafen.

Ein Rennrad Urlaub erfordert eine gewisse Reduktion. Es reicht völlig aus zu essen, zu schlafen und eben Rennrad zu fahren. Der Tag braucht nicht viel mehr Aktivitäten. Sind die Beine doch müde und der Geist erfüllt von den vielen Eindrücken. Das Essen allerdings bekommt eine besondere Gewichtung in diesem Tagesablauf. In unserem Fall ist es mehr als kulinarische Besonderheiten zu entdecken. Vielmehr ist es eine dringend notwendige Maßnahme, um den Urlaub in besagter Intensität weiter ausführen zu können. Man kann also Essen. Und weiter essen. Und noch einen Gang. Mit dem guten Gewissen, dass alles am nächsten Tag wieder verbrannt wird.

8. Beste Aussichten

Die Insel ist einfach schön! Es hat schon einen Grund, ist die Insel doch eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen. (Auch wenn ich schwer bezweifeln möchte, dass es ganz die gleichen Gründe hat.). Die Insel bietet landschaftliche Höhepunkte vom Feinsten. Zwischen Felsen, Küste, Olivenhainen, Sandstränden, Bergen und Orangenbäumen finden sich Fincas und Klöster, Ruinen und Windmühlen. Hier geht es also schon garnicht mehr ums Radfahren sondern um die Aussicht! Große Namen wie Cap Formentor, Sa Calobra und Puig Major lassen sich aus Eigenkraft er-radeln und werden so zu einem noch eindrucksvolleren Erlebnis.

9. Mandelkuchen

Mandelkuchen ist allgegenwärtig. Die Insel ist bekannt für die Mandelblüte von Ende Januar bis etwa Mitte März. Also gibt es auch irgendwann Mandeln. Die zu einem köstlichen Kuchen verarbeitet werden, den es in jedem Café zu kaufen gibt. Luftig. Saftig. Nussig. Der Kuchen verzichtet ganz auf Butter und Mehl, setzt dafür auf kräftiges Olivenöl und Eier. Oliven gibt es natürlich auch genügend auf der Insel. Besonders beim Rennrad fahren ist dieser Kuchen eine Offenbarung. Die dringend nötigen Kalorien werden in dieser Form fast unter dem Prädikat „Gesund“ gewertet. Schließlich liefern Mandeln wertvolles Protein und der Zucker bietet den nötigen Brennstoff für die nächste Bergetappe 😉

10. Mehr als Rennrad

Mallorca hat so viel mehr zu bieten! Neben Rennrad fahren kann auch wunderbar gewandert werden. Es gibt den herrlichen Weitwanderweg GR221 durch die Tramuntana, aber auch viele lohnende Tagesetappen locken auf einsame Wege. Wenn es also einen Regenerationstag braucht, kann man einfach die Sportart wechseln und ganz gemütlich über die Insel schlendern.

Fazit:

Mallorca eignet sich wunderbar als Reiseziel für einen Sporturlaub – mit dem Rennrad oder zum Wandern. Auch wenn ich es nicht gerne zugebe, Mallorca ist super! Und es wird bestimmt nicht mein letzter Rennrad Urlaub hier gewesen sein.